Donnerstag, 1. November 2012

Nach dem Urlaub... ach, ihr wisst schon.



Eine wundervolle Urlaubswoche ging vorbei. Frau Comorph und der Captain waren in Hamburg unterwegs und haben dort diverses Sightseeing betrieben. Sie liefen fröhlich und Geldausgebend durch die große Stadt und bewunderten Museen, Gebäude und Stifteabteilungen in Kaufhäusern – Jaa, manchmal vergisst man doch Dinge, die man unbedingt braucht und muss fremdkaufen gehen. Der Captain lachte über die Unanwesenheit der örtlichen Verkäuferinnen und bemerkte:
„Wenn dir langweilig ist, kannst du dich ja einen Tag lang hier hinstellen und Kunden bedienen – die wundern sich nachher, über den abrupten Umsatzanstieg!“
Doch leider ging auch diese hübsche Zeit vorbei.

Montagmorgen. Manchmal gibt es kein schlimmeres Schimpfwort oder Adjektiv um etwas ungeliebtes darzustellen.
Frau Comorph, geistig wieder auf Stiftverkäuferin gepolt und wichtige Dinge im Kopf, wuselte sich zu Hause zurecht und irgendwas musste in diesem Moment die Wirklichkeitslinie der ultimativen Erdanziehungsstrahlungen geändert haben.
Frau Comorphs Handy fiel auf den Boden. Von da an wies es einen merkwürdigen Fehler auf, denn es speicherte SMS und Fotos hinter den alten Dateien, statt wie gehabt, davor. Nunja.
Im Stifteladen ging es in der Art weiter, wechselte sich aber mit Telefonaten und Kunden ab. In etwa so:
Telefon klingelt – Gemeine Stiftverkäuferin telefoniert, schreibt Auftrag.
Kunde kommt in den Laden, benötigt Dinge.
Telefon klingelt – Kunde hat sich verwählt.
Stiftverkäuferin lässt eine Tüte fallen.
Kunde kommt in den Laden – erwirbt Dinge.
Stiftverkäuferin lässt einen Briefumschlag fallen. Einen weiteren und eine passende Karte dazu, ebenfalls ein falsch einsortiertes Einlegeblatt. Einer der Umschläge trifft sie empfindlich mit der Ecke im Gesicht.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle erneut an, fragt Kundenwunsch an.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an und teilt Kundenwünsche mit.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an und reklamiert Artikel – beide Gesprächsteilnehmer beraten sich über Standleitung.
Stiftverkäuferin lässt Geld fallen.
Diverse Kunden und diverse Telefonate.
Glücklicherweise waren alle Kunden an diesem gräusligen Montag kooperationsbereit und mißmutfrei.
Endlich endete der endlos elende erste Arbeitstag und Frau Comorph durfte nach Hause.
Doch das Schicksal folgte auf dem Fuße als sie sich eine Wärmflasche wärmenden Wassers gefüllt auf den Bauch legte um abzuschalten. Denn als sie aufsprang um in die Küche zu springen, die Wärmflasche hinabsprang und kaputtsprang, sprang ihr die Geduld und sie beschloss lieber ins Bett zu gehen um diesen Tag zu vergessen!

Doch dann kam der Dienstag.
Als die freundlich verpennte Frau Comorph das Frühstück vorbereitete, fiel ihr das Glas fruchtige Marmelade aus der Hand. Ein finsteres Deja-vu breitete sich aus.
Aber dafür war heute keine Zeit. Die Stiftekollegin hatte Geburtstag gehabt und daher wollte Frau Comorph ein paar Minuten früher da sein.
Hier jedoch schaltete sich das nächste morgendliche, mysteriöse Paradoxon ein: Die gemeine Stiftverkäuferin schafft es NIE ein paar Minuten früher das Haus zu verlassen. Jedes mal wenn sie pünktlich dran ist, passiert irgendetwas. Etwas! Etwas womit man nicht rechnet.
Nennen wir es (hier erklingt jetzt ein düsterer Gong) „Das 8:45 Syndrom“.
An diesem Morgen jedenfalls stand Frau Comorph fertig winterlich eingekleidet im Flur und schulterte die Schultertasche, wünschte dem Captain einen schönen Tag und befand sich plötzlich in einem Gespräch über das Öffnen eines PCs. Wo sich das Werkzeug befände, wo genau und wieso sie davon nichts wüsste. Wieso man dort in den Eingeweiden nichts berühren sollte und wie man sich denn erden soll, wieso man sich auflädt und wer von wem keinen Elektroschlag kriegen sollte.
Verwirrt und verunsichert verließ sie den Captain.
Doch aus dem Hausflurfenster sah sie die gelben Säcke auf der Straße liegen, der in der Küche befindliche war voll und damit fing eine wilde Jagd an. Ja, solch Dinge passieren während des 8:45 Syndroms!
Frau Comorph lief zurück in die Küche und schnappte den gelben Sack. Doch als sie zurück zur Wohnungstür eilte, stockte sie, Aug in Aug mit dem Katertier, der sich im Hausflur befand.
„Husch, zurück!“ Rief sie und „Captain, zu Hilf!“ (doch der hörte nicht) (Der Kater aber auch nicht)
Der Kater rannte die erste Treppe hinunter und blickte herausfordernd die hinterhereilende Frau Comorph an. Er hielt seinen Vorsprung und xlief Treppe Nummer zwei hinab, blickte zurück und wartete was geschähe. Frau Comorph eilte schimpfend hinterher. Kater lief Treppe Nummer drei hinab und wartete brav. Frau Comorph eilte, finstere Flüche fluchend hinterher. Kater lief die vierte Treppe hinab und schnüffelte interessiert an des Nachbarn Fußmatte. Frau Finstercomorph befahl ihm stehen zu bleiben. Kater rannte die fünfte Treppe hinab und wartete, den Schalk im Nacken, was wohl jetzt passieren würde. Frau Comorph rannte hinterher. Kater lief die sechste Treppe hinab und begutachtete eine Topfpflanze. Als er jedoch der dort liegenden Fußmatte etwas zu viel Aufmerksamkeit schenkte, konnte Frau Comorph ihn packen und zeternd die Treppe hinaufbringen. Damit waren dann die überflüssigen Minuten vorbei und sie eilte, ein Zuspätkommen befürchtend zum Stifteladen.
Weitere Möglichkeiten für das 8:45 Syndrom wären übrigens:
- Treffen von freundlichen Nachbarn
- vergessen des Mülls
- Treffen von ehemaligen, garstigen Nachbarn
- Treffen von Kunden aus dem Stifteladen
- Vergessen des Schirms und Feststellen, dass es regnet und man zu Fuß gehen muss.

Und hier noch eine Liste der Dinge, die die gemeine Stiftverkäufern an diesem diabolischen Dienstag fallen lies:
- einen Taschenrechner
- eine Packung Briefumschläge
- ein Geodreieck
- einen Millimeterblock
- Briefpapier
Demnächst beschäftigen wir uns dann mit den Zusammenhängen dieser ungewünscht den Boden berührenden Dinge und warum sie gerade in dieser absonderlich sonderbaren Konstellation auftraten, nicht zerbrachen oder defekteten. Ausgenommen Frau Comorphs Handy, dafür aber der etwaigen Fehlerbehebung und was das alles mit den Erdanziehungsstrahlungen zu tun hat!
In diesem Sinne: Fröhlichen Mittwoch!