Samstag, 28. Juli 2012

Die gemeine Stiftverkäuferin macht Urlaub



Autoplagen.

Urlaub, Sonne, Meer und Strand (zumindest im Buch), was könnte es schöneres geben?

Frau Comorph und der Captain haben gemeinsam Urlaub, Zeit für ihr Auto Mr.Green, sich ganz gemeine Dinge zu überlegen. Was könnte man also alles tun, um den beiden die Zeit so unangenehm wie nur möglich zu machen.

Erster Akt: Hitze. Ja, draußen ist es schrecklich heiß, dachte sich Mr.Green, also wärm ich mich mal schön auf. Sonne aufs Blechdach brennen, Motor heizt ja auch schön, Klimaanlage bringt da eh nichts mehr... hehehe! Frau Comorph und der Captain haben in dieser Woche mehrere Liter Schweiß im Auto gelassen.

Zweiter Akt: Am ersten Tag sind sie gemeinsam in die große Stadt gefahren, denn da ist ein Zoo, den wollte man schon immer mal sehen. Tiger, Löwen, Bären, Meerschweinchen usw. Und natürlich Enten. Enten sind für jeden Zoo eine leichte Attraktion. Kommen von alleine, essen was übrig bleibt und wohnen einfach mal überall zur Untermiete mit. Interessiert das Nilpferd eh nicht, ob da noch was außer toter Blätter aufm Tümpel dümpelt.
Allerdings dort erstmal einen Parkplatz zu finden ist nicht leicht. Denn zu Zeiten der Ferien haben noch andere Menschen den gleichen Zoobesuchsplan. Parkhaus. 3,50 Euro fürs Parken? Nein danke, gleich wieder raus. Hinten ums Eck kannte der Captain aus einem früheren Besuch noch Parkplätze. Die einzigen freien, die er das letzte mal auch nutzen durfte, waren für Behinderte (die fährt der Captain manchmal herum). Auf dem Rest der 600m langen Straße war nichts weiter frei. Also doch ins Parkhaus. Aber, Pech gehabt, das war jetzt voll. Fuhr man also erstmal weiter, 1,6km durch einen sommerlichen Wald. Zoo pro: sollte ein Tier entkommen, findet man es eh nicht mehr, kann man die Sache untern Teppich kehren. Würde so ein Kapuzineräffchen durch den Großstadtdschungel wetzen, würde es große Furore geben.
Jedenfalls lebten dort nicht nur ausgebüxte Tiere und die ersten Maronen des Jahres, sondern auch freie Parkplätze für umsonst! Halt nur 1,6km entfernt. Ist ja auch wurscht, Hauptsache man spart, dachte sich der Captain und die beiden marschierten los.
Es war ein schöner Tag. Alles hier jetzt zu erwähnen würde Sie nur langweilen. Wir machen es deshalb kurz: Zebra, Boot, Enten, Nilpferd, Pommes, Flamingo, Wolf, Eis, Seehundshow, Eisbär, Toilette, raus. Freunde treffen, Pizza essen, nach Hause fahren.
Hier übernahm Frau Comorph das Steuer und der Captain spielte den Navigator. Frau Navigator brauchte man ja nicht mehr, den Rückweg kannte man.
Was Frau Comorph nicht bedachte ist, dass Frau Navigator auch die Blitzer kennt (pssst!).
Und im Eifer des Gesprächs über den ach so schönen Tag, rauschte Frau Unglückscomorph mit 30kmh zu viel in eine Blitzkontrolle. * Fump* (Die natürlich nicht neu ist, sondern schon seid Jahr und Tag dort fest installiert ist)
Panik! Oh, großes Weh! Oh großes Unglück und ach so viele Tränen... jetzt war Frau Comorph kein unbeschriebenes Blatt Verkehrsgeschichte mehr, sondern wie so viele andere Vollidioten auch ein Eintrag im Punkteregister.
Mr.Green, wir erinnern uns, schmunzelte leicht, war er doch auch nicht so ganz unschuldig an der Sache. Denn das seichte Laufen des Motors, das besänftigende Brummen, das ungestörte Tun der was auch immer sie tun - Dinge in seinen Innereien gaukelte vor, doch nicht so schnell gewesen zu sein! Ha! Schande über Mr.Green!

Dritter Akt: Am nächsten Tag plante der Captain, man könne ja zum Kyffhäuser Denkmal fahren. Ewig weit ins grüne Land, nach Süden, obwohl man in den Osten fuhr (jaja, Frau Comorph hat ewig gebraucht um dieses zu verstehen!).
Auch hier gibt es kurze Eindrücke des Ersten Aktes, denn man fuhr wirklich ewig in großer Hitze. Aber was tut man nicht alles für ein wenig Kultur. Endlich (beim Aussteigen schwappte Schweiß auf den Parkplatz) kam man an. Doch, hier wiederum lacht das Schicksal, war das verdammte Denkmal hinter einem Baugerüst verborgen! Kreuzkümmel und Koreander und Co!
Netterweise zahlte man zwar trotzdem 6,- Eintritt (verfluchte Abzocker) bekam aber dazu einen Guteschein, das Denkmal ab 2014 erneut zu besuchen, wenn es denn wieder hergestellt ist. Derweil arbeiteten viele unsichtbare Helferlein mit Hammer und Meißel an der Wiederauffrischung des Turmes. Hier wiederum kürzen wir ab: Treppen hinauf, Museum. Treppen hinauf, Museum. Treppen hinab. Unendliche Treppen 81m hinauf, Ausblick. Treppen hinab.
Auf der Rückfahrt, fuhr Frau Comorph ganz apart fast einem BMW in die Seite. Weil, die Straße war so krumm, war aber eine abknickende Vorfahrtstraße und der BMW schneller und dann blieb man vielleicht doch lieber stehen... und holte sich prompt vom brüsk beleidigtem BMW Brummer den beleidigenden Beitrag! *schimpf und zeter *
Oh was muss ein so herrlicher Tag so hundeelend enden?
Kichernderweise dachte sich Mr.Green: so, meine Dame, du fährst hier bald nicht mehr! Dich krieg ich auch noch klein!

Vierter Akt: Des Autos beleidigter Donnerstag.
Nachdem Frau Comorph am Mittwoch schwitzend und schweißend mit ihrer Frau Mama einen Ausflug beendete, hatte Mr.Green einige Zeit, sich einen perfiden Schlachtzug zu überlegen.
Am folgenden Freitag fuhren Frau Comorph und der Captain zu des Captains Verwandten.
Gossen den grünen Garten und gingen im Großhandel einkaufen, weil man das mit den Verwandten kann. Nebenan befand sich das Autohaus, des Vorzugs. Werkstatt und Verkauf von diversen Automobilen, die der Captain im Vorbeifahren bewunderte und sich nach dem Einkauf noch anschauen musste. Man könnte ja dann, man hätte ja... oder dieser im Verbrauch.. mit Automatik usw... Gelände und Kombi, etc. Das hörte Mr.Green, denn er hatte Ohren wie Großmutters Ohrensessel. Und prompt plante er die Panne. Er sprang nicht mehr an. Egal was der Captain und Frau Comorph auch drückten, öffnete, drehten und bettelten. Des Captains Anverwandter lief geschwind zum Autohaus und kam mit einem netten Techniker zurück, der auch wiederum nur feststellte: Das Auto springt nicht an, da kann man jetzt nicht viel machen. Kurzum, Mr.Green blieb dort stehen, der Captain und Frau Comorph gingen zum Grillen und wurden später nach Hause gefahren.
Dies war nun der Meisterstreich des Mr.Green, denn mit diesem perfiden Schachzug schaffte er es, die Urlaubskasse um einen Großteil zu minimieren! Zumindest bekam Mr.Green einen netten Wellnessurlaub im schönen Harzvorland und erholte sich ein paar Tage von Frau Comorphs wüsten Fahrversuchen.

Schlussakt: Dieses nun, so seid gewiss, ist wohl gesagt, nicht nur geschiss.
So wahr das Wort das hier geschrieben steht, genauso wie die Erd sich dreht.
Und mög ein Narr hier Trug vermuten, so soll hinfort sein Geist sich sputen.
Denn Frau Comporph wie jeder weiß, erzählt euch niemals falschen Scheiß.



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