Donnerstag, 13. Dezember 2012

Gut gefüllte Stiftverkäufer sind zufriedene Stiftverkäufer



Die Stiftverkäuferinnen waren selig. Das ganze Jahr hatten sie diverse Reklamationen der neuen Marke Ergorucksack behandelt und nun bekamen sie Besuch vom Ergochef. Da das Produkt relativ neu war, waren die Meinungen geteilt. Einerseits stand die absolut andere und fantastisch durchdachte Wanderrucksack-Form des Schulranzens, andererseits aber die bei einem neuen Produkt auftauchenden Fehler. Materialschwäche, zu schnelle Abnutzung von einzelnen Teilen, schiefe Nähte, etc. So kam es dass viele Kunden ein super Produkt bekamen, aber andere ständig diverse Dinge reklamieren mussten. Doch im Endeffekt sorgten diese Beschwerden dafür, dass jedes Jahr Verbesserungen vorgenommen wurden
Der Ergochef stellte den Stiftverkäuferinnen das überarbeitete Produkt vor, erklärte die verbannten Fehlerecken und stimmte sie auf ein neues, erfolgreicheres Verkaufsjahr ein. Als Wiedergutmachung des Reklamations-Stresses wollte er die Stiftverkäuferinnen auf dem Weihnachtsmarkt zu einer Bratwurst mit Glühwein einladen.
Doch leider regnete es in Strömen! Zum Leid des Ergochefes, zur Freude der Stiftverkäuferinnen, denn man beschloss in ein Restaurant zu gehen. Man platschte und triefte über den gerade schließenden Weihnachtsmarkt, der bei Starkregen nur von gut gefüllten Glühweinkunden bevölkert war, denen die Kälte nichts mehr ausmachte. Viele Wurstverkäufer und Mandelhändler hatten bereits die Läden geschlossen und es sich im Inneren der warmen und gemütlichen Holzlaube bequem gemacht, in der sie während der Weihnachtszeit wohnten. Umgeben von Süßgebäck, Kerzen und Kissen...
Während die gemeine Stiftverkäuferin so vor sich hinträumte, verschwanden die Stiftechefin und der Ergochef schon im Bierlokal.
Das Bierlokal – hier wurde Bier nicht nur ausgeschenkt, sondern auch hergestellt – war warm und heimelig. Doch auch sehr voll und das feuchte Grüppchen wurde zum Warten an den Tresen verwiesen. Dort bestellte man sich ein frisch gebrautes Bier und blätterte durch das Speisenangebot.
Der Tisch ließ nicht lange auf sich warten und die Speisen kamen auch und bald versank man in lustigen Gesprächen über „Dinge, die da einst geschehen waren“.
Dieses Thema wird oft und gern zur Sprache gebracht, besonders gegenüber nicht-Stiftverkäufern, denn es ist ebenso abwechslungsreich wie amüsant.
„Da war mal ein Mann, der stalkte die Kollegin...“
„Da war auch mal einer, der wollte in die Eier getreten werden...“
„Da war mal einer, der schenkte der gemeinen Stiftverkäuferin einen Kaktus...“
„Du gemeines Suppenhuhn!“
Und so weiter und so fort, begleitet von Gelächter und Gekicher. Die Augen des Ergochefes wurden immer größer, hätte er doch nie im Leben erwartet, dass das Leben an der Front nicht nur aus kleinen Kindern und ihren Ranzen, oder eleganten Herren mit Schnäuzer besteht, die ihren Edelfüllhalter kaufen wollen. Die Abenteuer der Reklamationen kannte er bereits. Doch nun kannte er auch die düsteren Abgründe.
Darauf musste man noch einen Abstecher zum Weihnachts-Wäldchen machen, in dem noch versteckt eine Glühweinbude auf hatte. Man wollte ja einen Glühwein trinken gehen und nach solchen Geschichten braucht der Körper das auch. So klang ein gemütlicher Abend aus. Die Stiftverkäuferinnen waren gut gefüllt und die Geldbörse des Ergochefes gut geleert.
Ergo: Reichst du Stiftverkäuferinnen den kleinen Finger, schleppen sie dich ins nette Restaurant!

Und als ob man vom Teufel sprach, der daraufhin sein Gesicht zeigen muss, geschahen Tags darauf gleich Dinge, die man sich das nächste Mal erzählen konnte.

Kurz nach Ladenöffnung klingelte das Stiftephon und die Kollegin nahm das Gespräch entgegen.
„Hier ist der nette Stifteladen, was kann ich für sie tun?“
„Hallo... ich hole mir gerade einen runter... wollen Sie zuhören?“
„O.o Nein danke!“
Eine halbe Stunde gackerte Gegröhle durch den Stifteladen, während immer neue Argumente gefunden wurden, das Gespräch das nächste mal zu halten, um mit kollektivem Lachanfall des Mannes Eigentümlichkeit zu belohnen.
Die Gute Laune hielt auch den Tag über an, die gemeine Stiftverkäuferin trieb ihre Späße mit den Kunden und alle waren froh und feierlich. Gegen 17:00 Uhr kam sogar ein verspäteter Paketmann um den Stiftverkäuferinnen ein lang erwartetes Paket aus den Niederlanden zu bringen, was dementsprechend gefeiert wurde.
„Oh! Da warten wir drauf. Unsere Päckchen aus Holland sind da!“ rief die gemeine Stiftverkäuferin. Der Paketmann und der Kunde daneben freuten sich über diese Freude. Der Paketmann entschuldigte sich noch über die späte Uhrzeit.
„Ach, das kommt ja auch aus den Niederlanden, das hatte einen weiten weg! Aber jetzt ist es ja da.“
Was da wohl drin ist, fragte der Gesichtsausdruck des Paketmannes, auch der Kunde schaute schief.
„Naa, ist unser Haschisch da?“ rief die Stiftekollegin von weiter hinten.
„jahaaa!“ antwortete die gemeine Stiftverkäuferin. Paketmann und Kunde verließen den Laden. Und noch immer lachten die Stiftekolleginnen! Ob sie denn gewusste hätte, dass der Kunde bei der Polizei arbeite, fragten sie die gemeine Stiftverkäuferin.
Nein...DAS hat sie nicht gewusst...

Dienstag, 11. Dezember 2012

Bodenpflege



Wie letztens schon erwähnt muss im Falle eines vorkommenden Schneefalles auch der Boden öfter gewischt werden, um ein Kundenfallen zu vermeiden. Im Falle eines Kundenfalles könnten schlimme Dinge ins Haus fallen. Das gilt zu vermeiden.

Eines Abends wischte die gemeine Stiftverkäuferin den Boden, gemächlich vor sich hin, man muss ja genau sein und jeden Schmutz erwischen, mag er sich noch so verstecken.
Ein älteres Ehepaar betrat den Laden und sprach den berühmten Satz: „Oh? Schließen Sie schon?“ Scheinbar geht Bodenpflege mit Feierabend anderswo gemeinsame Wege.
„Nein, kommen Sie herein!“
Daraufhin begann ein amüsant anzuschauendes Balancieren auf Fußspitzen, denn man möchte ja nicht in „das Nasse“ treten. Tapp, tapp, torkel... tapp.
Wie die gemeine Stiftverkäuferin schon öfter feststellen musste, hat scheinbar die gesamte Menschheit ein unheimlich schlechtes Gewissen über frisch gewischten Boden zu laufen. Geht dann gern auch mal Umwege um nicht in die nassen Flächen zu treten, oder wird gelegentlich davon hilflos eingeschlossen und muss dann doch über den sauberen Boden laufen. Meist mit den Worten: „Ach, das tut mir so leid... jetzt ist hier schon gewischt... und ich mach alles wieder dreckig...aaach... weeeh...!“ Tapp, tapp, torkel... tapp. Und läuft wie ein Storch im Sumpf durch den Laden.
Manchmal überlegte die gemeine Stiftverkäuferin auch: Man könnte um dieses ganze Schauspiel herumkommen, wenn man die Kunden an der Tür beten würde, die Schuhe auszuziehen um dann Leihpantoffeln anzuziehen. Dann würde der Boden auch bei Schnee und Scheißwetter sauber bleiben. Keiner müsste sich über frisch gepflegte Böden wagen und gelegentlich Fegen hätte das Thema abgehakt.
So. Jedenfalls: tapp, tapp, torkel... tapp. Die Kunden ließen sich von der Stiftekollegin bedienen und ein Geschenk einpacken. Dabei sprach man über das Wischen, und die Dame betonte, wie ungern sie wischte, fragte die gemeine Stiftverkäuferin, ob sie denn auch so ungern wischen würde.
„Nunja.. man muss es doch machen...“
Und was sie am meisten ekeln würde, wäre das Wasser mit dem Lappen drin. Stiftverkäuferin wrang gerade den Lappen aus. Ekelig?? Eigentlich nur nass.
Es gäbe ja so Auswringautomaten... und die wären ja vielleicht besser.
„...Nunja, die mag ich nicht, diese Wischmopps.“ teilte die Stiftverkäuferin mit.
Hätte die Kundin schon gehabt, war gar nicht so schlecht. Stiftekollegin berichtete vom Vergleich von Billigmarken zu Markenprodukten und ihren Erfahrungen damit.
„Es gibt doch noch diese flachen. Diese, die man auch ausdrücken kann, mit so einem Gerät!“
„Ja.“ antwortete die Stiftverkäuferin, „die werden ja auch von Putzfrauen in großen Gebäuden benutzt. Schlecht sind die nicht.“
„Ja, DAS wäre doch was für Sie! Dann bräuchten Sie nicht mehr in das ekelige Wasser zu fassen.“
„Wir wischen hier trotzdem retro. Immerhin mit Micorfasertuch statt Baumwoll-Lappen, aber das klappt auch super.“
Die Kunden begaben sich dann zur Kasse und verabschiedeten sich. Sie wünschten allen noch einen schönen Abend und einen schöne Adventszeit.
„Und Ihnen“ die Dame klopfte der gemeinen Stiftverkäuferin auf die Schulter „wünsche ich einen neuen Wischmopp!“


Sonntag, 9. Dezember 2012

apart

….apart?

Was ist „apart“?
Der deutsche Duden sagt: a) von eigenartigem Reiz; besonders reizvoll, geschmackvoll
b) ungewöhnlich, pikant

Wir schreiben Dezember. Ein nicht auffälliger, weder von Wetterlagen oder Kunden her.
Eines Tages betrat eine ältere Dame den Stifteladen und sprach die gemeine Stiftverkäuferin an:
„Ich suche ein apartes Lesezeichen. Was haben Sie da?“
In einem kurzen, ratlosen Moment ratterten sämtliche Artikel vor der Stifverkäuferin innerem Auge herunter. Sie kombinierte die Bedeutung des Wortes „apart“ mit dem Artikel „Lesezeichen“ um ein passendes Produkt zu finden. Man stelle sich das jetzt so ähnlich wie die grünen Nummern und Buchstaben eines Matrix-Computers vor. Doch nichts wollte zusammenpassen.
Also zeigte die Stiftverkäuferin der Dame die vorhandenen Lesezeichen, in absteigender Folge sortiert nach geschätzter Übereinstimmung mit dem Adjektiv „apart“. Zuerst zeigte sie ein elegantes Set aus schwarzen, Schreibfederförmigen Klammern, die auf die Seiten des Buches gesteckt werden können.
„Nein, das ist nicht schön. Außerdem gehen davon die Buchseiten kaputt.“
Als nächstes folgte ein schlichtes „zwischen-die-Blätter-lege-Lesezeichen“ in Aluminium mit glänzenden Herzen.
„Nein. Das ist nicht apart genug.“ Jetzt war die Stifverkäuferin ratlos. Der letzte Artikel, ein Set, bestehend aus 3 magnetischen Lesezeichen mit je einem Apfel darauf. Rustikal, schlicht, äpfelig.
„Ach, na da haben Sie ja was schönes gefunden. Das ist genau DAS, was ich gesucht habe!“
Verwundert über diese Aussage, begleitet sie die Dame zur Kasse und verabschiedete sich nach einem standart-Kassiervorgang.
Das Lesezeichen war weder elegant, noch reizvoll, geschmackvoll oder sonst besonders schön. Es waren Äpfel darauf. Es war vielleicht niedlich. Oder eignete sich für Kochbücher mit Apfelkuchenrezepten, die von einer rundlichen Frau mit karierter Schürze gebacken werden. Da aber Apfelkuchen weder pikant noch ungewöhnlich waren, trifft auch Bedeutung b) weniger zu.
Ein anderes mal, fragte eine ältere Dame nach aparten Aufklebern. Aufkleber um damit Geschenke oder Briefumschläge zu verzieren. Auch sie entschied sich für schlichte, rosafarbene Blümchen. Apart im Sinne eines eleganten, rosafarbenen, seidenen Abendkleides? Mit Blümchen?

Der Nikolaustag begann und die Stiftekolleginnen fanden es nett, sich Weihnachtsmützen auf den Kopf zu setzen. Oder in dem Fall Nikolausmützen.
Eine Kundin betrat den Laden und schmunzelte über das Bild zweier, die da standen mit roten Mützen auf dem Kopf.
„Oh, wie apart!“ freute sie sich.
Später wurde die Aussage noch diskutiert, in wie fern die Bezeichnung „apart“ auf Weihnachtsmannmützen angewendet werden kann. Sie waren weder elegant noch besonders reizvoll.

Vielleicht geschieht hier mal wieder eine Änderung der Bedeutung eines deutschen Wortes. Schon oft wurde ja ein veraltetes Wort ausgegraben um im alltäglichen Wortschatz einen neuen Platz zu bekommen.
Man denke nur an das Wort „geil“. Bezeichnete es vor 50 Jahren die Läufigkeit einer Hündin (im englischen „bitch“- heute auch anders verwendet), so wird es heute von der Jungend für sämtliche anderen Gelegenheiten verwendet. Gefolgt von „konkret“, „Pfosten“, „Tacho“, „Wayne“ und wie sie nicht alle heißen und uns um den letzten Nerv bringen.
Möglicherweise entsteht aus der Jungendwort-Kultur ebenso eine ältere-Damenwörter-Kultur. In der das Wort „apart“ einen zweiten Frühling erlebt.
Und möglicherweise versuchen sich die älteren Damen auf die Art und Weise ebenso aus der Masse hervorzuheben wie eine Gang 16jähriger, die „Yalla!“ und „Käferfrühstück“ röhrt.

Beobachten wir also das Ganze und bleiben auf dem Boden der Tatsachen, der im Winter auch mal öfter gewischt werden muss und schauen was der Dezember noch so mit sich bringt.

Donnerstag, 1. November 2012

Nach dem Urlaub... ach, ihr wisst schon.



Eine wundervolle Urlaubswoche ging vorbei. Frau Comorph und der Captain waren in Hamburg unterwegs und haben dort diverses Sightseeing betrieben. Sie liefen fröhlich und Geldausgebend durch die große Stadt und bewunderten Museen, Gebäude und Stifteabteilungen in Kaufhäusern – Jaa, manchmal vergisst man doch Dinge, die man unbedingt braucht und muss fremdkaufen gehen. Der Captain lachte über die Unanwesenheit der örtlichen Verkäuferinnen und bemerkte:
„Wenn dir langweilig ist, kannst du dich ja einen Tag lang hier hinstellen und Kunden bedienen – die wundern sich nachher, über den abrupten Umsatzanstieg!“
Doch leider ging auch diese hübsche Zeit vorbei.

Montagmorgen. Manchmal gibt es kein schlimmeres Schimpfwort oder Adjektiv um etwas ungeliebtes darzustellen.
Frau Comorph, geistig wieder auf Stiftverkäuferin gepolt und wichtige Dinge im Kopf, wuselte sich zu Hause zurecht und irgendwas musste in diesem Moment die Wirklichkeitslinie der ultimativen Erdanziehungsstrahlungen geändert haben.
Frau Comorphs Handy fiel auf den Boden. Von da an wies es einen merkwürdigen Fehler auf, denn es speicherte SMS und Fotos hinter den alten Dateien, statt wie gehabt, davor. Nunja.
Im Stifteladen ging es in der Art weiter, wechselte sich aber mit Telefonaten und Kunden ab. In etwa so:
Telefon klingelt – Gemeine Stiftverkäuferin telefoniert, schreibt Auftrag.
Kunde kommt in den Laden, benötigt Dinge.
Telefon klingelt – Kunde hat sich verwählt.
Stiftverkäuferin lässt eine Tüte fallen.
Kunde kommt in den Laden – erwirbt Dinge.
Stiftverkäuferin lässt einen Briefumschlag fallen. Einen weiteren und eine passende Karte dazu, ebenfalls ein falsch einsortiertes Einlegeblatt. Einer der Umschläge trifft sie empfindlich mit der Ecke im Gesicht.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle erneut an, fragt Kundenwunsch an.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an und teilt Kundenwünsche mit.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an und reklamiert Artikel – beide Gesprächsteilnehmer beraten sich über Standleitung.
Stiftverkäuferin lässt Geld fallen.
Diverse Kunden und diverse Telefonate.
Glücklicherweise waren alle Kunden an diesem gräusligen Montag kooperationsbereit und mißmutfrei.
Endlich endete der endlos elende erste Arbeitstag und Frau Comorph durfte nach Hause.
Doch das Schicksal folgte auf dem Fuße als sie sich eine Wärmflasche wärmenden Wassers gefüllt auf den Bauch legte um abzuschalten. Denn als sie aufsprang um in die Küche zu springen, die Wärmflasche hinabsprang und kaputtsprang, sprang ihr die Geduld und sie beschloss lieber ins Bett zu gehen um diesen Tag zu vergessen!

Doch dann kam der Dienstag.
Als die freundlich verpennte Frau Comorph das Frühstück vorbereitete, fiel ihr das Glas fruchtige Marmelade aus der Hand. Ein finsteres Deja-vu breitete sich aus.
Aber dafür war heute keine Zeit. Die Stiftekollegin hatte Geburtstag gehabt und daher wollte Frau Comorph ein paar Minuten früher da sein.
Hier jedoch schaltete sich das nächste morgendliche, mysteriöse Paradoxon ein: Die gemeine Stiftverkäuferin schafft es NIE ein paar Minuten früher das Haus zu verlassen. Jedes mal wenn sie pünktlich dran ist, passiert irgendetwas. Etwas! Etwas womit man nicht rechnet.
Nennen wir es (hier erklingt jetzt ein düsterer Gong) „Das 8:45 Syndrom“.
An diesem Morgen jedenfalls stand Frau Comorph fertig winterlich eingekleidet im Flur und schulterte die Schultertasche, wünschte dem Captain einen schönen Tag und befand sich plötzlich in einem Gespräch über das Öffnen eines PCs. Wo sich das Werkzeug befände, wo genau und wieso sie davon nichts wüsste. Wieso man dort in den Eingeweiden nichts berühren sollte und wie man sich denn erden soll, wieso man sich auflädt und wer von wem keinen Elektroschlag kriegen sollte.
Verwirrt und verunsichert verließ sie den Captain.
Doch aus dem Hausflurfenster sah sie die gelben Säcke auf der Straße liegen, der in der Küche befindliche war voll und damit fing eine wilde Jagd an. Ja, solch Dinge passieren während des 8:45 Syndroms!
Frau Comorph lief zurück in die Küche und schnappte den gelben Sack. Doch als sie zurück zur Wohnungstür eilte, stockte sie, Aug in Aug mit dem Katertier, der sich im Hausflur befand.
„Husch, zurück!“ Rief sie und „Captain, zu Hilf!“ (doch der hörte nicht) (Der Kater aber auch nicht)
Der Kater rannte die erste Treppe hinunter und blickte herausfordernd die hinterhereilende Frau Comorph an. Er hielt seinen Vorsprung und xlief Treppe Nummer zwei hinab, blickte zurück und wartete was geschähe. Frau Comorph eilte schimpfend hinterher. Kater lief Treppe Nummer drei hinab und wartete brav. Frau Comorph eilte, finstere Flüche fluchend hinterher. Kater lief die vierte Treppe hinab und schnüffelte interessiert an des Nachbarn Fußmatte. Frau Finstercomorph befahl ihm stehen zu bleiben. Kater rannte die fünfte Treppe hinab und wartete, den Schalk im Nacken, was wohl jetzt passieren würde. Frau Comorph rannte hinterher. Kater lief die sechste Treppe hinab und begutachtete eine Topfpflanze. Als er jedoch der dort liegenden Fußmatte etwas zu viel Aufmerksamkeit schenkte, konnte Frau Comorph ihn packen und zeternd die Treppe hinaufbringen. Damit waren dann die überflüssigen Minuten vorbei und sie eilte, ein Zuspätkommen befürchtend zum Stifteladen.
Weitere Möglichkeiten für das 8:45 Syndrom wären übrigens:
- Treffen von freundlichen Nachbarn
- vergessen des Mülls
- Treffen von ehemaligen, garstigen Nachbarn
- Treffen von Kunden aus dem Stifteladen
- Vergessen des Schirms und Feststellen, dass es regnet und man zu Fuß gehen muss.

Und hier noch eine Liste der Dinge, die die gemeine Stiftverkäufern an diesem diabolischen Dienstag fallen lies:
- einen Taschenrechner
- eine Packung Briefumschläge
- ein Geodreieck
- einen Millimeterblock
- Briefpapier
Demnächst beschäftigen wir uns dann mit den Zusammenhängen dieser ungewünscht den Boden berührenden Dinge und warum sie gerade in dieser absonderlich sonderbaren Konstellation auftraten, nicht zerbrachen oder defekteten. Ausgenommen Frau Comorphs Handy, dafür aber der etwaigen Fehlerbehebung und was das alles mit den Erdanziehungsstrahlungen zu tun hat!
In diesem Sinne: Fröhlichen Mittwoch!

Sonntag, 28. Oktober 2012

"Stadtratten"


Betrunkenheit passiert manchmal. Uns zum Glück eher abends wenn alles dunkel ist. Die meisten Leute schlafen dann und nur sehr, sehr wenige bekommen mit, wie man sich daneben benimmt. Zum Glück.
Doch anderen Leuten passiert Betrunkenheit tagsüber, und in der alles sehenden Öffentlichkeit. Ihnen ist das wohl egal. Zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Eines schönen Sommernachmittages betrat ein junger Mann den Stifteladen, sang nette Lieder mit falschen Tönen von Matthias Reim und sprach zur Stiftekollegin:
„Verdammt ich lieb dich! *sing * Hei, ich brauch so Karten, wo man seine Adresse draufdrucken kann, weißt du? So die man den Leuten dann geben kann.“
Stiftekollegin wurde leicht benebelt von der Fahne, die ihr der fröhliche Mann entgegenhauchte und schlug vor:
„Meinen Sie Visitenkarten?“
„Jaaah, da haste Recht!“ und er strahlte. Sie begaben sich zum Ende des Ladens um aus der Großen Auswahl an Visitenkartenpackungen eine Packung auszuwählen.
„Welche möchten Sie?“ fragte sie ihn.
„Aaach, ganz egal. Gib mir die da!“ und wies auf eine Packung. Sie begaben sich, begleitet von wehenden Fahnen, zurück zum Kassenbereich, wo die gemeine Stiftverkäuferin lauerte. Man muss ja manchmal auf sich aufpassen, denn manchmal passieren Dinge im Stifteladen, da braucht eine Stiftverkäuferin Beistand.
„Yeah! Ach, ich hab son bisschen getrunken!“ lachte er ihnen entgegen, während er das zu bezahlende Geld auf den Tresen blätterte.
„Ihr habt nicht noch zufällig ein Glas Wodka?“ kicherte er und verließ den Laden, da sie dieses verneinten. Seine Fahne war so lang, dass sie noch eine Weile im Laden wehte, bevor sie seinem Herren folgte.
Zum Glück war es warm, so dass man die Ladentür öffnen konnte.
Eine Tag später.
Ein netter junger Mann betrat den Laden und steuerte auf die Stiftverkäuferin zu.
„Hei! Ich brauch so Karten, wo man seine Adresse drauf stehen hat, weißt du? So die man den Leuten dann geben kann.“
Da die gemeine Stiftverkäuferin nicht an Fehler in der Matrix glaubt und auch ein Deja-vu nicht so hyperreal erscheint, erwiderte sie:
„Waren Sie nicht gestern schon hier und haben welche gekauft?“
Der Mann stutzt und überlegt.
„Also ich hatte ein bisschen was getrunken. Hab ich die gestern echt gekauft? Ich wollte ja welche kaufen... ha.“
„Jaa...“
Gut gelaunt, da er kein Geld ausgeben musste, verließ der Kunde den Laden.
Also wir merken uns: Trinke nie Alkohol, während die Geschäfte auf haben!

Es gibt also nette Menschen, denen Betrunkenheit zustößt. Auch Menschen, denen Betrunkenheit regelmäßig zustößt, können nett sein, wie die Stiftverkäuferin feststellte. Denn als zwei lustige Welche dieser Sorte den Laden betraten und nach Kugelschreiberminen fragten, und auch noch nett bedient worden, schrieben sie nette Dinge auf den Testzettel. Zwar war dieses nur ein „Danke“ aber das war schon mehr als andere Kunden tun.

Doch es gibt auch andere Personen... einst betrat ein Mann den Laden, missmutig und sehr dem Genuss hochprozentiger Getränke verfallen, der die Stiftekollegin um einen Gefallen bat.
„Hast du'n bisschen Geld für mich? Ich will was zu Essen kaufen!“
Mitten im Gespräch unterbrochen antwortete die Kollegin:
„Nein, tut mir leid, wenden sie sich doch bitte an die XY Stelle, da bekommen Sie etwas zu essen...“
Ungehalten über so eine unfreundliche und absolut unerwartete Antwort, plusterte sich der nicht wohlriechende Mann auf und rief:
„Na dann schönen DANK, du altes SUPPENHUHN!“
und verließ den Laden.

Glücklicherweise sind ungehaltene Personen, denen Betrunkenheit zustößt meist außerhalb des Stifteladens anzutreffen. So wie der dezent gekleidete Mann, den die gemeine Stiftverkäuferin beobachtete, da ihr sein Hut auffiel. Denn der war hübsch geformt und mit einer Feder verziert. Doch als der Mann auf einmal laut „STADTRATTEN!“ über die Straße brüllte und Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht zu bekommen schien, war der Hut weniger interessant. Interessanter war nun herauszufinden, wen er denn so betitelte. Denn er war alleine.
„RATTEN!“ Die Stiftverkäuferinnen liefen an den Fenstern entlang und beobachteten, wo der Mann den hinginge. „VERDAMMTE RATTEN!“ Man hörte ihn gut, denn er war laut und die Oberlichter geöffnet. (Wer an dieser Stelle nicht weiß, was Oberlichter sind, dem geht es nicht besser als der Stiftverkäuferin vor einigen Jahren. Es handelt sich um die Klappfenster, die über den Fenstern sind, die sich nicht öffnen lassen)
Der Mann zog vorbei, wurde von einer Hauswand angerempelt und verschwand aus den Stiftverkäuferinnen Blickfeld. Sie warfen sich diverse Blicke zu, die der Situation angemessen waren und begaben sich wieder in den vorderen Teil des Ladens. Doch, Hölle und Rattenkot! Durch die Oberlichter schwappte ein gar fürchterlicher Gestank von Betrunkenheit und Dingen, deren Namen nicht genannt werden dürfen! Entsetzt flüchteten sie vor diesem Teufelsduft.
Wir merken uns: Selbst was da nicht nah ist, kann einem trotzdem den Magen umdrehen.

Unglücklicherweise trifft das auch auf die Hinterlassenschaften betrunkener Leute zu. Denn Montag morgens kann es vorkommen, dass diese von den Stiftverkäuferinnen entfernt werden müssen. Gerüche in Hausecken, Bierflaschen in Blumenkübeln (andererseits, man könnte auch eine Beobachtung über die potentielle Alkoholabhängigkeit von Buchsbäumen starten, da diese auf mysteriöse Weise ständig von leeren Schnapsflaschen umgeben sind. Zufall? Oder Beweismaterial?) und netterweise nur selten Erbrochenes.

Also Leute, hört gut her: Betrunkenheit ist selten schwer. Doch übel wird es, glaubt es mir, trinkt ihr des Tags nicht nur ein Bier. Und lauft danach noch draußen rum, die Welt hält euch geschwind für dumm! So trinkt des nachts schön euer Zeuch, die Stiftverkäufer danken's euch.

Samstag, 27. Oktober 2012

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Und wer von euch treuen Lesern mag, darf mich auch gerne bei Facebook besuchen! Dort gibts dann auch öfters mal kleine Erlebnisse.. . von Dingen... die da so passieren. Ihr wisst schon!

GemeineStiftverkauferin bei Facebook

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Neues von der Stiftverkäuferin – Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub




Kaum war der Urlaub vorbei, war der Alltag wieder da. Frau Comorph schlüpfte ins Stiftverkäuferinnen-Kostüm und betreute wieder verlorene Seelen und bedürftige Menschen. Während des Schulanfangs war der Laden geproppt voll und die Stiftverkäuferinnen rannten hin und her, wie emsige kleine Bienchen um die Wünsche der Schul-Muttis zu erfüllen.
Als dann die Schule wieder anfing, kehrte auch wieder Ruhe im Stifteladen ein. Jetzt tauchten auch die älteren Damen und Herren wieder im den Laden auf, denn zum Schulanfang sah man sie nur kurz den Laden betreten, den Kopf schütteln und wieder verlassen. Es war zeitweilig sogar so ruhig, dass Frau G.'s Kollegin in einer ruhigen Minute den Furz eines Rentners hören konnte. Das wäre noch vor einiger Zeit nicht passiert.

Man begann also sich Abwechslung zu wünschen. Doch wünsche dir nie, was du nicht auch wirklich willst! Denn so kamen auch die Freaks wieder.
Eines Tages stand ein Mann vor der gemeinen Stiftverkäuferin und bedankte sich dafür, dass sie sich seine eigenartigen Musikvideos angesehen hatte. Wir erinnern uns... lustiges Telefonat, durchgeben des Video-Kanals auf Videoseite, anschauen des Musikvideos, tränenlachen, herumkringeln und Mitleid haben.
Freundlicherweise trug er einen Kaktus bei sich, den er der gemeinen Stiftverkäuferin schenkte. Als Dankeschön für ihre Meinung. Meinung? Welche? fragte sie sich, denn sie hatte ihm nicht gesagt was sich darüber dachte.
Leider war der Laden leer, die Wortfülle des Kunden unendlich und Frau G.'s Laune gnädig. Und diverse Minuten später wusste sie Bescheid über Verschwörungen und Verheimlichungen, Verfolgung und Verrat in der kleinen Stadt über die das Lied handelte. Handelte? Sie gab dem unglücklichen Mann den Tipp seine Hinweise genauer zu platzieren. Hat sie davon nichts in den Videos gefunden.
Der Mann ging, Frau G. ging ebenfalls, in den Keller zum Lachen. Der Kaktus ging mit zu ihr nach Haus und bekam den Namen: Familie Firlefanz. Familie, da er aus vielen kleinen, Knöllchen besteht und sich auch Bodendecker nennt. Kack-Tus.

Als nächstes bekamen die Stiftverkäuferinnen Besuch von der Eigenartigen Dame. Diese, Frau G. kannte sie schon, war sehr eigenartig, aber auch interessant. Die neue Kollegin Frau F bediente sie diesmal – Frau G. lauschte.
„Ja, die sind ja so böse, so böse alle sind böse..“ murmelte sie, während Frau F. Briefumschläge darbot und Frau G. hinterm Regal kicherte. Hätte sie doch zu gern gesehen, was sich dort abspielte aber das wäre zu auffällig gewesen.
„Sie haben ja keine Ahnung, was der tut! Sie können das ja nicht wissen.“ zeterte die Eigenartige Dame, während sie wieder zur Kasse gingen. Frau F., konfus, versuchte herauszufinden, wovon das Gespräch handelte, aber scheinbar war sie nicht die Gesprächspartnerin. Sie lächelte und nickte, besser kann man in solchen Fällen nicht reagieren.
Frau F. kassierte und steckte die Briefumschläge in eine Tüte. „Das Mädchen“ - Eigenartige Dame zeigte auf die Abbildung auf der Tüte - „ist auch böse! Aber Sie wissen das ja nicht! Das können Sie nicht wissen. Die sind alle böse. Böse sind die. Das können Sie nicht wissen...“
Frau F. verwirrt, checkte aber inzwischen die Lage! Ja, es handelte sich um einen der Freaks. Kundin verließ murmelnd den Laden, bis sie vorm Kalenderständer stehen blieb. „The Rabbit- böse, böse...“ *murmel *

Ach, und kannten Sie schon den Unterschied zwischen einem Wurmi und einem Wurli?
Die gemeine Stiftverkäuferin auch nicht – und wurde von einem ca 6jährigen Jungen aufgeklärt.
„Sie verkaufen den WurLi, der ist nicht gut. WurMi ist besser. Der hat einen schwarzen Faden und WurLi hat einen durchsichtigen, der reißt schneller. WurMi hat ein weicheres Fell und WurLi hat hinten eher Borsten. Bei WurMi steht auf der Packung die Beschreibung Soundso und bei WurLi steht das anders, daran kann man das erkennen. WurMi ist das Original und WurLi ist nachgemacht. WurLi hatte ich schon und der war doof und WurMi hab ich jetzt, der ist besser. Weil wenn man den über die Hand laufen lässt, sieht das aus wie echt und bei WurLi war das nicht so und der geht auch schneller kaputt....“ blah ohne luftzuholen, darum kürzen wir hier jetzt ab. Frau G. konnte das im sehr einseitigen Gespräch mit dem illustren Knaben nicht, darum malte sie sich aus, wie seine späteren Schulkameraden auf so ein Problem wohl reagieren würden...
Das Gespräch handelte hier übrigens von bunten Fusselwürmern am Faden. Nichts lebenswichtiges. Nur ein profanes 2€ Produkt für Kinder! Der Vater des Knaben stand daneben und lauschte ergeben der Wortwelle die da rauschte. Die gemeine Stiftverkäuferin hoffte, dass er irgendwann den Mut fand, seinen Sohn einzuschränken. Oder zum Psychologen zu gehen. Was Kinder von heute doch für Probleme haben, wenn die gekauften Produkte nicht das Japanische Original sind, sondern eine Thailändische Kopie.

Letztendlich erreichte ein Fax den Stifteladen, mit dem Wunsch eines Syrischen Arzt-Soldaten, der von einer Syrischen verlorenen Familie 24Millionen Euro bekommen hatte, dieses Geld aber nicht behalten durfte, da Syrische Arzt-Soldaten kein Geld besitzen dürfen. Ist ja logisch. Folglich suchte er eine Deutsche Firma, der er das Geld überlassen konnte. Natürlich suchte er sich den kleinen Stifteladen in der kleinen Kleinstadt am Mittelgebirge aus. Vermutlich wusste er um die dortigen Gegebenheiten und wollte den Stiftverkäuferinnen was gutes Tun, in dem sie einen riesigen Stiftekonzern mit dem Geld der verlorenen Familie gründen können. Was auch immer eine verlorene Familie war. Frau G. unterzeichnete das Fax mit den Worten: Vielen Dank, wir nehmen das Angebot an und werden in Syrien einen Stifteladen eröffnen, damit Syrische Kinder auch tolle Stifte haben! Und schickte es an die Geschäftsleitung weiter. Vielleicht verlor eine verlorene Familie tatsächlich Geld, aber das Fax verlor seine Glaubwürdigkeit bei erreichen des Ladens. Verloren hatte hier nur das Fax: Tonerverschwendung.
Doch es geht auch anders: Ein Telefonat huschte die Stiftverkäuferin wieder aus ihrem Trott, nur ein paar Tage später!
Ein finsterer Mann von der Behörde für Urheberrechtsverletzungen rief an und beschuldigte die gemeine Stiftverkäuferin einen illegalen Download von Musik und Video aus dem WWW betrieben zu haben. Er hatte angeblich Tipps aus ihrem Bekanntenkreis bekommen. Auf den Einwurf: „Das glaube ich nicht!“ reagierte er mit „Lassen Sie mich ausreden!“ und nachdem mehrere seltsame knaarzer und knirscher Frau G. auf einmal richtig zuhören ließen, ärgerte sie sich über diesen tristen Tonband-Terror und legte lieber auf. Was sich die Leute nur dachten!

Sodenne, sprach auch ein weiser Mann, wünsche dir nie, zu leben in interessanteren Zeiten. Denn auch wahnwitzig wackeres Wunschwollen kann manchmal in Erfüllung gehen!

Samstag, 28. Juli 2012

Die gemeine Stiftverkäuferin macht Urlaub



Autoplagen.

Urlaub, Sonne, Meer und Strand (zumindest im Buch), was könnte es schöneres geben?

Frau Comorph und der Captain haben gemeinsam Urlaub, Zeit für ihr Auto Mr.Green, sich ganz gemeine Dinge zu überlegen. Was könnte man also alles tun, um den beiden die Zeit so unangenehm wie nur möglich zu machen.

Erster Akt: Hitze. Ja, draußen ist es schrecklich heiß, dachte sich Mr.Green, also wärm ich mich mal schön auf. Sonne aufs Blechdach brennen, Motor heizt ja auch schön, Klimaanlage bringt da eh nichts mehr... hehehe! Frau Comorph und der Captain haben in dieser Woche mehrere Liter Schweiß im Auto gelassen.

Zweiter Akt: Am ersten Tag sind sie gemeinsam in die große Stadt gefahren, denn da ist ein Zoo, den wollte man schon immer mal sehen. Tiger, Löwen, Bären, Meerschweinchen usw. Und natürlich Enten. Enten sind für jeden Zoo eine leichte Attraktion. Kommen von alleine, essen was übrig bleibt und wohnen einfach mal überall zur Untermiete mit. Interessiert das Nilpferd eh nicht, ob da noch was außer toter Blätter aufm Tümpel dümpelt.
Allerdings dort erstmal einen Parkplatz zu finden ist nicht leicht. Denn zu Zeiten der Ferien haben noch andere Menschen den gleichen Zoobesuchsplan. Parkhaus. 3,50 Euro fürs Parken? Nein danke, gleich wieder raus. Hinten ums Eck kannte der Captain aus einem früheren Besuch noch Parkplätze. Die einzigen freien, die er das letzte mal auch nutzen durfte, waren für Behinderte (die fährt der Captain manchmal herum). Auf dem Rest der 600m langen Straße war nichts weiter frei. Also doch ins Parkhaus. Aber, Pech gehabt, das war jetzt voll. Fuhr man also erstmal weiter, 1,6km durch einen sommerlichen Wald. Zoo pro: sollte ein Tier entkommen, findet man es eh nicht mehr, kann man die Sache untern Teppich kehren. Würde so ein Kapuzineräffchen durch den Großstadtdschungel wetzen, würde es große Furore geben.
Jedenfalls lebten dort nicht nur ausgebüxte Tiere und die ersten Maronen des Jahres, sondern auch freie Parkplätze für umsonst! Halt nur 1,6km entfernt. Ist ja auch wurscht, Hauptsache man spart, dachte sich der Captain und die beiden marschierten los.
Es war ein schöner Tag. Alles hier jetzt zu erwähnen würde Sie nur langweilen. Wir machen es deshalb kurz: Zebra, Boot, Enten, Nilpferd, Pommes, Flamingo, Wolf, Eis, Seehundshow, Eisbär, Toilette, raus. Freunde treffen, Pizza essen, nach Hause fahren.
Hier übernahm Frau Comorph das Steuer und der Captain spielte den Navigator. Frau Navigator brauchte man ja nicht mehr, den Rückweg kannte man.
Was Frau Comorph nicht bedachte ist, dass Frau Navigator auch die Blitzer kennt (pssst!).
Und im Eifer des Gesprächs über den ach so schönen Tag, rauschte Frau Unglückscomorph mit 30kmh zu viel in eine Blitzkontrolle. * Fump* (Die natürlich nicht neu ist, sondern schon seid Jahr und Tag dort fest installiert ist)
Panik! Oh, großes Weh! Oh großes Unglück und ach so viele Tränen... jetzt war Frau Comorph kein unbeschriebenes Blatt Verkehrsgeschichte mehr, sondern wie so viele andere Vollidioten auch ein Eintrag im Punkteregister.
Mr.Green, wir erinnern uns, schmunzelte leicht, war er doch auch nicht so ganz unschuldig an der Sache. Denn das seichte Laufen des Motors, das besänftigende Brummen, das ungestörte Tun der was auch immer sie tun - Dinge in seinen Innereien gaukelte vor, doch nicht so schnell gewesen zu sein! Ha! Schande über Mr.Green!

Dritter Akt: Am nächsten Tag plante der Captain, man könne ja zum Kyffhäuser Denkmal fahren. Ewig weit ins grüne Land, nach Süden, obwohl man in den Osten fuhr (jaja, Frau Comorph hat ewig gebraucht um dieses zu verstehen!).
Auch hier gibt es kurze Eindrücke des Ersten Aktes, denn man fuhr wirklich ewig in großer Hitze. Aber was tut man nicht alles für ein wenig Kultur. Endlich (beim Aussteigen schwappte Schweiß auf den Parkplatz) kam man an. Doch, hier wiederum lacht das Schicksal, war das verdammte Denkmal hinter einem Baugerüst verborgen! Kreuzkümmel und Koreander und Co!
Netterweise zahlte man zwar trotzdem 6,- Eintritt (verfluchte Abzocker) bekam aber dazu einen Guteschein, das Denkmal ab 2014 erneut zu besuchen, wenn es denn wieder hergestellt ist. Derweil arbeiteten viele unsichtbare Helferlein mit Hammer und Meißel an der Wiederauffrischung des Turmes. Hier wiederum kürzen wir ab: Treppen hinauf, Museum. Treppen hinauf, Museum. Treppen hinab. Unendliche Treppen 81m hinauf, Ausblick. Treppen hinab.
Auf der Rückfahrt, fuhr Frau Comorph ganz apart fast einem BMW in die Seite. Weil, die Straße war so krumm, war aber eine abknickende Vorfahrtstraße und der BMW schneller und dann blieb man vielleicht doch lieber stehen... und holte sich prompt vom brüsk beleidigtem BMW Brummer den beleidigenden Beitrag! *schimpf und zeter *
Oh was muss ein so herrlicher Tag so hundeelend enden?
Kichernderweise dachte sich Mr.Green: so, meine Dame, du fährst hier bald nicht mehr! Dich krieg ich auch noch klein!

Vierter Akt: Des Autos beleidigter Donnerstag.
Nachdem Frau Comorph am Mittwoch schwitzend und schweißend mit ihrer Frau Mama einen Ausflug beendete, hatte Mr.Green einige Zeit, sich einen perfiden Schlachtzug zu überlegen.
Am folgenden Freitag fuhren Frau Comorph und der Captain zu des Captains Verwandten.
Gossen den grünen Garten und gingen im Großhandel einkaufen, weil man das mit den Verwandten kann. Nebenan befand sich das Autohaus, des Vorzugs. Werkstatt und Verkauf von diversen Automobilen, die der Captain im Vorbeifahren bewunderte und sich nach dem Einkauf noch anschauen musste. Man könnte ja dann, man hätte ja... oder dieser im Verbrauch.. mit Automatik usw... Gelände und Kombi, etc. Das hörte Mr.Green, denn er hatte Ohren wie Großmutters Ohrensessel. Und prompt plante er die Panne. Er sprang nicht mehr an. Egal was der Captain und Frau Comorph auch drückten, öffnete, drehten und bettelten. Des Captains Anverwandter lief geschwind zum Autohaus und kam mit einem netten Techniker zurück, der auch wiederum nur feststellte: Das Auto springt nicht an, da kann man jetzt nicht viel machen. Kurzum, Mr.Green blieb dort stehen, der Captain und Frau Comorph gingen zum Grillen und wurden später nach Hause gefahren.
Dies war nun der Meisterstreich des Mr.Green, denn mit diesem perfiden Schachzug schaffte er es, die Urlaubskasse um einen Großteil zu minimieren! Zumindest bekam Mr.Green einen netten Wellnessurlaub im schönen Harzvorland und erholte sich ein paar Tage von Frau Comorphs wüsten Fahrversuchen.

Schlussakt: Dieses nun, so seid gewiss, ist wohl gesagt, nicht nur geschiss.
So wahr das Wort das hier geschrieben steht, genauso wie die Erd sich dreht.
Und mög ein Narr hier Trug vermuten, so soll hinfort sein Geist sich sputen.
Denn Frau Comporph wie jeder weiß, erzählt euch niemals falschen Scheiß.



Sonntag, 22. Juli 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin – Kinder, Kinder!


Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin – Kinder, Kinder!


Es ist mal wieder an der Zeit darüber zu berichten, was doch diese kleinen, menschenähnlichen Wesen, die Tag ein Tag aus in den Stifteladen kommen, für abenteuerliche Geschichten mit sich bringen.
Gerade jetzt zu Zeiten des nahenden Schulanfangs wird es besonders lustig. Kinder, die ihren ersten Schulranzen bekommen, betreten den Laden mit Augen groß wie Untertassen, laufen staunend von Dino zu Transformers, wollen alle Ranzen am liebsten mit nach Hause nehmen... oder sind absolut unbeeindruckt. Ja, das gibt es auch. Während Luca S. seine Eltern versucht zu überzeugen, dass er auch in 5 Jahren noch immer den heißgeliebten (meist Liebe auf den ersten Blick) Schulranzen mit dem Traktor drauf zur Schule tragen wird, weil der ja sooo toll ist und überhaupt ist da ja auch ein Anhänger dran! Ist Celina K. völlig apathisch. Versteckt sich hinter dem Rücken ihrer Mutter, schaut nur auf den Boden und lässt sich wahllos Ranzen für Ranzen auf den Rücken schnallen um lustlos anzuprobieren, welcher am besten passt. Welcher ihr dann gefällt, lässt sich auch nur herausfinden, wenn die Eltern die ins Ohr geflüsterten Worte übersetzen. Aber selbst nach dem Kauf verhält sich ein solches Kind nicht gerade überschäumend vor Freude. Der Ranzen wandert in eine Tüte und das Kind verlässt den Laden, während die Eltern sich noch für die Geduld der Stiftverkäuferin bedanken. Luca S. wiederum mag den Ranzen zum Kassiervorgang gar nicht erst abnehmen. Da muss die Stiftverkäuferin die Zettel abschneiden, das Zubehör einladen und hoffen, dass der Ranzen bis zum Schulanfang nicht zum Alltagsaccessoire mutiert. Aber sie freut sich über die Eltern, die dann wieder kommen und berichten, dass der Ranzen mit im Bett schlafen muss und schon allen Verwandten und Freunden gezeigt wurde. So muss das eigentlich sein!
Überschäumende Kinder machen Spaß. Wie der kleine Tim, der während der Anprobe aus dem Nichts mitten im Gespräch in die Runde rief: Ich habe Schildkröten! * große Lolli-Augen *
Tja, was soll man dazu sagen. Kinder benötigen in manchen Augenblicken vollste Aufmerksamkeit. Und wenn sie die nicht bekommen, wird sie geschaffen. Egal was herum passiert.
Letztens kam ein kleiner Junge in den Laden, drängelte sich durch 5 Personen die an der Kasse standen durch, kämpfte sich zum Tresen, fixierte Frau G. mit den großen Lolli-Augen und rief: ICH HABE DAS!!! Ein verpacktes Etui hochhaltend, was er irgendwo anders erworben hatte. Auftrag erfüllt! Die Mutter, noch gerade am Eingang schmunzelte nur, denn sie war die Auftraggeberin. Wenn du das Etui nicht in der Tasche tragen willst, dann sag der Tante, dass du das mitgebracht hast. Sonst kommt die Polizei! Oder so ähnlich. Stiftverkäuferinnen wussten jetzt Bescheid. Fertig.
Und damit es nicht zu anderen Verwirrungen kommt, wird die Stiftverkäuferin auch gefragt, ob man das Etui denn auch auspacken darf. Hier im Laden. Unbedingt! Sowas kann spannender sein als ein Ü-Ei.
Verwirrungen gibt es auch manchmal an anderer Stelle. Wenn die Eltern Bekannte treffen, die die Kinder zum ersten Mal sehen. Ja, wer bist du denn?? Fragte der Onkel das kleine Kind mit den langen blonden Locken. Die Henriette? - Nein... * Gesicht versteck * Dann bist du die Barbara? - Nein! *zum Boden schau * Na wie heißt du denn dann? (Frau G. schrie in Gedanken Rumpelstielzchen!) … Maximilian... * hinterm Papa versteck *
Ja, das war für den Onkel ein peinlicher Moment, für die Stiftverkäuferin allerdings wieder ein Grund zum Lachen in den Keller zu verschwinden. Was müsst ihr Eltern auch euren Jungs die Haare lang wachsen lassen und dann asexuell einkleiden? Gelb und Grün... mit braunen Schühchen... Warum nicht die Lederjacke, Sonnenbrille auf den Kopf und ne nette Jeans dazu?
Lustige Accessoires an Kindern können sowieso Spaß machen.
In irgendeinem Masochistenladen gibt es pinkfarbene Zauberstäbe mit Sternchen am Ende, das lustig glitzert und beim Aufprall an diversen Dingen magische Geräusche von sich gibt.
Wenn man nun als Mutter enorme Nerven hat, masochistisch veranlagt ist oder die perfekte Medikamentenmischung entdeckt hat, kann man seinem Kind so etwas schenken. Es wird sich freuen und diesen Zauberstab gerne mit zum Einkaufen nehmen.
Quengelnderweise saß nun dieses Kind auf dem Arm der Mutter und fand es super ihr mit dem Zauberstab auf den Kopf zu hauen. Irgendwas muss man ja machen, wenn die große Schwester im Mittelpunkt steht und einen Füllhalter bekommt. Frau G. bediente zum Glück einen anderen Kunden, wunderte sich aber über die abnorme Geräuschkulisse.
* klonk*
FLUFLUFLUFLUUUUU
* klonk*
FRRRRRRRRPIIUUUUUUUUUU
* klonk*
FUUUAAAUUUAAAUUUAAAAAAAAAAA!!!!!
* klonk*
naja, wir kürzen das hier jetzt mal ab. Frau G. hätte zumindest gerne etwas von den Pillen ab bekommen, die die Mutter geschluckt haben muss, um dieses zu verkraften. Alternativ kann man aber auch so lange die Karten auf den Kartenständern vorm Laden sortieren. Und die arme Kollegin im Zenit des magischen Gewitters bemitleiden. Manch einer lacht hier jetzt. Frau G. nicht. … :D
Schulsachen kaufen mach ja sooo einen Spaß!
Dabei können Kinder aber auch sehr Selbstständig sein. Wie die kleine Pia, die jetzt in die Schule kommt. Nach betreten des Ladens, zuppelte sie ihrer Mutter die Einkaufsliste aus der Hand und kam mit den Worten „ Ich nehm mir ne Verkäuferin“ auf Frau G. zu. Warum auch nicht. Dafür ist sie ja da.
Aktuell musste die gemeine Stiftverkäuferin auch feststellen, dass vor 6 Jahren bei der Namensgebung gern gespart wurde. Waren es im letzten Jahr noch John-Lennard, Sophie-Miriella-Thabea, Hieronimus und Josephine Mercedes, sind es in diesem Jahr eher Pia, Mia, Tim, Luc oder Lea. Wunderlicherweise auch Luna, ein besonders hübscher Name. Kannte Frau G. bisher nur von Sailor Moons Katze und dem Hund einer Bekannten. Aber warum nicht. Frau G.s Kater heißt Paul. Vielleicht nennt sie ihr Kind später einfach auch so.

Jetzt zumindest hat Frau G. erstmal Sommerurlaub, erholt sich vom Stress des Stifteladens und freut sich auf 2 Wochen Kinderfreie Zeit. Also: wegsperren!

Donnerstag, 19. Juli 2012

Der Tag an dem die Stiftverkäuferin auszog um eine Hose zu kaufen


Der Tag an dem die Stiftverkäuferin auszog um eine Hose zu kaufen
Bzw die Tage


Es geschah zu einer Zeit, die ungünstiger nicht sein konnte. Sommeranfang. Frau Comorph's Hose riss entzwei. Ja, Frau Comorph ist in Wirklichkeit die gemeine Stiftverkäuferin, wer hätts gedacht!

Es war ihre Lieblingsjeans *schnüff *, mittelblau, leicht verwaschen, perfekter Sitz und perfekte Länge. Nicht zu modisch und nicht zu langweilig. Einfach ideal für Beruf und Freizeit. Doch eines Tages kommt immer der Augenblick, an dem man feststellen muss, dass die Hose an der ein oder anderen Stelle fadenscheinig wird. Und dieses stellte Frau Comorph schon seit längerem fest und infolge dessen etwas aktueller, eine Lochbildung an dieser fadenscheinigen Stelle.
Groß war die Trauer und groß der Kummer.
Aber was soll man lange trauern, wenn die Auswahl der Jeansverkaufenden Läden in der kleinen Stadt doch so groß ist, dass es Sommerlicherweise doch kein Problem sein sollte eine identische Hose zu finden. Wir erinnern uns, der Auftrag lautete: Kauf eine Hose, eine Jeans, mittelblau, gerades Bein, leicht verwaschen, perfekter Sitz. Sollte nicht so schwer sein, da Frau Comorph schlank, gerade gewachsen und proportional optimal ist.
So war der Plan.

Die Ausführung.
Die gemeine Stiftverkäuferin hat pro Tag 45 Minuten Mittagspausenzeit um eine Hose kaufen zu gehen. Eine Hose zu finden und anzuprobieren sollte viel weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Tag 1: Da Frau Comorph noch einen Restgutschein hatte, versuchte sie ihr Glück zuerst in dem kleinen pinkfarbenen Lädchen. Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte sie dort eine Jeans erworben, die von relativ guter Qualität ist. Und sie erinnerte sich an Unmengen von Jeans, die dort zur Erwerbung ausgestellt waren. Diese Unmengen fand sie auch. Doch bestanden sie meist aus großen Größen. 4 Hosen allerdings hatten die richtige Größe und wurden mit in die Umkleidekabine genommen. Perfekterweise waren sie sogar reduziert und kosteten weniger als die Hälfte!
Hose 1: zu groß. Hm, Größe 36...seltsam.
Hose 2: zu groß und zu lang. Ebenfalls Größe 36
Hose 3: zu klein. Auch eine Größe 36
Hose 4: der Favourit vom Ausehen, Größe 34, aber zu groß.
Verärgert hing sie die Hosen zurück und suchte in der Ecke mit aktueller Mode. Doch dort befanden sich nur Röhrenjeans. Und die wollte Frau Comorph nicht. Hatte sie schon.
Auf dem Rückweg machte sie noch Stopp im großen Warenhaus der Stadt, das nach dem Umbau mit frischem und neuem Design warb. Doch die Modeabteilung war weder frisch noch vom Design für die junge und modische Stiftverkäuferin geeignet. Denn altbacken und Bauchnabelhoch hingen dort Hosen für Frauen jenseits der Menopause. Aber man kann bei der Gelegenheit bei den super teuren BHs schaun, denn sowas wollte man ja auch mal immer anprobieren. Doch, der Tag stand nicht unter guten Sternen, selbst ein BH jenseits des erträglichen Preises war nicht gewillt sich dem Körper der Frau Comorph anzupassen. Vielleicht wäre dies der Zeitpunkt für eine spontane und verkaufswillige Unterwäscheverkäuferin gewesen, aus dem Nichts vor der Umkleidekabine zu erscheinen und sofort den passenden BH aus der Rocktasche zu zaubern. Aber Verkäuferinnen gab es hier nicht, die versteckten sich lieber.
Damit war die Pause auch vorbei.

Tag 2: Heute hatte die gemeine Stiftverkäuferin frei und war mit dem Captain in dessen Heimatstadt unterwegs. Er besuchte seinen Großvater und Frau Comorph nutzte die Zeit um etwas einzukaufen. Geplant waren Lebensmittel, aber die gab es neben dem tollen Laden mit der lauten Musik. Nach dem Eintreten befand sie sich in einem Hosen-Mekka. Hunderte von Farben, Formen und alles reduziert. Naja, fast alles. Es gab Millioooonen, reduzierte Hosen, die man duchgucken konnte! Und Zeit im Überfluss. Also, durchgucken. Und gucken. Und Hosen blättern wie Buchseiten auf der Suche nach der Stelle wo man gestern eingeschlafen ist. Zu groß, zu groß, zu klein, hässlich. Wer trägt bitteschön Schlumperhosen-Jeans? Leider war ein Großteil der Jeans entweder in der falschen Größe oder mal wieder eine Röhrenjeans. Hier lernte Frau Comorph auch den Unterschied zwischen Skinny Jeans und Super-Slim-Skinny und diversen anderen lustigen Bezeichnungen. Draußen ging derweil die Welt unter in einem tosenden Gewittersturm. Doch im Laden war es, bis auf die lästige Musik, ganz angenehm. Mit 5 Hosen begab sie sich in eine Umkleidekabine.
Hose 1: zu groß.
Hose 2-5: ebenfalls, wir kürzen das hier jetzt etwas ab. Seltsamerweise waren die Hosen an den Beinen passend, nur am Bauch standen sie ab. Was muss eine Frau für eine Figur haben um dort hineinzupassen?
Verfrustet stieg sie wieder in die eigenen Hosenbeine und schaute was es noch so gab. Immerhin gab es hier passende BHs. Ja, und dieser befand sich außerordentlich unter dem gewillt zu bezahlenden Betrag. Immerhin ein Erfolg der Woche.
Am anderen Ende des Ladens befanden sich ebenfalls Jeans, doch beim genaueren Hinschauen, waren es genau die gleichen, die sich schon am entgegengesetzten Ende befanden. Seltsame Warenpräsentation.
So freute sich Frau Comorph zumindest über den kleinen Sieg der Unterwäsche.

Tag 3: Da Frau Comorph aufs Mittagessen verzichtete hatte sie nun etwas mehr Zeit und begann ihre Suche im großen schwedischen Modehaus. Doch ein schneller Blick zeigte: hier gibt’s nur Röhrenjeans. Ärgerlich. Farblich wären sie zwar ganz nett, aber eine Röhre wollten wir ja nicht.
Weiter geht’s zum schicken kleinen Lädchen an der Ecke. Dort hingen tatsächlich die perfekten Jeans, aber den Preis war Frau Comorph nicht bereit zu zahlen! Unverschämtheit. Was denken die sich? Weiter in den bunten Laden mit der lauten Musik – den gab es hier auch -, doch hier gab es die gleichen Hosen noch einmal, die sie einen Tag zuvor anprobiert hat.
Langsam kroch die Überlegung durch die staubigen Hirnwindungen: was, wenn es gar keine Hose gibt, so wie die alte war? Was, wenn man nun doch nur eine Röhrenjeans nehmen muss? Eine enge, modische, zu der man nie die passenden Schuhe hat? Aber zumindest hätte man dann eine Hose...
Zurück zum schwedischen Modeladen. Dort hingen viele verschiedene Röhrenjeans. Beim Durchschauen fand sich sogar eine gerade geschnittene, mittelblaue, leicht verwaschene Jeans. Doch nun stand Frau Comorph vor dem nächsten Problem: Verdammt.. welche Größe?? 34, 32, 28, 29?
Also anprobieren. Sie nahm die kleinste Größe mit, eine 29, dazu ein paar gleichgrößige (ja, gleichgrößige!) Röhrenjeans, annehmbarem Designs. Doch, das kannten wir schon: alles zu groß! Was für eine Welt ist das eigentlich?? Die kleinste Hose war eine 26, die war allerdings zu klein. Eine 27 gab es, die passte auch, gefiel aber nicht, war auch 30cm zu lang. Wie traurig. Dann war die Pause auch schon wieder vorbei.
Wieder ein Tag ohne Hose.

Tag 4.
Langsam machte sich Frau Comorph Gedanken, ob sie tatsächlich noch eine Hose finden würde. Oder ob es gänzlich unmöglich sei, zumindest in diesem Sommer.
Viele Möglichkeiten blieben nicht mehr. Das Internet, so groß es auch war, wurde schon früh ausgeschlossen, da einfach die Möglichkeit des Anprobierens nicht gegeben war. Und bei den seltsamen Hosengrößen war es absolut unumgänglich.
2 Geschäfte gab es noch, die man in der Pause aufsuchen konnte. Doch standen die Chancen schlecht. Bei Clemens und August hatte sie selten etwas schönes gefunden. Und dann gab es noch den bunten Teenie Laden. Doch die Zeiten waren eigentlich vorbei.
Aber es gab noch Zeichen und Wunder in dieser seltsamen Welt. Denn als Frau Comorph den grellen Laden mit laut tönender Musik betrat, schien ein Licht vom Himmel und leuchtete auf eine Hose, die einer Offenbarung gleich kam.
Gut, man sollte nicht übertreiben. Sie war mittelblau, leicht verwaschen und günstig. Allerdings war sie doch eine Röhre. Oder Slim-Skinny-Style. Aber sie war günstig und bestand aus so einem zauberhaft weichen Stoff, dass Frau Comorph es bis heute nicht satt ist, über ihre Beine zu streichen und sich an der Weichheit des Jeansstoffes zu erfreuen. Negativerweise sollte hier aber auch die kleine böse Stimme im Hinterkopf erwähnt werden: Jaaa, dann hält sie aber auch nicht lange!
Aber sie war nicht teuer, hatte ein schönes Blau, die perfekte Länge und überhaupt sind Röhrenjeans der letzte Schrei und fetzen total.
So soll uns diese Geschichte einer Frau, die auszog um eine Hose zu kaufen, nahebringen, wie doch die Welt von der Modeindustrie dominiert wird. Sagt noch einmal, ihr werdet nie bunt karierte Schlumperhosen tragen, bis es überall nur noch bunt karierte Schlumperhosen gibt. Dann findet ihr die so genial! Gut, das trifft jetzt nicht auf jede Modesünde zu.
Aber Frau Comorph für ihren Teil hat aus der Mode gelernt. Sie besitzt nun 3 Röhrenjeans und hat nicht ein perfektes Paar Schuhe dazu. Außer den Ballerina. Aber die kann man ja nicht bei Regen tragen.....


Sonntag, 17. Juni 2012

Neues von der Stiftverkäuferin - Männer, Mysterien, Marder



Es geschah in einer Woche, in der eh schon komische Dinge geschahen.
Die Stiftekollegin Frau S. hatte einen Stalker, der jeden Tag um die gleiche Uhrzeit vorm Laden stand um sie anzuschaun. Ein Mann, wie er sonst nur in amerikanischen Trailerparks zu sehen ist, wie er mit einer Schrotflinte auf Bierdosen schießt.
Unheimlich, unangenehm, unnötig! Aber sowas von. Man regte sich auf und notierte jeden Schritt des Stalkers und stalkte damit zurück.

Ein furchtbar kitschiger Glas-Chihuaha entschloss sich zum Selbstmord durch spontane Selbstexplosion. Seit Wochen hing er an der Kasse und stellte seine glitzernde Fürchterlichkeit zur Schau und eines Donnerstag Nachmittages war es dann soweit: * Peng * sein Leben endete und die Stiftverkäuferinnen hatten was zu fegen.
Natürlich wurde der gemeinen Stiftverkäuferin Frau G. die Schuld in die Schuhe geschoben, obwohl sie den Tag garnicht da war, hätte sie den Vorfall per unheiligem Ritual von zu Hause aus verursachen können. Eine andere Erklärung gab es ja schließlich nicht.

Dann schlug die Uhr Samstag. Nicht viel war bis Mittag passiert und 4 Stunden noch trennten die Stiftverkäuferinnen vom Feierabend. Frau G. stand hinterm Kassentresen als ein Marderbaby den Laden betrat (Unwissenderweise wurde es die erste Zeit als Frettchen bezeichnet). Durch die Tür trat es ein und wandte sich dem Kundenstrom anpassend nach rechts Richtung Schulbedarf. Nach einem großen imaginären Fragezeichen und diversen Ausrufezeichen die über Frau G.'s Kopf erschienen startete der Samstagsspaß.
Stellen Sie sich nun zu folgenden beschriebenen Aktionen eine lustige Zirkusmelodie im Hintergrund vor, die alles hübsch bunt untermalt.
„Frettchen??“ „Oh!“ „Huuh?“ „Waaah!“ schallte es durch den Laden. Das Frettchen huschte von einem Regal zum nächsten, genialerweise boten alle eine 2cm hohe drunterhusch-Lücke. So huschte es hin und her und lachte über die tollpatschigen Tanten, die es zu fangen versuchten.
Die Akteure: Frau S. mit einer Tüte Kekse in der Hand, streute hier und da einen Keks aus um das Tierchen anzulocken. Kundin 1 lief mit Papierkorb hinterher. Ihre Söhne jeweils mit Regenschirm und Papierkorb in der Hand. Eine weitere Kundin fand alles sehr amüsant und versuchte trotzdem Servietten zu finden. Stiftechefin lief mit einer Schultüte zwischen den Regalen um es gegebenenfalls einzutüten. Frau G. fing das gescheuchte Frettchen mit bloßen Händen, nur um in den Finger gebissen zu werden. Windenderweise und furchtbaren Gestank verbreitend flüchtete es allerdings wieder.
Eine Horde Clowns die auf Einrädern durch den Laden fahren hätte in diesem Moment nicht kurioser gewirkt.
Letztendlich saß das Marderbaby unter einem Regal fest. Frau G. baute Türme aus Kopierpapier und Schachteln auf um es an der Flucht zu hindern, doch es flüchtete hinter die Regalkonstruktion der Rückwand. Da dieses der einzige Zugang war, konnte es nun nicht mehr ungesehen raus. Aber es fühlte sich dort wohl.
Stiftechefin tat den Vorgang im Internet kund, dadurch wurde eine Lebendfalle vorbeigebracht, die allerdings zu groß für ein Marderbaby war. Ein zufällig im Laden stehender Feuerwehrmann bekam ein Gespräch mit, lag anschließend auf dem Boden unter die Regale spähend, gab Tipps und Infos über das Marderverhalten. Dank ihm und einer anderen Kundin wussten die Stiftverkäuferinnen nun auch, dass Marder keine Kekse mögen, sondern lieber Fleisch fraßen. Der Laden wurde von Kekskrümeln befreit.
Frau S. machte Feierabend, Stiftechefin und Frau G. noch immer ratlos.
Eine Leiter! Man könnte ja mal hinters Regal schaun.
Erinnern Sie sich nun wieder an die Zirkusmelodie!
Frau G. steigt auf die Leiter, stellt fest, dass der Kopf nicht zwischen Holzrückwand und Decke passt. Staub verfängt sich in Wimpern und Frisur. Stiftechefin mit schmalerem Kopf, steigt auf die Leiter und linst in den Hintergrund, findet aber auch keinen Marder. Ist für den außergewöhnlichen Körpereinsatz mit einem schwarzen Staubstreifen im Gesicht belohnt.
Leiter rauf, Leiter runter, Leiter wird hin und her gerückt. Leiter bringt es doch nicht weiter!
Gesicht reinigen, neuer Plan.
Nach Feierabend sollte eine Rattenfalle besorgt werden, die mit Fleischköder gespickt das Tierchen fangen soll. Lebend natürlich, man ist ja kein Unmensch.

Zwischendrin in diesem Chaos geschah auch noch ein Vater mit seinem Sohn, die die gemeine Stiftverkäuferin um Rat baten, wo man denn eine Sängerin herbekommen könne, man sei eine Band aus Hannover und auf der Suche bla und blubb.
Frau G. natürlich hilfsbereit, schickt sie zur Musikschule.
Kurz vor Feierabend ist der werte Herr am Telefon, bedankt sich für den Tipp und bat die gemeine Stiftverkäuferin doch auch um ihre Meinung zu dem Song, zu finden unter folgender, diktierter Youtube Adresse. In 4 Wochen seien sie wieder in der Stadt und wollen dann die Meinung erfragen. Natürlich! Frau G. ist ja immer bereit für weiterführende Musik Beurteilungen.


Dann... war auch endlich Feierabend und die gemeine Stiftverkäuferin konnte sich in ihrem Haus einigeln und über die Begebenheiten der Woche nachdenken.

Fortsetzung folgt.

Freitag, 11. Mai 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Wir warten aufs Gewitter


Es gibt ja solche Tage, da weiß man morgens schon, dass nichts gutes geschehen wird. Wenn der Akku der Zahnbürste leer ist, man unter der Dusche gegen die Mischbatterie stößt und mit eiskaltem Wasser erschreckt wird oder man mal wieder vor dem absolut leeren Kleiderschrank steht und absolut nichts zum Anziehen hat, absolut nichts! Obwohl der Schrank voll ist.
Einen solchen Start in den Tag hatte die gemeine Stiftverkäuferin Frau G. . Natürlich kam sie auch viel zu spät aus dem Haus, da besagte Dinge die Zeit verbrauchten. Aber man muss auch anmerken, dass das Wetter an allem schuld war. Denn wenn man aus dem Fenster guckt und Wolken, Wind und potentiellen Regen sieht, denkt man nicht daran, dass es draußen knappe 20°C sein können, selbst wenn das Thermometer dieses behauptet. Außerdem sagte die nette Radiotante, dass es Regen, Gewitter, Hagel, Sturm und Weltuntergang gäbe!
Eiligerweise stürmte die Stiftverkäuferin also aus der Wohnung, in den Keller, aufs Rad und zur Arbeit. Dort angekommen stellte sie fest, dass das Thermometer doch recht hatte und pellte sich erstmal aus diversen Kleidungsschichten.
Der Tag konnte also beginnen!
Voller Elan räumten die Kolleginnen die Kartenständer aus dem Laden und warteten auf den ersten Kunden. Und warteten. … und warteten...
Zumindest der Postbote kam und brachte Päckchen. Aber der Rest der Bevölkerung saß vermutlich in irgendeinem Bunker und wartete den Sturm ab.
Naja, dachte sich die gemeine Stiftverkäuferin, tun wir halt andere Dinge. Und begann etwas herumzukramen, Listen zu fertigen, Dinge zu bestellen. Und schwupp war der Laden voll. Man muss den Kunden nur ignorieren, dann kommt er! Denn wenn er weiß, man hat keine Zeit für ihn, will er bedient werden.
Die Kunden des Prä-Gewitter-Weltuntergangtages waren eigenartig, aber normal. Sie hinterfragten Dinge und waren nicht Kaufentschlossen. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Nach der Mittagspause.

Ein Junger Mann betrat den Laden, schätzungsweise 17 Jahre alt, in der Blüte seiner Jungend und Schüler. Sah die Stiftverkäuferin an und fragte nach Plakatpapier.
Ich brauch Plakatpapier. (Stiftverkäuferin im Geiste scheltend: das heißt PlakatKARTON!)
Egal. Grün!
Ist das A3?
< Das ist 50x70 cm (Bengel, du malst doch in Kunst auf nem A3 Block,oder??)
Ist das A3??
< Nein. Das ist etwa das doppelte.
Ich brauch A3!
< Dann müssen Sie sich das durchschneiden (herrgottimhimmelkanndassoschwersein)
Kassiert und verabschiedet. Leichtes Kribbeln im Nacken.

Kunde betritt den Laden. Männlich, Mitte 40.
Ich brauche Etiketten für den Briefkasten. Keine Werbung. Ham Sie das?
< Ja, die sind draußen, am Etikettenständer.
Wo?
< Draußen.
Kunde dreht sich verwirrt, und schaut Richtung Tür.
Wo denn?
< draußen, draußen! (und zeigt ihm den Weg aus dem Laden)
Leichtes Kribbeln im Nacken verstärkt sich.
Etwas später: Eine Kundin, blond, gelockt, hübsch, betritt den Laden und sagt:
ich brauche karten für ein konzert von andrea berg in braunschweig ich glaube in der stadthalle oder so haben sie da noch karten ich brauche zwei stück (mehr oder weniger in einem Wort)
< Frau G. guckt verwirrt und sortiert die Worte.
< Nein. Da müssen sie zum Kartenvorverkauf.
Ich dachte immer SIE wären das! (und guckt vorwurfsvoll, warum ich es denn nun nicht sei)
< wir haben auch Karten. Aber das sind andere. (und schwenkt den Arm in einer Geste, die zum Umschauen animieren soll)
Kundin verlässt den Laden.
Nackenkribbeln!
Aber wir können das noch besser! Dachte sich der nächste Kunde.
Das Wetter draußen schlug langsam um auf noch mehr Wolken und noch mehr Sturm, Kastanienblüten betraten den Laden und Frau G. hatte Angst um die Kartenständer. Der Aufmerksame Leser erinnert sich.
Wie gesagt, der nächste Kunde. Männlich, um die 40, scheinbar normal.

Ich hätte gern einen Tintenroller. Schwarz. Der gut schreibt.
< Dieser schreibt gut. Ist aber ein Einwegstift. (Zeigt Stift in schwarz) Für 2,50.
Was heißt das?
< Der ist nicht nachfüllbar.
Haben Sie was nachfüllbares?
< Dieser von Lamy (zeigt neuen Stift) Der ist nachfüllbar.
Ah. (schreibt) Schreibt gut. Was kostet die Patrone?
< Das ist dann eine Mine, die kostet 2,50.
Was hat der andere gekostet?
< 2,50
Ah, genauso viel. Haben sie auch was mit günstigeren Patronen?
< (zeigt neuen Stift für Kinder der mit Patronen nachfüllbar ist)
< Dieser hier, wenn es Sie nicht stört, dass der für Kinder ist.
Nee, der ist eh für meinen Sohn. (Schreibt) Ja, der schreibt gut. Aber der schreibt blau...
< Da können Sie eine schwarze Patrone rein tun.
Können Sie das machen?
< (nimmt anderen Stift, tut schwarze Patrone rein.)
(schreibt jetzt in schwarz) Ja, der ist gut! Den nehm ich
< (Frau G. kassiert. Kunde zufrieden)
… und der ist jetzt auch radierbar, ja?
< (Frau G. stockt, überlegt) Radierbar ist der nicht. Das ist ein ganz anderer.
Ja, ich brauch den radierbaren.
< x.x Warum sagen Sie das denn dann nicht? (gemeine Stiftverkäuferin holt radierbaren Stift)
Ja, genau den. Den hat mein Sohn. Aber da ist die Mine so schnell leer
< Das ist da leider nunmal so, da ist nicht viel drin.
Ah. Kann ich das umtauschen?
< Den Stift schon, aber die Patronen jetzt nicht. Die ist ja schon angefangen.
(Kunde versteht das Problem und tauscht nur den Stift um)
Dann brauch ich dafür aber nur die Mine!
< Die ist gerade ausverkauft...
(Kunde geht)
Gemeine Stiftverkäuferin genervt.

Die letzten Kunden des Tages beschwerten sich glücklicherweise nur noch über das Wetter. Dass es ja so heiß sei. Und so schwül! Und dass es ja mal regnen müsse, denn der Garten ist ja so trocken. Und die Dahlienwurzeln bekommen ja auch in der Tiefe kein Wasser, weil die Erde ja soooo (handmaß) tief trocken ist! Bei dem Winter ja kein Wunder. Hoffentlich regnet es mal.
Die gemeine Stiftverkäuferin dachte sich nur, hoffentlich regnet es, wenn sie zu Hause ist. Denn mit dem Rad ist das kein Spaß. 

 Aber am Ende des Tages hatte sie noch Glück, kam trocken nach Hause und konnte später im Dunkel der Nacht das Gewitter beobachten, wie es herumzog. Hier und da blitzte und grummelte es. Ein Regenguss kühlte die Luft, während sie mit Herrn Kater am Fenster stand und sich wunderte, wie das Wetter doch die Menschen beeinflusst.
Gewitterwetter naht! Foto wurde zwar von der Stiftverkäuferin aufgenommen, allerdings nicht in ihrem Wohngebiet!

Freitag, 6. April 2012

Hamburg – ein Traum wird wahr


Der Traum eines Urlaubes, gemeinsam, die Welt unsicher machen, einfach weg, egal wohin... planten wir seit etwa 10 Jahren.
Und in diesem Frühling, 2012 am 30.März war es nun soweit. Chry und ich fuhren in den Urlaub.

Idealerweise begann ich meinen Trip mehrere Stunden vorher und kam Donnerstags um 17:00 in Hannover an, um dort die Nacht bei Chry zu verbringen. Denn man weiß ja nie, wie weit Hamburg von einem weg ist und wie lange man unterwegs ist. Nach einem gesunden Frühstück mit Tee, Kaffee und Saft begannen wir langsam die Dinge zu sortieren und die Zelte abzubrechen.
Freitag 10:30 Start in Hannover, List.
Da man allerdings noch den Tank füllen musste und die Blase entleeren (McD-Filialen, seid gepriesen) fuhr man noch ein wenig herum, bis man die Stadt verließ.
Erstaunlicherweise zeigte das Navi eine Restzeit von 1,5h an. Soo weit wars anscheinend garnicht.

Da das Hotel uns allerdings eine Ankunftzeit von 15:00 nannte, machten wir einen Abstecher zur örtlichen Freundin, Fräulein Mar. Dort tranken wir eine Schorle, lachten über ihre Tochter und plauschten ein Weilchen, bis wir uns dann wieder auf den Weg machten.
Gegen 13:00 kamen wir dann im Hotel an, die uns jedoch um etwas Geduld baten, denn die Suite war noch nicht fertig. Also ließen wir die Koffer im Auto und machten uns auf den Weg zur S-Bahn.
Hier sei noch unsere Örtliche Unkenntnis erwähnt: wir standen etwa 7 Minuten im Foyer und studierten eine Karte, bis ich die Dame der Rezeption um Hilfe bat, die Bahn zu finden. Es befanden sich weder Hotel noch Bahn auf der Karte, doch bekamen wir eine örtliche zur orientierung. Mutig stampften wir los, 300m weit und standen vor einem Fashion - Outlet! Ballkleider zu Spottpreisen. Mit großen Augen schlichen wir durch die Gänge und bewunderten Stoffe und Schnitte und Preisschilder! Bräuchten wir doch nur... Hätten wir doch nur... aber schön, mal drin gewesen zu sein.
Weiter gings zur Bahn.
Nachdem wir den Fahrkartenautomaten verstanden hatten, kam die Bahn und brachte uns zu den Landungsbrücken.
Dort angekommen war das Staunen groß. Hamburg hatte ja echt was zu bieten! Und dabei haben wir kaum was gesehen! Wir schlenderten hin und her, schauten hier und da und fanden auch ein Cafè in dem wir uns ein spätes Mittagsmahl genehmigten. LatteM und Muffin, Tee und Franzbrötchen. Dann gings weiter in die Speicherstadt wo wir staunenderweise durch die Häuserschluchten liefen. Wir besichtigten ein Gewürzmuseum und fanden das Meßmer Momentum. Tee hätten wir hier trinken sollen, wäre viel exklusiver gewesen. Schließlich liefen wir die Strecke zurück und warfen noch einen Blick in den alten Elbtunnel bevor wir wieder Richtung Hotel fuhren.
Ein Zwischenstopp im Edeka brachte uns Müsliriegel, Wasser, Physalischips und Fisherman's Friend ein. Ein paar Jährchen früher hätte es Wodka, Energy, Chips und Kippen gegeben. Aber wir sind ja jetzt erwachsen ^^.
Einchecken! Große Augen! Großes Staunen. Persönlicher Willkommensbrief auf dem Schreibtisch, persönliche Begrüßung im Flatscreen TV, Badewanne, riesen Doppelbett, begehbarer Kleiderschrank, alles auf 30m².
Wir zogen uns wärmer an (war echt kalt) und machten uns wieder auf den Weg in die Stadt.
Diesmal gings zum Hbf. Kleiner Rundgang in der falschen Richtung, dann Richtung Westen über Jungfernstieg und Mö- Wir suchten ein Restaurant. Gabs dort nicht sooo häufig. Für die schlechte Hungerlaune gabs einen Bubbles Tea! Das ist ja die Offenbarung. Süßer Frucht-Tee mit lustigen Frucht-Bubbles... die eindeutig nicht Bio sind. Aber lecker.
Schlürfend waren wir Zuckermäßig wieder on Top, und suchten weiter.
Gaaanz weit hinten, noch hinterm Apple Store fanden wir ein kleines Italienisches Restaurant und aßen dort endlich zu Abend! War ja schon nach 20:00.
Ich bat die nette Bedienung dann auch uns den Weg zu einer Cocktailbar zu beschreiben, denn wir hatten echt kein bock mehr weiter irgendwas zu suchen!
Cocktailbar gefunden, ohne Probleme. Laut, Musik, endlose Cocktails!
Da wir aber sooo müde waren, machten wir uns bald auf den Heimweg. Zum Glück war die Bar über einer Bahnhaltestelle.
um 23:30 waren wir im Zimmer. Ich suchte vergeblich nach einer Bibel. Sollte es tatsächlich auch Hotelzimmer ohne christlichen Einfluss geben?
Endlos müde und mit wunden Füßen sanken wir in einen erholsamen Schlaf.

Samstag.
*gähn *
Nach langem schlaf krochen wir erst nach halb 10 aus den Federn. Fertigmachen, Müsliriegel und dann wieder ab zur Bahn. Kurzer Stopp im Fashion Outlet, ob nicht doch etws dabei ist...
Die Fahrt ging nach Altona zum Bahnhof. Dort frühstückten wir Brötchen und leckeren Tee im Bahnhofscafè.
Dann gings auf zum Kleidermarkt. Der Weg war weit, kalt und windig. Als wir ankamen waren wir über die kleine Fensterfront verwundert, doch nachdem wir den Laden betreten haben staunten wir nicht schlecht über die Fabrikhallengroßen Ausmaße! Wir stöberten in den letzen 40 Jahren der Modegeschichte und probierten das ein oder andere aus. Verließen dann eine Stunde später mit vollen Tüten den Laden. Nieselregen! Schneeregen! Wuäääh.
Wir fanden einen Bus, der uns zurück zum Bhf brachte. Und die Bahn dort zum Hbf. Da wir inzwischen wussten, in welche Richtung die Shoppingmöglichkeiten lagen, starteten wir einen niegesehenen Shoppingmarathon. Von Karstadt Sport's Dach betrachteten wir die kleinen Menschen, wunderten uns über den Hauseigenen Golfabschlagplatz auf dem Dach und wanderten anschließend über Promod, Vero Moda, Schuhgeschäfte in die Europapassage, dort rauf und runter usw. Fanden lustige kleine Geschäfte und aßen ein Eis, schlenderten an der Alster entlang und waren am Ende des Tages sowas von kaputt! Von neuem begann die Suche nach einem Restaurant. Aber Chry war schlau und fragte ihr Applephone, welches uns den Weg zu einem Sushiladen zeigte. Dort angekommen, freuten wir uns über vorbeifahrende Leckereien, die man sich nur angeln brauchte. Dazu gab es eine Mangolimonade und Cola. Jaa, wieder alkoholfrei!
Auf dem Weg zum Hbf erwarben wir noch einen Bubbles Tea. *flup * sehr lecker!
Nach insgesamt 9 Stunden Shoppen erreichten wir um 19:30 wieder das Hotel und lagen auf dem Bett. Und lagen. Und lagen... und wollten eigentlich nochmal los. 2h später hatten wir erneut die Kraft zur S-Bahn zu laufen und zur Reeperbahn zu fahren. Gehört ja schließlich auch zu den must-see-things in HH. In der Haltestelle hingen Schilder, die diverse Waffen verbieten mitzuführen. Pistolen, Messer, Schlagstöcke und Plastikflaschen. Letztere aber nur an Wochenenden. Ich hatte nur 2 Dosen Sekt in der Tasche. Die waren als Wurfgeschosse ungeeignet und zählten nicht zu den verbotenen Waffen. Was Pistolen anging, entdeckten wir später den passenden Laden, der davon diverse Modelle zur Auswahl im Schaufenster hatte. Wie sollte man die denn dann nach Hause kriegen, wenn nicht mit der Bahn?? Naja. Prostituierte gab es dort auch, jeweils im Abstand von 2m. Wir bewunderten den Beatles Platz und das Beatles Museum leider nur von außen. Schlenderten über die große Freiheit und tranken in der Bar-Ock einen Tequila Sunrise. Weiter gings dann ins O'Brian's, einem dem Aussehen nach irischen Pub. Doch irisch war er nur dem Aussehen und dem Namen nach. Drinnen lief aktuelle Popmusik, tanzten lustige Leute und hatten Spaß. Wir auch. Man kann überall lästern.
Zu früh für den Abend und erst recht für die Reeperbahn verließen wir den Ort und fuhren ins Hotel. Mit schlafwandlerischer Sicherheit fanden wir den Weg inzwischen im Halbschlaf. Das nächste Mal, nahmen wir uns vor: Entweder Shoppen, oder Feiern!

Sonntag.
Schon kurz nach 8 war die Nacht vorbei. Wir packten unsere Siebensachen, horteten unsere Einkaufstüten und machten uns schick für unser Luxus Frühstück!
Denn wenn ein Frühstücksbuffet in einem Hotel pro Person 18,- kosten soll, musste es ja auch Luxus pur sein. Der anzugtragende indische Kellner wies uns den Tisch, der schon eingedeckt war. Ich befand mich im Tee-Himmel, während für Chry eine Kanne Kaffee serviert wurde. Dann schlemmten wir mini Croissants, mini Brötchen, mit diversen Lachs, Käse und Marmellade-Sorten. Rührei, gekochte Eier und Omelettes. Man hätte sogar Weißwürste wählen können. Aber wir waren nicht so südländisch. Es gab Obstsalat aus aussergewöhnlichen Früchten, diverse Fruchtquarks und Müslisorten. Ein Glas Champagner hätte uns nur 5,50 extra gekostet! Wir verzichteten und wählten stattdessen aus dem Angebot der frischgepressten Säfte. Yummy!!
Viel zu früh waren wir viel zu satt.
Und ebenfalls viel zu früh verließen wir das schicke Hotel und saßen wieder im Auto Richtung Heimat!
Der Trip war super, das Wetter eine Woche zu früh sonnig und die Pläne: das machen wir mal wieder!

Montag, 20. Februar 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Hatschi!

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin
Hatschi!

Jahrzehnte ist es her, dass meine Mutter mir beibrachte: Kind, wenn du niesen musst, halt dir die Hand vor den Mund. Ebenso beim Husten. Warum? Selbst das wurde mir erzählt: wenn du Niest, fliegen hunderte von fiesen Krankheitsbazillen durch die Luft und stecken alle Leute an. Und es ist unhygienisch.

Heutzutage interessiert das scheinbar niemanden. Im Stifteladen wird während der Wintermonate gehustet, geniest und geröchelt was das Zeug hält. Vermutlich eine neue Art der Erziehung oder eine ignorante Art gegenüber Mitmenschen, oder ein fehlen der eigenen Erziehung ist unser heutiges Thema hier.
Fall 1: Frau G. die gemeine Stiftverkäuferin hat munter dekoriert, kleine niedliche und glänzende Autos mit Schraubenziehern, Mororräder mit Uhr, LKWs mit Notizzetteln und diverse Schlüsselanhänger hergerichtet damit des den potentiellen Kunden zum Kauf anregt. Alles blitzt und blinkt und läd zum Anschauen ein. Auch zum Anfassen, darum hält die gemeine Stiftverkäuferin jedes Mal ein Auge auf kleine Kinder, die nur „Auto“ sehen und nicht „teures Auto mit Schraubenzieher für Erwachsene“. So stand sie auch neben dem kleinen Paul, als er mit den Autos spielen wollte. Seine Mutter stand im hinteren Teil des Ladens und lies sich beraten, hatte also in dem Moment kein Auge für ihren Sohn. Paul, gerade 2 geworden, hatte klebrige Hände, eine laufende Nase und kein Interesse für die ermahnenden Worte der gemeinen Stiftverkäuferin.
„Das ist nicht zum Spielen“ , „Nein, lass das mal lieber...“ und dann: „HATSCHII!“ Und „HATTTSCHHHI!!“
Dinge flogen auf die neue glänzende Ware und benässten alles. Freudige Bazillen stiegen in LKWs ein und fuhren auf Motorraduhren um die Wette. „Üäääh!“ dachte sich Frau G. Warf der Mutter einen bösen Blick zu, denn diese hatte es doch tatsächlich am Rande mitbekommen und rief ihren Paul zum Naseputzen. Und was ist mit den Schlüsselanhängern? Rotztriefenden Briefklammernspendern? Die musste Frau G. reinigen.
Und schwor sich, ihre Kinder zu erziehen!

Einen anderen Tag stellte die gemeine Stiftverkäuferin fest, dass nicht nur 2jährige Kinder das Frei-Niesen beherrschen. Selbst 5jährige konnten Erziehungslos zu Warenbefeuchtern mutieren. Denn der kleine Jason bewunderte einige Porzellan Artikel, als ihn der Niesreiz überkam. Bäm! Warum drehen sich Kinder dann nicht weg? Warum wird geniest wo man steht und guckt? Und warum hat auch seine Mutter nicht ein Wort gesagt?

Doch am Schlimmsten war der kleine Jannes. Jannes bekam einen Ranzen, denn er wurde bald eingeschult. Frau G. hockte sich vor ihn um den Ranzen einzustellen, Träger zu richten und Sitz zu überprüfen, als sie von einer weiteren Kundin angesprochen wurde und die Katastropfe nicht nahen sah. Ja, Katastropfe!
Denn ehe sie sich versah, nieste der kleine Jannes ihr ins Gesicht. Des Jannes Mutter saß daneben, doch auch hier wartete man vergebens auf eine erzieherische Reaktion. Die gemeine Stiftverkäuferin wiederum war so verdattert und verekelt dass sie kein Wort des Scheltens herausbekam und sich nur angewidert den Schleim von der Backe wischte.
In der darauf folgenden Nacht, während Frau G. ruhte, begannen des Jannes Mikroben munter in ihr zu toben. Daraus entstand eine Erkältung wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. 3 Tage Halsweh, 5 Tage Schnupfen und 3 Tage Husten! Und Gedanken der Rache die hier aus jugendschutzgründen nicht genannt werden. Und unbeantwortete Fragen der Respektlosigkeit gegenüber fremden Menschen. Und mögliche, bessere Gegenreaktionen, wie Zurückspucken, Ohrfeigen, Elternbezetern... doch im Grunde tat sie nichts. Denn es ist nicht ihr Kampf der hier gefochten wird. Es ist der Kampf der allgemeinen Vernachlässigung der Erziehung der Kinder. Und Gedanken des Weltunterganges kreisen durch den Geist, hervorgerufen durch die Idee einer Armee von pöbelnder Idioten, verschnupft, sich gegenseitig ansteckend, autoritätslos in der Zukunft der Menschheit herum vegetierend. Was soll nur aus uns werden...?