Mittwoch, 26. Oktober 2011

Warum?




Warum gibt es das super teure Katzenfutter von Royal Canin nur beim Tierarzt? Vertrieben in normalen Shops wäre das für mich gerad echt praktischer. Wieviele Wäscheständer besitzt der Durchschnittsdeutsche? Ich fragte mich das heut, als ich den riesen Wäscheberg in die Waschmaschine wuchtete und darüber nachdachte, dass ja garnicht alles auf einen Wäscheständer passt. Ob es für Leute, die nur einen Wäscheständer haben, dafür größere gibt? Zumindest käme ich nicht mit einem aus, kenne allerdings jetzt spontan auch niemanden, der wirklich zwei von der Sorte besitzt. Wie waschen andere Leute ihre Wäsche, wenn sie nur einen Tag in der Woche dafür Zeit haben? Ist es sinnvoll, beim Bettenbeziehen die Matratze mit dem Staubsauger abzusaugen? Werden auf diese Art viele von den garstigen Bettwanzen und Milben verschwinden? Saugen auch anderen Leute ihre Betten ab? Zumindest hat noch niemand davon erzählt. Ich dachte mir jedenfalls, dass es sinnvoll wäre. Jedenfalls hat es nichts geschadet dieses zu tun und bei der Gelegenheit konnte ich auch noch die Matratze mal um 180° zu drehen. Habe zwar auch noch nicht gehört, dass man sowas macht, aber ich mach das jetzt mal. Warum gibt es in Supermärkten nicht Wochen-Komplett-Pakete, in denen sich für 5 Tage das Abendessen befindet? Man könnte es für Gesundlebende, Ungesundlebende oder Vegetarier abpacken. Wöchentlich wechselnde Pakete zu unterschiedlichen Preisen. Einmal billig und einmal etwas teurer. Spinat und Spiegelei, Spagetti Bolognaise, Schnitzel mit Pilzen, Broccolicremesuppe und Lasagne. Scheinbar schleicht man ständig durch die Gänge in der Hoffnung was zu Essen zu finden. Es könnte sich ja mal jemand anders darum Gedanken machen. Ich frage mich auch, warum zwei Strumpfhosen wärmer halten als eine Jeanshose. Oder warum man sich mit Haarfarbe nicht auch die Augenbrauen färben soll. Und wie die Leute im Fernsehen mit ihrer Frisur den ganzen Tag rumlaufen können und gut aussehen, ohne dass sie irgendwann zum Wuschel werden. Es ist ziemlich unrealistisch im realen Leben ständig einen Stylisten neben sich zu haben. Warum merkt das keiner? Ausserdem ist Lüften im Winter scheiße. Warum entwickelt nicht mal jemand ein Warmluft-Wechselgerät, das Gerüche und Feuchtigkeit aus Küche etc absaugt und warme Luft wieder zurückbläst? Warum krabbeln eigentlich lauter Wanzen auf dem Balkon rum? Und warum hab ich die leere Keksschachtel wieder in den Schrank gestellt? Und wieso zum Geier ist mir heute so langweilig???

Sonntag, 9. Oktober 2011

Sinnlose Floskeln und warum ich sie boykottiere

Jeden Tag begegnen sie einem aufs neue. Sinnlose Floskeln, die einem mit auf den Weg gegeben werden, in der Hoffnung einem den Tag zu versüßen. Oder weswegen auch immer. Schließlich kann es fremden Leuten, die einen für 7,3min in ein Gespräch über den Weg zum Marktplatz verwickeln scheiß egal sein, ob ich jetzt einen schönen Tag noch habe.
Einen schönen Tag noch. Wünsche ich auch Leuten, aber nur weil sie es erwarten. Wünsche ich nicht, dass Herr Kruppmüller sich noch einen schönen Nachmittag in dieser tollen Stadt macht und dabei viel Spaß hat, dann denkt er: unfreundliches Pack! Oder, er bekommt ein schlechtes Gewissen, weil er mir mit der Frage nach dem Weg auf den Keks gegangen ist. Ist er aber nicht, bin ja immer hilfsbereit, darum: schönen Tag noch und viel Spaß!
Logischerweise würde ich nun jedoch dafür verlangen, am Ende des Tages zu erfahren, ob denn Herr Kruppmüller tatsächlich einen schönen Tag und Spaß hatte. Oder ob mein Wunsch nicht in Erfüllung gegangen ist. Bzw ob mein Wunsch überhaupt ausschlaggebend für den weiteren Tagesverlauf des Herren Kruppmüller gewesen ist. Hatte er einen schönen Tag, würde er mir dafür Danken wollen, wenn er abends im Bett liegt und an mich und meinen Wunsch denkt? Hätte ich ihm wohl meine Telefonnummer geben müssen. Aber so intim möchte man mit Fremden Touristen nicht werden. Wenn dies alles wiederum nicht der Fall wäre, wäre es Verschwendung gewesen, diesen Wunsch zu äußern. Aber da wir den Herrn Kruppmüller nicht kennen, wissen wir nicht, ob er sich über meinen Wunsch gefreut hat, oder sich darüber geärgert hat, weil er ihn sarkastisch fand, da ihm 2h später die Brieftasche geklaut wurde, oder er ihn überhaupt nicht wahrgenommen hat, weil er mit den Gedanken auf dem Weg zum Marktplatz war. So spaltet sich der Wunsch in drei Unbekannte auf, die leider nicht lösbar sind.
Mein persönlicher Lieblingswunsch ist: Gesundheit!
Gesundheit! Höre ich im Sommer geschätzte 75 000 mal. Denn ich leide wie so viele andere Menschen auch, unter Heuschnupfen. Für den Normal-Nieser, der wegen einer Erkältungskrankheit am Niesen ist, und sich fühlt, als ob er nach 2 Flaschen Wodka hinterm Bahnhofsklo gepennt hat, ist klar, er nimmt diesen Wunsch gerne an. Zeigt es ihm doch, dass die Welt noch Mitleid hat mit kranken, armen Menschen, die Schnupfen haben. Gesundheit, Schnupfenmensch! - und steck mich bloß nicht an!!
Aaber! Da ich mich nicht in dieser Position befinde und man mir auch den Schnupfen nicht ansieht, da ich keine rote Nase und verquollene Augen habe, Schal und Taschentücher bei mir trage und eine Stimme wie Janis Joplin besitze, sollte den Menschen klar sein: die hat nichn Schnupfen! Doch, scheißegal, Gesundheit! Ja, liebe Wünscher, für mich ist dieses eine Beleidigung. Denn ich werde nicht Gesund, egal wie oft ihr mir das wünscht. Auch nicht 75 000 mal jeden Sommer. Denn es ist wissenschaftlich noch nicht möglich einen Allergiker wie mich davon zu heilen. Also vielen Dank auch. Ich wünsch euch auch nicht mehr Verstand und Menschenkenntnis.
Lustige Mitmenschen steigern sich ja auch noch. Wenn man als Allergiker öfters als einmal niest, werden sie ganz lustig. Gesundheit! Schönheit! Ewige Jugend! Geld und Macht! Etc. Da sind des menschlichen Geistes keine Grenzen gesetzt. Natürlich kann ich mich daneben setzten und mit hoffen, dass ich meinen Heuschnupfen loswerde, Reich und Berühmt werde und mir davon vielleicht auch meine Ruhe auf einer einsamen, graslosen Insel kaufen kann. Aber wir werden
utopisch. Für meinen Teil sage ich dem engeren Umfeld monatlich aufs Neue: wünscht mir nicht Gesundheit, solange ihr mir den Wunsch nicht erfüllen könnt.
Guten Appetit. Lief mir gestern wieder über den Weg. Nett gemeint, aber wundert euch nicht, wenn ich diesen Wunsch nicht ebenfalls ausspreche. Denn wie vorherige auch, ist er für mich bedeutungslos und irrelevant. Angenommen, ich verspeise mittags ein nettes Sushimenü, frisch, lecker, mit knackiger Gurke und Avokado, aromatischem Lachs und würziger Sojasoße und ihr wünscht mir guten Appetit. Hm. Sehr ihr nicht, dass ich den schon habe? Würde ich mir hungerlos Sushi kaufen? Oder wollt ihr mir mein Essen streitig machen? Prinzipiell genau, als würde man einem Piloten zum 20jährigen Dienstjubiläum einen guten Flug wünschen. Macht man? Nu denn.. wie gesagt, hier geht’s ja um sinnfreie Floskeln.
Angenommen nun, ich esse ein trockenes Toast mit Käse, der eine Woche alt ist, weil ich keine Zeit zum Einkaufen hatte, habe auch keinen richtigen Hunger, weil ich nur esse, damit ich es nicht wegwerfen muss. Guten Appetit. Davon wird mein Essen jetzt auch nicht besser. Ich werde weder hungriger, mein Toast noch frischer und der Käse verliert auch nicht seinen Schimmel vor neugewonnener, existenzieller Anerkennung. Also. Wieder haben wir Zeit mit sinnlosen Wünschen vergeudet. Wundert euch also nicht, wenn ich euch nicht einen guten Appetit wünsche, ich halte es einfach für überflüssig.
Die Aufgabe des Tages, liebe Leser, besteht für euch nun mal darauf zu achten, was einem tagtäglich für sinnlose Floskeln und belanglose Wünsche begegnen.
Guten Morgen, guten Tag, viel Glück, viel Erfolg, gute Fahrt, viel Spaß, guten Rutsch und gute Nacht. Klar hat ein Herr Knigge diese Worte damals für einen Inbegriff des guten Benehmens gehalten, aber im Grunde könne wir uns damit viel Zeit und Atem sparen.
Nehmt es mir also nicht übel, wenn ich sie nicht benutze.
Tschüss!