Dienstag, 11. Dezember 2012

Bodenpflege



Wie letztens schon erwähnt muss im Falle eines vorkommenden Schneefalles auch der Boden öfter gewischt werden, um ein Kundenfallen zu vermeiden. Im Falle eines Kundenfalles könnten schlimme Dinge ins Haus fallen. Das gilt zu vermeiden.

Eines Abends wischte die gemeine Stiftverkäuferin den Boden, gemächlich vor sich hin, man muss ja genau sein und jeden Schmutz erwischen, mag er sich noch so verstecken.
Ein älteres Ehepaar betrat den Laden und sprach den berühmten Satz: „Oh? Schließen Sie schon?“ Scheinbar geht Bodenpflege mit Feierabend anderswo gemeinsame Wege.
„Nein, kommen Sie herein!“
Daraufhin begann ein amüsant anzuschauendes Balancieren auf Fußspitzen, denn man möchte ja nicht in „das Nasse“ treten. Tapp, tapp, torkel... tapp.
Wie die gemeine Stiftverkäuferin schon öfter feststellen musste, hat scheinbar die gesamte Menschheit ein unheimlich schlechtes Gewissen über frisch gewischten Boden zu laufen. Geht dann gern auch mal Umwege um nicht in die nassen Flächen zu treten, oder wird gelegentlich davon hilflos eingeschlossen und muss dann doch über den sauberen Boden laufen. Meist mit den Worten: „Ach, das tut mir so leid... jetzt ist hier schon gewischt... und ich mach alles wieder dreckig...aaach... weeeh...!“ Tapp, tapp, torkel... tapp. Und läuft wie ein Storch im Sumpf durch den Laden.
Manchmal überlegte die gemeine Stiftverkäuferin auch: Man könnte um dieses ganze Schauspiel herumkommen, wenn man die Kunden an der Tür beten würde, die Schuhe auszuziehen um dann Leihpantoffeln anzuziehen. Dann würde der Boden auch bei Schnee und Scheißwetter sauber bleiben. Keiner müsste sich über frisch gepflegte Böden wagen und gelegentlich Fegen hätte das Thema abgehakt.
So. Jedenfalls: tapp, tapp, torkel... tapp. Die Kunden ließen sich von der Stiftekollegin bedienen und ein Geschenk einpacken. Dabei sprach man über das Wischen, und die Dame betonte, wie ungern sie wischte, fragte die gemeine Stiftverkäuferin, ob sie denn auch so ungern wischen würde.
„Nunja.. man muss es doch machen...“
Und was sie am meisten ekeln würde, wäre das Wasser mit dem Lappen drin. Stiftverkäuferin wrang gerade den Lappen aus. Ekelig?? Eigentlich nur nass.
Es gäbe ja so Auswringautomaten... und die wären ja vielleicht besser.
„...Nunja, die mag ich nicht, diese Wischmopps.“ teilte die Stiftverkäuferin mit.
Hätte die Kundin schon gehabt, war gar nicht so schlecht. Stiftekollegin berichtete vom Vergleich von Billigmarken zu Markenprodukten und ihren Erfahrungen damit.
„Es gibt doch noch diese flachen. Diese, die man auch ausdrücken kann, mit so einem Gerät!“
„Ja.“ antwortete die Stiftverkäuferin, „die werden ja auch von Putzfrauen in großen Gebäuden benutzt. Schlecht sind die nicht.“
„Ja, DAS wäre doch was für Sie! Dann bräuchten Sie nicht mehr in das ekelige Wasser zu fassen.“
„Wir wischen hier trotzdem retro. Immerhin mit Micorfasertuch statt Baumwoll-Lappen, aber das klappt auch super.“
Die Kunden begaben sich dann zur Kasse und verabschiedeten sich. Sie wünschten allen noch einen schönen Abend und einen schöne Adventszeit.
„Und Ihnen“ die Dame klopfte der gemeinen Stiftverkäuferin auf die Schulter „wünsche ich einen neuen Wischmopp!“


1 Kommentar:

  1. Jo-ho-ho, der Weihnachtsmann hat es auch gelesen! Hihihi, nun bekommt die Stifteverkäuferin einen Mop. Oder auch nicht.

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