Eines Montags, es war kalt und Winter,
musste der Captain zum Friseur. Also verband man den Weg in die Kälte
mit einem Ausflug in die örtlichen Mode Basare. In den meisten
Geschäften bekam man nämlich genau das: Tünnef und Tand für teure
Taler. Nur ohne spaßiges Handeln.
Aber das es auch anders geht (hier,
kurz eingeworfen: Ja, man schreibt „anders“ tatsächlich ohne t
am Ende. Auch wenn viele Leute im www gerne „anderst“ schreiben,
weiß der Geier warum, ist es tatsächlich falsch. Nebenbei Erlerntes
- immer wieder gern!)
.. jedenfalls, geht es auch anders.
Der Captain hatte einen neuen Plan. Es
war die Idee, eine schwarze Hose zu kaufen, zu der man einen
Wollmantel tragen konnte. Denn, siehe da: er hatte keine Alltagshose
in schwarz. Und dieses wollte man hier ändern. Man betrat also ein
modisches Kleidungsgeschäft für Herren.
Düstere Atmosphäre mit lauter Musik
erklang und auf rostigen Fässern wurden T-Shirts präsentiert. Der
Boden und die Wände waren schwarz und behangen mit werbezeigenden
Flatscreens.
Man quetschte sich durch die
ausladenden Kleiderständer und fand: ein schwarzes Hemd mit
außergewöhnlich gutem Schnitt.
*wusch * wie der Dschinn aus der
Flasche materialisierte sich plötzlich der nette Hosenverkäufer
hinter dem Captain und pries seine Ware an.
„Hi! Welche Größe brauchst du
denn?“ und er zog sofort das gewünschte Hemd aus dem Stapel.
Anschließend beschrieb er Material, verdeckte Knöpfe und schlanken
Schnitt.
„Probier es mal an, ob es passt!“
und er wies auf eine Umkleidekabine.
„Ich bräuchte noch eine Hose,
schwarz, schlicht. Habt ihr da was?“ war des Captain's Frage.
„Jaa, natürlich.“
Wir huschten hinter dem hübschen
jungen Mann her und er präsentierte: Eine Hose! Jawohl, genau so wie
der Captain sie haben wollte. Nunja, fast.
„Diese Hose ist zwar nicht ganz
schwarz, aber sie hat einen gewachsten Faden, weswegen sie sich
nicht, bzw langsamer auswäscht, wie man das zum Beispiel bei
normalen schwarzen Jeans hat, die nach einigen Wäschen doch eher
grau aussehen, aber sie hat keine Bleichung und nur diese modischen
Knittern am oberen Teil, weswegen sie trotzdem super aussieht und was
brauchst du für eine Größe, bestimmt eine 32 und 32er Länge?“
Der Captain ein wenig verwirrt, stimmte
dem zu und fragte noch nach einer richtig schwarzen Jeans.
„Ja, hier hab ich auch eine ganz
schwarze Hose, allerdings ein lässigerer Worker-Schnitt, die ist
dann natürlich nicht zum Hemd zu tragen, aber so vielleicht ganz
toll zum Kapuzenpulli für die Freizeit eben, die hab ich aber *wühl
* nicht mehr in deiner Länge da, nur in einer 30er Länge, aber
probier sie trotzdem einmal an, vielleicht passt sie ja!“
Der Captain nahm sie an sich und man
ging zu den Umkleidekabinen.
Frau Comorph hielt die Hosen und der
Captain schlüpfte ins Hemd.
*wusch * Der Hosenverkäufer kam
angelaufen.
„Und, haste schon an, passt es denn?
Was hat er denn angezogen?“ fragte er Frau Comorph.
„ähm...das Hemd..“
Der Captain zog den Vorhang auf und
präsentierte: Das Hemd! Sofort zuckelte der Hosenverkäufer an den
Ärmeln, zupfte hier und da und sagte: „Ja, das passt doch perfekt,
was meinst du?“
Der Captain stimmte zu, Frau Comorph
auch und reichte dem Captain die nicht so ganz schwarze Jeans.
Der Captain zog sich um.
„Und, kommt ihr auch aus dieser
idyllischen Kleinstadt?“
„... Ja.“
„Hat ja schon wieder geschneit, da
braucht man morgens immer noch ne halbe Stunde länger um das Auto
frei zu kratzen.“
„.. ja, das stimmt.“
Und dank dieses netten Smalltalks
verging die Hosenumziehzeit wie im Fluge und der Captain führte uns
seine Hose vor. Jedoch zu groß.
*wusch * der Hosenverkäufer rannte
fort und erschien sofort wieder mit der passenden Hose auf dem Arm.
„Probier mal die, die ist eine Nummer
kleiner, passt dann bestimmt besser!“
Gesagt getan, und sie passte
tatsächlich besser. Doch der Captain, der weite Hosen gewöhnt war,
war zweifelnd, ob denn die etwas engeren Beine, seinen Beinen
trotzdem schmeicheln würden. Frau Comorph fand die Hose toll.
Hose Nr.2, die Worker-Look-Hose passte
allerdings nicht, sie sah echt seltsam aus. Aber der Nette
Hosenverkäufer wusste auch hier Rat:
„Ich hab da noch einen dunkelblaue
Jeans, die ist fast schwarz, die sieht super aus, vielleicht
probierst du die ja mal.“
Und er holte die Jeans schneller als
ein Hund nach seinem Stöckchen jagte.
Diese Hose passte auch gut, gefiel der
Frau Comorph allerdings nicht so gut, doch der Captain war von der
Hose überzeugt. Die passt, die ist gut, die wird mitgenommen.
„Ich hab da sogar noch ein paar
passende Stiefel zu, die sind gerade im Angebot. Echt Leder, schwarz,
moderner Schnitt und die kannst du sogar über den Hosenbeinen
tragen. Welche Größe hast du denn?“
Und er holte die Stiefel, jedoch waren
sie in der Größe des Captains ausverkauft. Er probierte die größere
Größe, man wollte ja nett sein, aber sie passten wirklich nicht.
Der Captain zog den Vorhang zu und zog
sich wieder seine Klamotten an.
„Zu der blauen Jeans musst du
unbedingt einen Gürtel tragen. Hast du einen passenden, sonst schau
ich mal, wir haben hier auch einige die dazu passen würden...“
„Der Captain hat ganz viele Gürtel.“
sprach Frau Comorph.
Der Hosenverkäufer lief weg.
Der Hosenverkäufer kam wieder.
„Brauchst du Socken? Wir haben gerade
ein Angebot. 1 Paar für 7 Euro und 5 Paar für 20 Euro! Oder
Unterwäsche?“
Er lief weg und kam mit einer
Boxershorts wieder.
„Eine für 15 Euro und 2 für 29
Euro. Die sind total toll! Sieht doch gut aus, oder?“ und er hielt
die Shorts Frau Comorph unter die Nase.
Hier nun musste die Frau Comorph ein
Ende sprechen, denn sie musste aufs Klo und hatte keine Lust mehr
noch länger vor der Umkleidekabine zu verweilen.
„Lieber Hosenverkäufer, vielen Dank,
wir haben kein Interesse an weiteren Artikeln. Aber es gibt ein
Sternchen für versuchte Zusatzverkäufe!“
Der Hosenverkäufer stockte.
„Ah. Kommst du aus dem Handel?“
„Ja.“
„Ah. Wo bist du denn?“
„Stifteladen“
„Ah.“
Und dann erklärt er das Prinzip des
Verkaufens im modischen Herrenladen, während man zu dritt zur Kasse
ging und der Captain einen Schrecken bekam, hatte er doch so viel
Geld ausgegeben. Ohne es zu merken. Ja, der Hosenverkäufer war ein
guter Verkäufer.
Und erst zu Hause sprach der Captain
dann den Satz aus, den ein wahrer Verkäufer gerne hört: Jetzt hab
ich so viel gekauft und brauch eigentlich was ganz anderes!
Ja, in diesem Laden hat die gemeine
Stiftverkäuferin einen Artgenossen gefunden. Doch mögen tut sie ihn
nicht. Denn der Captain klagt noch immer über die Hosen, die er
kaufte, ohne dass er sie brauchte. Und eigentlich etwas ganz anderes
haben wollte... und das jeden Tag. Mehrmals.