Donnerstag, 13. Dezember 2012

Gut gefüllte Stiftverkäufer sind zufriedene Stiftverkäufer



Die Stiftverkäuferinnen waren selig. Das ganze Jahr hatten sie diverse Reklamationen der neuen Marke Ergorucksack behandelt und nun bekamen sie Besuch vom Ergochef. Da das Produkt relativ neu war, waren die Meinungen geteilt. Einerseits stand die absolut andere und fantastisch durchdachte Wanderrucksack-Form des Schulranzens, andererseits aber die bei einem neuen Produkt auftauchenden Fehler. Materialschwäche, zu schnelle Abnutzung von einzelnen Teilen, schiefe Nähte, etc. So kam es dass viele Kunden ein super Produkt bekamen, aber andere ständig diverse Dinge reklamieren mussten. Doch im Endeffekt sorgten diese Beschwerden dafür, dass jedes Jahr Verbesserungen vorgenommen wurden
Der Ergochef stellte den Stiftverkäuferinnen das überarbeitete Produkt vor, erklärte die verbannten Fehlerecken und stimmte sie auf ein neues, erfolgreicheres Verkaufsjahr ein. Als Wiedergutmachung des Reklamations-Stresses wollte er die Stiftverkäuferinnen auf dem Weihnachtsmarkt zu einer Bratwurst mit Glühwein einladen.
Doch leider regnete es in Strömen! Zum Leid des Ergochefes, zur Freude der Stiftverkäuferinnen, denn man beschloss in ein Restaurant zu gehen. Man platschte und triefte über den gerade schließenden Weihnachtsmarkt, der bei Starkregen nur von gut gefüllten Glühweinkunden bevölkert war, denen die Kälte nichts mehr ausmachte. Viele Wurstverkäufer und Mandelhändler hatten bereits die Läden geschlossen und es sich im Inneren der warmen und gemütlichen Holzlaube bequem gemacht, in der sie während der Weihnachtszeit wohnten. Umgeben von Süßgebäck, Kerzen und Kissen...
Während die gemeine Stiftverkäuferin so vor sich hinträumte, verschwanden die Stiftechefin und der Ergochef schon im Bierlokal.
Das Bierlokal – hier wurde Bier nicht nur ausgeschenkt, sondern auch hergestellt – war warm und heimelig. Doch auch sehr voll und das feuchte Grüppchen wurde zum Warten an den Tresen verwiesen. Dort bestellte man sich ein frisch gebrautes Bier und blätterte durch das Speisenangebot.
Der Tisch ließ nicht lange auf sich warten und die Speisen kamen auch und bald versank man in lustigen Gesprächen über „Dinge, die da einst geschehen waren“.
Dieses Thema wird oft und gern zur Sprache gebracht, besonders gegenüber nicht-Stiftverkäufern, denn es ist ebenso abwechslungsreich wie amüsant.
„Da war mal ein Mann, der stalkte die Kollegin...“
„Da war auch mal einer, der wollte in die Eier getreten werden...“
„Da war mal einer, der schenkte der gemeinen Stiftverkäuferin einen Kaktus...“
„Du gemeines Suppenhuhn!“
Und so weiter und so fort, begleitet von Gelächter und Gekicher. Die Augen des Ergochefes wurden immer größer, hätte er doch nie im Leben erwartet, dass das Leben an der Front nicht nur aus kleinen Kindern und ihren Ranzen, oder eleganten Herren mit Schnäuzer besteht, die ihren Edelfüllhalter kaufen wollen. Die Abenteuer der Reklamationen kannte er bereits. Doch nun kannte er auch die düsteren Abgründe.
Darauf musste man noch einen Abstecher zum Weihnachts-Wäldchen machen, in dem noch versteckt eine Glühweinbude auf hatte. Man wollte ja einen Glühwein trinken gehen und nach solchen Geschichten braucht der Körper das auch. So klang ein gemütlicher Abend aus. Die Stiftverkäuferinnen waren gut gefüllt und die Geldbörse des Ergochefes gut geleert.
Ergo: Reichst du Stiftverkäuferinnen den kleinen Finger, schleppen sie dich ins nette Restaurant!

Und als ob man vom Teufel sprach, der daraufhin sein Gesicht zeigen muss, geschahen Tags darauf gleich Dinge, die man sich das nächste Mal erzählen konnte.

Kurz nach Ladenöffnung klingelte das Stiftephon und die Kollegin nahm das Gespräch entgegen.
„Hier ist der nette Stifteladen, was kann ich für sie tun?“
„Hallo... ich hole mir gerade einen runter... wollen Sie zuhören?“
„O.o Nein danke!“
Eine halbe Stunde gackerte Gegröhle durch den Stifteladen, während immer neue Argumente gefunden wurden, das Gespräch das nächste mal zu halten, um mit kollektivem Lachanfall des Mannes Eigentümlichkeit zu belohnen.
Die Gute Laune hielt auch den Tag über an, die gemeine Stiftverkäuferin trieb ihre Späße mit den Kunden und alle waren froh und feierlich. Gegen 17:00 Uhr kam sogar ein verspäteter Paketmann um den Stiftverkäuferinnen ein lang erwartetes Paket aus den Niederlanden zu bringen, was dementsprechend gefeiert wurde.
„Oh! Da warten wir drauf. Unsere Päckchen aus Holland sind da!“ rief die gemeine Stiftverkäuferin. Der Paketmann und der Kunde daneben freuten sich über diese Freude. Der Paketmann entschuldigte sich noch über die späte Uhrzeit.
„Ach, das kommt ja auch aus den Niederlanden, das hatte einen weiten weg! Aber jetzt ist es ja da.“
Was da wohl drin ist, fragte der Gesichtsausdruck des Paketmannes, auch der Kunde schaute schief.
„Naa, ist unser Haschisch da?“ rief die Stiftekollegin von weiter hinten.
„jahaaa!“ antwortete die gemeine Stiftverkäuferin. Paketmann und Kunde verließen den Laden. Und noch immer lachten die Stiftekolleginnen! Ob sie denn gewusste hätte, dass der Kunde bei der Polizei arbeite, fragten sie die gemeine Stiftverkäuferin.
Nein...DAS hat sie nicht gewusst...

Dienstag, 11. Dezember 2012

Bodenpflege



Wie letztens schon erwähnt muss im Falle eines vorkommenden Schneefalles auch der Boden öfter gewischt werden, um ein Kundenfallen zu vermeiden. Im Falle eines Kundenfalles könnten schlimme Dinge ins Haus fallen. Das gilt zu vermeiden.

Eines Abends wischte die gemeine Stiftverkäuferin den Boden, gemächlich vor sich hin, man muss ja genau sein und jeden Schmutz erwischen, mag er sich noch so verstecken.
Ein älteres Ehepaar betrat den Laden und sprach den berühmten Satz: „Oh? Schließen Sie schon?“ Scheinbar geht Bodenpflege mit Feierabend anderswo gemeinsame Wege.
„Nein, kommen Sie herein!“
Daraufhin begann ein amüsant anzuschauendes Balancieren auf Fußspitzen, denn man möchte ja nicht in „das Nasse“ treten. Tapp, tapp, torkel... tapp.
Wie die gemeine Stiftverkäuferin schon öfter feststellen musste, hat scheinbar die gesamte Menschheit ein unheimlich schlechtes Gewissen über frisch gewischten Boden zu laufen. Geht dann gern auch mal Umwege um nicht in die nassen Flächen zu treten, oder wird gelegentlich davon hilflos eingeschlossen und muss dann doch über den sauberen Boden laufen. Meist mit den Worten: „Ach, das tut mir so leid... jetzt ist hier schon gewischt... und ich mach alles wieder dreckig...aaach... weeeh...!“ Tapp, tapp, torkel... tapp. Und läuft wie ein Storch im Sumpf durch den Laden.
Manchmal überlegte die gemeine Stiftverkäuferin auch: Man könnte um dieses ganze Schauspiel herumkommen, wenn man die Kunden an der Tür beten würde, die Schuhe auszuziehen um dann Leihpantoffeln anzuziehen. Dann würde der Boden auch bei Schnee und Scheißwetter sauber bleiben. Keiner müsste sich über frisch gepflegte Böden wagen und gelegentlich Fegen hätte das Thema abgehakt.
So. Jedenfalls: tapp, tapp, torkel... tapp. Die Kunden ließen sich von der Stiftekollegin bedienen und ein Geschenk einpacken. Dabei sprach man über das Wischen, und die Dame betonte, wie ungern sie wischte, fragte die gemeine Stiftverkäuferin, ob sie denn auch so ungern wischen würde.
„Nunja.. man muss es doch machen...“
Und was sie am meisten ekeln würde, wäre das Wasser mit dem Lappen drin. Stiftverkäuferin wrang gerade den Lappen aus. Ekelig?? Eigentlich nur nass.
Es gäbe ja so Auswringautomaten... und die wären ja vielleicht besser.
„...Nunja, die mag ich nicht, diese Wischmopps.“ teilte die Stiftverkäuferin mit.
Hätte die Kundin schon gehabt, war gar nicht so schlecht. Stiftekollegin berichtete vom Vergleich von Billigmarken zu Markenprodukten und ihren Erfahrungen damit.
„Es gibt doch noch diese flachen. Diese, die man auch ausdrücken kann, mit so einem Gerät!“
„Ja.“ antwortete die Stiftverkäuferin, „die werden ja auch von Putzfrauen in großen Gebäuden benutzt. Schlecht sind die nicht.“
„Ja, DAS wäre doch was für Sie! Dann bräuchten Sie nicht mehr in das ekelige Wasser zu fassen.“
„Wir wischen hier trotzdem retro. Immerhin mit Micorfasertuch statt Baumwoll-Lappen, aber das klappt auch super.“
Die Kunden begaben sich dann zur Kasse und verabschiedeten sich. Sie wünschten allen noch einen schönen Abend und einen schöne Adventszeit.
„Und Ihnen“ die Dame klopfte der gemeinen Stiftverkäuferin auf die Schulter „wünsche ich einen neuen Wischmopp!“


Sonntag, 9. Dezember 2012

apart

….apart?

Was ist „apart“?
Der deutsche Duden sagt: a) von eigenartigem Reiz; besonders reizvoll, geschmackvoll
b) ungewöhnlich, pikant

Wir schreiben Dezember. Ein nicht auffälliger, weder von Wetterlagen oder Kunden her.
Eines Tages betrat eine ältere Dame den Stifteladen und sprach die gemeine Stiftverkäuferin an:
„Ich suche ein apartes Lesezeichen. Was haben Sie da?“
In einem kurzen, ratlosen Moment ratterten sämtliche Artikel vor der Stifverkäuferin innerem Auge herunter. Sie kombinierte die Bedeutung des Wortes „apart“ mit dem Artikel „Lesezeichen“ um ein passendes Produkt zu finden. Man stelle sich das jetzt so ähnlich wie die grünen Nummern und Buchstaben eines Matrix-Computers vor. Doch nichts wollte zusammenpassen.
Also zeigte die Stiftverkäuferin der Dame die vorhandenen Lesezeichen, in absteigender Folge sortiert nach geschätzter Übereinstimmung mit dem Adjektiv „apart“. Zuerst zeigte sie ein elegantes Set aus schwarzen, Schreibfederförmigen Klammern, die auf die Seiten des Buches gesteckt werden können.
„Nein, das ist nicht schön. Außerdem gehen davon die Buchseiten kaputt.“
Als nächstes folgte ein schlichtes „zwischen-die-Blätter-lege-Lesezeichen“ in Aluminium mit glänzenden Herzen.
„Nein. Das ist nicht apart genug.“ Jetzt war die Stifverkäuferin ratlos. Der letzte Artikel, ein Set, bestehend aus 3 magnetischen Lesezeichen mit je einem Apfel darauf. Rustikal, schlicht, äpfelig.
„Ach, na da haben Sie ja was schönes gefunden. Das ist genau DAS, was ich gesucht habe!“
Verwundert über diese Aussage, begleitet sie die Dame zur Kasse und verabschiedete sich nach einem standart-Kassiervorgang.
Das Lesezeichen war weder elegant, noch reizvoll, geschmackvoll oder sonst besonders schön. Es waren Äpfel darauf. Es war vielleicht niedlich. Oder eignete sich für Kochbücher mit Apfelkuchenrezepten, die von einer rundlichen Frau mit karierter Schürze gebacken werden. Da aber Apfelkuchen weder pikant noch ungewöhnlich waren, trifft auch Bedeutung b) weniger zu.
Ein anderes mal, fragte eine ältere Dame nach aparten Aufklebern. Aufkleber um damit Geschenke oder Briefumschläge zu verzieren. Auch sie entschied sich für schlichte, rosafarbene Blümchen. Apart im Sinne eines eleganten, rosafarbenen, seidenen Abendkleides? Mit Blümchen?

Der Nikolaustag begann und die Stiftekolleginnen fanden es nett, sich Weihnachtsmützen auf den Kopf zu setzen. Oder in dem Fall Nikolausmützen.
Eine Kundin betrat den Laden und schmunzelte über das Bild zweier, die da standen mit roten Mützen auf dem Kopf.
„Oh, wie apart!“ freute sie sich.
Später wurde die Aussage noch diskutiert, in wie fern die Bezeichnung „apart“ auf Weihnachtsmannmützen angewendet werden kann. Sie waren weder elegant noch besonders reizvoll.

Vielleicht geschieht hier mal wieder eine Änderung der Bedeutung eines deutschen Wortes. Schon oft wurde ja ein veraltetes Wort ausgegraben um im alltäglichen Wortschatz einen neuen Platz zu bekommen.
Man denke nur an das Wort „geil“. Bezeichnete es vor 50 Jahren die Läufigkeit einer Hündin (im englischen „bitch“- heute auch anders verwendet), so wird es heute von der Jungend für sämtliche anderen Gelegenheiten verwendet. Gefolgt von „konkret“, „Pfosten“, „Tacho“, „Wayne“ und wie sie nicht alle heißen und uns um den letzten Nerv bringen.
Möglicherweise entsteht aus der Jungendwort-Kultur ebenso eine ältere-Damenwörter-Kultur. In der das Wort „apart“ einen zweiten Frühling erlebt.
Und möglicherweise versuchen sich die älteren Damen auf die Art und Weise ebenso aus der Masse hervorzuheben wie eine Gang 16jähriger, die „Yalla!“ und „Käferfrühstück“ röhrt.

Beobachten wir also das Ganze und bleiben auf dem Boden der Tatsachen, der im Winter auch mal öfter gewischt werden muss und schauen was der Dezember noch so mit sich bringt.

Donnerstag, 1. November 2012

Nach dem Urlaub... ach, ihr wisst schon.



Eine wundervolle Urlaubswoche ging vorbei. Frau Comorph und der Captain waren in Hamburg unterwegs und haben dort diverses Sightseeing betrieben. Sie liefen fröhlich und Geldausgebend durch die große Stadt und bewunderten Museen, Gebäude und Stifteabteilungen in Kaufhäusern – Jaa, manchmal vergisst man doch Dinge, die man unbedingt braucht und muss fremdkaufen gehen. Der Captain lachte über die Unanwesenheit der örtlichen Verkäuferinnen und bemerkte:
„Wenn dir langweilig ist, kannst du dich ja einen Tag lang hier hinstellen und Kunden bedienen – die wundern sich nachher, über den abrupten Umsatzanstieg!“
Doch leider ging auch diese hübsche Zeit vorbei.

Montagmorgen. Manchmal gibt es kein schlimmeres Schimpfwort oder Adjektiv um etwas ungeliebtes darzustellen.
Frau Comorph, geistig wieder auf Stiftverkäuferin gepolt und wichtige Dinge im Kopf, wuselte sich zu Hause zurecht und irgendwas musste in diesem Moment die Wirklichkeitslinie der ultimativen Erdanziehungsstrahlungen geändert haben.
Frau Comorphs Handy fiel auf den Boden. Von da an wies es einen merkwürdigen Fehler auf, denn es speicherte SMS und Fotos hinter den alten Dateien, statt wie gehabt, davor. Nunja.
Im Stifteladen ging es in der Art weiter, wechselte sich aber mit Telefonaten und Kunden ab. In etwa so:
Telefon klingelt – Gemeine Stiftverkäuferin telefoniert, schreibt Auftrag.
Kunde kommt in den Laden, benötigt Dinge.
Telefon klingelt – Kunde hat sich verwählt.
Stiftverkäuferin lässt eine Tüte fallen.
Kunde kommt in den Laden – erwirbt Dinge.
Stiftverkäuferin lässt einen Briefumschlag fallen. Einen weiteren und eine passende Karte dazu, ebenfalls ein falsch einsortiertes Einlegeblatt. Einer der Umschläge trifft sie empfindlich mit der Ecke im Gesicht.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle erneut an, fragt Kundenwunsch an.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an und teilt Kundenwünsche mit.
Stiftverkäuferin ruft Außenstelle an und reklamiert Artikel – beide Gesprächsteilnehmer beraten sich über Standleitung.
Stiftverkäuferin lässt Geld fallen.
Diverse Kunden und diverse Telefonate.
Glücklicherweise waren alle Kunden an diesem gräusligen Montag kooperationsbereit und mißmutfrei.
Endlich endete der endlos elende erste Arbeitstag und Frau Comorph durfte nach Hause.
Doch das Schicksal folgte auf dem Fuße als sie sich eine Wärmflasche wärmenden Wassers gefüllt auf den Bauch legte um abzuschalten. Denn als sie aufsprang um in die Küche zu springen, die Wärmflasche hinabsprang und kaputtsprang, sprang ihr die Geduld und sie beschloss lieber ins Bett zu gehen um diesen Tag zu vergessen!

Doch dann kam der Dienstag.
Als die freundlich verpennte Frau Comorph das Frühstück vorbereitete, fiel ihr das Glas fruchtige Marmelade aus der Hand. Ein finsteres Deja-vu breitete sich aus.
Aber dafür war heute keine Zeit. Die Stiftekollegin hatte Geburtstag gehabt und daher wollte Frau Comorph ein paar Minuten früher da sein.
Hier jedoch schaltete sich das nächste morgendliche, mysteriöse Paradoxon ein: Die gemeine Stiftverkäuferin schafft es NIE ein paar Minuten früher das Haus zu verlassen. Jedes mal wenn sie pünktlich dran ist, passiert irgendetwas. Etwas! Etwas womit man nicht rechnet.
Nennen wir es (hier erklingt jetzt ein düsterer Gong) „Das 8:45 Syndrom“.
An diesem Morgen jedenfalls stand Frau Comorph fertig winterlich eingekleidet im Flur und schulterte die Schultertasche, wünschte dem Captain einen schönen Tag und befand sich plötzlich in einem Gespräch über das Öffnen eines PCs. Wo sich das Werkzeug befände, wo genau und wieso sie davon nichts wüsste. Wieso man dort in den Eingeweiden nichts berühren sollte und wie man sich denn erden soll, wieso man sich auflädt und wer von wem keinen Elektroschlag kriegen sollte.
Verwirrt und verunsichert verließ sie den Captain.
Doch aus dem Hausflurfenster sah sie die gelben Säcke auf der Straße liegen, der in der Küche befindliche war voll und damit fing eine wilde Jagd an. Ja, solch Dinge passieren während des 8:45 Syndroms!
Frau Comorph lief zurück in die Küche und schnappte den gelben Sack. Doch als sie zurück zur Wohnungstür eilte, stockte sie, Aug in Aug mit dem Katertier, der sich im Hausflur befand.
„Husch, zurück!“ Rief sie und „Captain, zu Hilf!“ (doch der hörte nicht) (Der Kater aber auch nicht)
Der Kater rannte die erste Treppe hinunter und blickte herausfordernd die hinterhereilende Frau Comorph an. Er hielt seinen Vorsprung und xlief Treppe Nummer zwei hinab, blickte zurück und wartete was geschähe. Frau Comorph eilte schimpfend hinterher. Kater lief Treppe Nummer drei hinab und wartete brav. Frau Comorph eilte, finstere Flüche fluchend hinterher. Kater lief die vierte Treppe hinab und schnüffelte interessiert an des Nachbarn Fußmatte. Frau Finstercomorph befahl ihm stehen zu bleiben. Kater rannte die fünfte Treppe hinab und wartete, den Schalk im Nacken, was wohl jetzt passieren würde. Frau Comorph rannte hinterher. Kater lief die sechste Treppe hinab und begutachtete eine Topfpflanze. Als er jedoch der dort liegenden Fußmatte etwas zu viel Aufmerksamkeit schenkte, konnte Frau Comorph ihn packen und zeternd die Treppe hinaufbringen. Damit waren dann die überflüssigen Minuten vorbei und sie eilte, ein Zuspätkommen befürchtend zum Stifteladen.
Weitere Möglichkeiten für das 8:45 Syndrom wären übrigens:
- Treffen von freundlichen Nachbarn
- vergessen des Mülls
- Treffen von ehemaligen, garstigen Nachbarn
- Treffen von Kunden aus dem Stifteladen
- Vergessen des Schirms und Feststellen, dass es regnet und man zu Fuß gehen muss.

Und hier noch eine Liste der Dinge, die die gemeine Stiftverkäufern an diesem diabolischen Dienstag fallen lies:
- einen Taschenrechner
- eine Packung Briefumschläge
- ein Geodreieck
- einen Millimeterblock
- Briefpapier
Demnächst beschäftigen wir uns dann mit den Zusammenhängen dieser ungewünscht den Boden berührenden Dinge und warum sie gerade in dieser absonderlich sonderbaren Konstellation auftraten, nicht zerbrachen oder defekteten. Ausgenommen Frau Comorphs Handy, dafür aber der etwaigen Fehlerbehebung und was das alles mit den Erdanziehungsstrahlungen zu tun hat!
In diesem Sinne: Fröhlichen Mittwoch!

Sonntag, 28. Oktober 2012

"Stadtratten"


Betrunkenheit passiert manchmal. Uns zum Glück eher abends wenn alles dunkel ist. Die meisten Leute schlafen dann und nur sehr, sehr wenige bekommen mit, wie man sich daneben benimmt. Zum Glück.
Doch anderen Leuten passiert Betrunkenheit tagsüber, und in der alles sehenden Öffentlichkeit. Ihnen ist das wohl egal. Zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Eines schönen Sommernachmittages betrat ein junger Mann den Stifteladen, sang nette Lieder mit falschen Tönen von Matthias Reim und sprach zur Stiftekollegin:
„Verdammt ich lieb dich! *sing * Hei, ich brauch so Karten, wo man seine Adresse draufdrucken kann, weißt du? So die man den Leuten dann geben kann.“
Stiftekollegin wurde leicht benebelt von der Fahne, die ihr der fröhliche Mann entgegenhauchte und schlug vor:
„Meinen Sie Visitenkarten?“
„Jaaah, da haste Recht!“ und er strahlte. Sie begaben sich zum Ende des Ladens um aus der Großen Auswahl an Visitenkartenpackungen eine Packung auszuwählen.
„Welche möchten Sie?“ fragte sie ihn.
„Aaach, ganz egal. Gib mir die da!“ und wies auf eine Packung. Sie begaben sich, begleitet von wehenden Fahnen, zurück zum Kassenbereich, wo die gemeine Stiftverkäuferin lauerte. Man muss ja manchmal auf sich aufpassen, denn manchmal passieren Dinge im Stifteladen, da braucht eine Stiftverkäuferin Beistand.
„Yeah! Ach, ich hab son bisschen getrunken!“ lachte er ihnen entgegen, während er das zu bezahlende Geld auf den Tresen blätterte.
„Ihr habt nicht noch zufällig ein Glas Wodka?“ kicherte er und verließ den Laden, da sie dieses verneinten. Seine Fahne war so lang, dass sie noch eine Weile im Laden wehte, bevor sie seinem Herren folgte.
Zum Glück war es warm, so dass man die Ladentür öffnen konnte.
Eine Tag später.
Ein netter junger Mann betrat den Laden und steuerte auf die Stiftverkäuferin zu.
„Hei! Ich brauch so Karten, wo man seine Adresse drauf stehen hat, weißt du? So die man den Leuten dann geben kann.“
Da die gemeine Stiftverkäuferin nicht an Fehler in der Matrix glaubt und auch ein Deja-vu nicht so hyperreal erscheint, erwiderte sie:
„Waren Sie nicht gestern schon hier und haben welche gekauft?“
Der Mann stutzt und überlegt.
„Also ich hatte ein bisschen was getrunken. Hab ich die gestern echt gekauft? Ich wollte ja welche kaufen... ha.“
„Jaa...“
Gut gelaunt, da er kein Geld ausgeben musste, verließ der Kunde den Laden.
Also wir merken uns: Trinke nie Alkohol, während die Geschäfte auf haben!

Es gibt also nette Menschen, denen Betrunkenheit zustößt. Auch Menschen, denen Betrunkenheit regelmäßig zustößt, können nett sein, wie die Stiftverkäuferin feststellte. Denn als zwei lustige Welche dieser Sorte den Laden betraten und nach Kugelschreiberminen fragten, und auch noch nett bedient worden, schrieben sie nette Dinge auf den Testzettel. Zwar war dieses nur ein „Danke“ aber das war schon mehr als andere Kunden tun.

Doch es gibt auch andere Personen... einst betrat ein Mann den Laden, missmutig und sehr dem Genuss hochprozentiger Getränke verfallen, der die Stiftekollegin um einen Gefallen bat.
„Hast du'n bisschen Geld für mich? Ich will was zu Essen kaufen!“
Mitten im Gespräch unterbrochen antwortete die Kollegin:
Nein, tut mir leid, wenden sie sich doch bitte an die XY Stelle, da bekommen Sie etwas zu essen...“
Ungehalten über so eine unfreundliche und absolut unerwartete Antwort, plusterte sich der nicht wohlriechende Mann auf und rief:
„Na dann schönen DANK, du altes SUPPENHUHN!“
und verließ den Laden.

Glücklicherweise sind ungehaltene Personen, denen Betrunkenheit zustößt meist außerhalb des Stifteladens anzutreffen. So wie der dezent gekleidete Mann, den die gemeine Stiftverkäuferin beobachtete, da ihr sein Hut auffiel. Denn der war hübsch geformt und mit einer Feder verziert. Doch als der Mann auf einmal laut „STADTRATTEN!“ über die Straße brüllte und Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht zu bekommen schien, war der Hut weniger interessant. Interessanter war nun herauszufinden, wen er denn so betitelte. Denn er war alleine.
„RATTEN!“ Die Stiftverkäuferinnen liefen an den Fenstern entlang und beobachteten, wo der Mann den hinginge. „VERDAMMTE RATTEN!“ Man hörte ihn gut, denn er war laut und die Oberlichter geöffnet. (Wer an dieser Stelle nicht weiß, was Oberlichter sind, dem geht es nicht besser als der Stiftverkäuferin vor einigen Jahren. Es handelt sich um die Klappfenster, die über den Fenstern sind, die sich nicht öffnen lassen)
Der Mann zog vorbei, wurde von einer Hauswand angerempelt und verschwand aus den Stiftverkäuferinnen Blickfeld. Sie warfen sich diverse Blicke zu, die der Situation angemessen waren und begaben sich wieder in den vorderen Teil des Ladens. Doch, Hölle und Rattenkot! Durch die Oberlichter schwappte ein gar fürchterlicher Gestank von Betrunkenheit und Dingen, deren Namen nicht genannt werden dürfen! Entsetzt flüchteten sie vor diesem Teufelsduft.
Wir merken uns: Selbst was da nicht nah ist, kann einem trotzdem den Magen umdrehen.

Unglücklicherweise trifft das auch auf die Hinterlassenschaften betrunkener Leute zu. Denn Montag morgens kann es vorkommen, dass diese von den Stiftverkäuferinnen entfernt werden müssen. Gerüche in Hausecken, Bierflaschen in Blumenkübeln (andererseits, man könnte auch eine Beobachtung über die potentielle Alkoholabhängigkeit von Buchsbäumen starten, da diese auf mysteriöse Weise ständig von leeren Schnapsflaschen umgeben sind. Zufall? Oder Beweismaterial?) und netterweise nur selten Erbrochenes.

Also Leute, hört gut her: Betrunkenheit ist selten schwer. Doch übel wird es, glaubt es mir, trinkt ihr des Tags nicht nur ein Bier. Und lauft danach noch draußen rum, die Welt hält euch geschwind für dumm! So trinkt des nachts schön euer Zeuch, die Stiftverkäufer danken's euch.

Samstag, 27. Oktober 2012

Jetzt auch bei Facebook

Und wer von euch treuen Lesern mag, darf mich auch gerne bei Facebook besuchen! Dort gibts dann auch öfters mal kleine Erlebnisse.. . von Dingen... die da so passieren. Ihr wisst schon!

GemeineStiftverkauferin bei Facebook

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Neues von der Stiftverkäuferin – Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub




Kaum war der Urlaub vorbei, war der Alltag wieder da. Frau Comorph schlüpfte ins Stiftverkäuferinnen-Kostüm und betreute wieder verlorene Seelen und bedürftige Menschen. Während des Schulanfangs war der Laden geproppt voll und die Stiftverkäuferinnen rannten hin und her, wie emsige kleine Bienchen um die Wünsche der Schul-Muttis zu erfüllen.
Als dann die Schule wieder anfing, kehrte auch wieder Ruhe im Stifteladen ein. Jetzt tauchten auch die älteren Damen und Herren wieder im den Laden auf, denn zum Schulanfang sah man sie nur kurz den Laden betreten, den Kopf schütteln und wieder verlassen. Es war zeitweilig sogar so ruhig, dass Frau G.'s Kollegin in einer ruhigen Minute den Furz eines Rentners hören konnte. Das wäre noch vor einiger Zeit nicht passiert.

Man begann also sich Abwechslung zu wünschen. Doch wünsche dir nie, was du nicht auch wirklich willst! Denn so kamen auch die Freaks wieder.
Eines Tages stand ein Mann vor der gemeinen Stiftverkäuferin und bedankte sich dafür, dass sie sich seine eigenartigen Musikvideos angesehen hatte. Wir erinnern uns... lustiges Telefonat, durchgeben des Video-Kanals auf Videoseite, anschauen des Musikvideos, tränenlachen, herumkringeln und Mitleid haben.
Freundlicherweise trug er einen Kaktus bei sich, den er der gemeinen Stiftverkäuferin schenkte. Als Dankeschön für ihre Meinung. Meinung? Welche? fragte sie sich, denn sie hatte ihm nicht gesagt was sich darüber dachte.
Leider war der Laden leer, die Wortfülle des Kunden unendlich und Frau G.'s Laune gnädig. Und diverse Minuten später wusste sie Bescheid über Verschwörungen und Verheimlichungen, Verfolgung und Verrat in der kleinen Stadt über die das Lied handelte. Handelte? Sie gab dem unglücklichen Mann den Tipp seine Hinweise genauer zu platzieren. Hat sie davon nichts in den Videos gefunden.
Der Mann ging, Frau G. ging ebenfalls, in den Keller zum Lachen. Der Kaktus ging mit zu ihr nach Haus und bekam den Namen: Familie Firlefanz. Familie, da er aus vielen kleinen, Knöllchen besteht und sich auch Bodendecker nennt. Kack-Tus.

Als nächstes bekamen die Stiftverkäuferinnen Besuch von der Eigenartigen Dame. Diese, Frau G. kannte sie schon, war sehr eigenartig, aber auch interessant. Die neue Kollegin Frau F bediente sie diesmal – Frau G. lauschte.
„Ja, die sind ja so böse, so böse alle sind böse..“ murmelte sie, während Frau F. Briefumschläge darbot und Frau G. hinterm Regal kicherte. Hätte sie doch zu gern gesehen, was sich dort abspielte aber das wäre zu auffällig gewesen.
„Sie haben ja keine Ahnung, was der tut! Sie können das ja nicht wissen.“ zeterte die Eigenartige Dame, während sie wieder zur Kasse gingen. Frau F., konfus, versuchte herauszufinden, wovon das Gespräch handelte, aber scheinbar war sie nicht die Gesprächspartnerin. Sie lächelte und nickte, besser kann man in solchen Fällen nicht reagieren.
Frau F. kassierte und steckte die Briefumschläge in eine Tüte. „Das Mädchen“ - Eigenartige Dame zeigte auf die Abbildung auf der Tüte - „ist auch böse! Aber Sie wissen das ja nicht! Das können Sie nicht wissen. Die sind alle böse. Böse sind die. Das können Sie nicht wissen...“
Frau F. verwirrt, checkte aber inzwischen die Lage! Ja, es handelte sich um einen der Freaks. Kundin verließ murmelnd den Laden, bis sie vorm Kalenderständer stehen blieb. „The Rabbit- böse, böse...“ *murmel *

Ach, und kannten Sie schon den Unterschied zwischen einem Wurmi und einem Wurli?
Die gemeine Stiftverkäuferin auch nicht – und wurde von einem ca 6jährigen Jungen aufgeklärt.
„Sie verkaufen den WurLi, der ist nicht gut. WurMi ist besser. Der hat einen schwarzen Faden und WurLi hat einen durchsichtigen, der reißt schneller. WurMi hat ein weicheres Fell und WurLi hat hinten eher Borsten. Bei WurMi steht auf der Packung die Beschreibung Soundso und bei WurLi steht das anders, daran kann man das erkennen. WurMi ist das Original und WurLi ist nachgemacht. WurLi hatte ich schon und der war doof und WurMi hab ich jetzt, der ist besser. Weil wenn man den über die Hand laufen lässt, sieht das aus wie echt und bei WurLi war das nicht so und der geht auch schneller kaputt....“ blah ohne luftzuholen, darum kürzen wir hier jetzt ab. Frau G. konnte das im sehr einseitigen Gespräch mit dem illustren Knaben nicht, darum malte sie sich aus, wie seine späteren Schulkameraden auf so ein Problem wohl reagieren würden...
Das Gespräch handelte hier übrigens von bunten Fusselwürmern am Faden. Nichts lebenswichtiges. Nur ein profanes 2€ Produkt für Kinder! Der Vater des Knaben stand daneben und lauschte ergeben der Wortwelle die da rauschte. Die gemeine Stiftverkäuferin hoffte, dass er irgendwann den Mut fand, seinen Sohn einzuschränken. Oder zum Psychologen zu gehen. Was Kinder von heute doch für Probleme haben, wenn die gekauften Produkte nicht das Japanische Original sind, sondern eine Thailändische Kopie.

Letztendlich erreichte ein Fax den Stifteladen, mit dem Wunsch eines Syrischen Arzt-Soldaten, der von einer Syrischen verlorenen Familie 24Millionen Euro bekommen hatte, dieses Geld aber nicht behalten durfte, da Syrische Arzt-Soldaten kein Geld besitzen dürfen. Ist ja logisch. Folglich suchte er eine Deutsche Firma, der er das Geld überlassen konnte. Natürlich suchte er sich den kleinen Stifteladen in der kleinen Kleinstadt am Mittelgebirge aus. Vermutlich wusste er um die dortigen Gegebenheiten und wollte den Stiftverkäuferinnen was gutes Tun, in dem sie einen riesigen Stiftekonzern mit dem Geld der verlorenen Familie gründen können. Was auch immer eine verlorene Familie war. Frau G. unterzeichnete das Fax mit den Worten: Vielen Dank, wir nehmen das Angebot an und werden in Syrien einen Stifteladen eröffnen, damit Syrische Kinder auch tolle Stifte haben! Und schickte es an die Geschäftsleitung weiter. Vielleicht verlor eine verlorene Familie tatsächlich Geld, aber das Fax verlor seine Glaubwürdigkeit bei erreichen des Ladens. Verloren hatte hier nur das Fax: Tonerverschwendung.
Doch es geht auch anders: Ein Telefonat huschte die Stiftverkäuferin wieder aus ihrem Trott, nur ein paar Tage später!
Ein finsterer Mann von der Behörde für Urheberrechtsverletzungen rief an und beschuldigte die gemeine Stiftverkäuferin einen illegalen Download von Musik und Video aus dem WWW betrieben zu haben. Er hatte angeblich Tipps aus ihrem Bekanntenkreis bekommen. Auf den Einwurf: „Das glaube ich nicht!“ reagierte er mit „Lassen Sie mich ausreden!“ und nachdem mehrere seltsame knaarzer und knirscher Frau G. auf einmal richtig zuhören ließen, ärgerte sie sich über diesen tristen Tonband-Terror und legte lieber auf. Was sich die Leute nur dachten!

Sodenne, sprach auch ein weiser Mann, wünsche dir nie, zu leben in interessanteren Zeiten. Denn auch wahnwitzig wackeres Wunschwollen kann manchmal in Erfüllung gehen!