Samstag, 27. Oktober 2012

Jetzt auch bei Facebook

Und wer von euch treuen Lesern mag, darf mich auch gerne bei Facebook besuchen! Dort gibts dann auch öfters mal kleine Erlebnisse.. . von Dingen... die da so passieren. Ihr wisst schon!

GemeineStiftverkauferin bei Facebook

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Neues von der Stiftverkäuferin – Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub




Kaum war der Urlaub vorbei, war der Alltag wieder da. Frau Comorph schlüpfte ins Stiftverkäuferinnen-Kostüm und betreute wieder verlorene Seelen und bedürftige Menschen. Während des Schulanfangs war der Laden geproppt voll und die Stiftverkäuferinnen rannten hin und her, wie emsige kleine Bienchen um die Wünsche der Schul-Muttis zu erfüllen.
Als dann die Schule wieder anfing, kehrte auch wieder Ruhe im Stifteladen ein. Jetzt tauchten auch die älteren Damen und Herren wieder im den Laden auf, denn zum Schulanfang sah man sie nur kurz den Laden betreten, den Kopf schütteln und wieder verlassen. Es war zeitweilig sogar so ruhig, dass Frau G.'s Kollegin in einer ruhigen Minute den Furz eines Rentners hören konnte. Das wäre noch vor einiger Zeit nicht passiert.

Man begann also sich Abwechslung zu wünschen. Doch wünsche dir nie, was du nicht auch wirklich willst! Denn so kamen auch die Freaks wieder.
Eines Tages stand ein Mann vor der gemeinen Stiftverkäuferin und bedankte sich dafür, dass sie sich seine eigenartigen Musikvideos angesehen hatte. Wir erinnern uns... lustiges Telefonat, durchgeben des Video-Kanals auf Videoseite, anschauen des Musikvideos, tränenlachen, herumkringeln und Mitleid haben.
Freundlicherweise trug er einen Kaktus bei sich, den er der gemeinen Stiftverkäuferin schenkte. Als Dankeschön für ihre Meinung. Meinung? Welche? fragte sie sich, denn sie hatte ihm nicht gesagt was sich darüber dachte.
Leider war der Laden leer, die Wortfülle des Kunden unendlich und Frau G.'s Laune gnädig. Und diverse Minuten später wusste sie Bescheid über Verschwörungen und Verheimlichungen, Verfolgung und Verrat in der kleinen Stadt über die das Lied handelte. Handelte? Sie gab dem unglücklichen Mann den Tipp seine Hinweise genauer zu platzieren. Hat sie davon nichts in den Videos gefunden.
Der Mann ging, Frau G. ging ebenfalls, in den Keller zum Lachen. Der Kaktus ging mit zu ihr nach Haus und bekam den Namen: Familie Firlefanz. Familie, da er aus vielen kleinen, Knöllchen besteht und sich auch Bodendecker nennt. Kack-Tus.

Als nächstes bekamen die Stiftverkäuferinnen Besuch von der Eigenartigen Dame. Diese, Frau G. kannte sie schon, war sehr eigenartig, aber auch interessant. Die neue Kollegin Frau F bediente sie diesmal – Frau G. lauschte.
„Ja, die sind ja so böse, so böse alle sind böse..“ murmelte sie, während Frau F. Briefumschläge darbot und Frau G. hinterm Regal kicherte. Hätte sie doch zu gern gesehen, was sich dort abspielte aber das wäre zu auffällig gewesen.
„Sie haben ja keine Ahnung, was der tut! Sie können das ja nicht wissen.“ zeterte die Eigenartige Dame, während sie wieder zur Kasse gingen. Frau F., konfus, versuchte herauszufinden, wovon das Gespräch handelte, aber scheinbar war sie nicht die Gesprächspartnerin. Sie lächelte und nickte, besser kann man in solchen Fällen nicht reagieren.
Frau F. kassierte und steckte die Briefumschläge in eine Tüte. „Das Mädchen“ - Eigenartige Dame zeigte auf die Abbildung auf der Tüte - „ist auch böse! Aber Sie wissen das ja nicht! Das können Sie nicht wissen. Die sind alle böse. Böse sind die. Das können Sie nicht wissen...“
Frau F. verwirrt, checkte aber inzwischen die Lage! Ja, es handelte sich um einen der Freaks. Kundin verließ murmelnd den Laden, bis sie vorm Kalenderständer stehen blieb. „The Rabbit- böse, böse...“ *murmel *

Ach, und kannten Sie schon den Unterschied zwischen einem Wurmi und einem Wurli?
Die gemeine Stiftverkäuferin auch nicht – und wurde von einem ca 6jährigen Jungen aufgeklärt.
„Sie verkaufen den WurLi, der ist nicht gut. WurMi ist besser. Der hat einen schwarzen Faden und WurLi hat einen durchsichtigen, der reißt schneller. WurMi hat ein weicheres Fell und WurLi hat hinten eher Borsten. Bei WurMi steht auf der Packung die Beschreibung Soundso und bei WurLi steht das anders, daran kann man das erkennen. WurMi ist das Original und WurLi ist nachgemacht. WurLi hatte ich schon und der war doof und WurMi hab ich jetzt, der ist besser. Weil wenn man den über die Hand laufen lässt, sieht das aus wie echt und bei WurLi war das nicht so und der geht auch schneller kaputt....“ blah ohne luftzuholen, darum kürzen wir hier jetzt ab. Frau G. konnte das im sehr einseitigen Gespräch mit dem illustren Knaben nicht, darum malte sie sich aus, wie seine späteren Schulkameraden auf so ein Problem wohl reagieren würden...
Das Gespräch handelte hier übrigens von bunten Fusselwürmern am Faden. Nichts lebenswichtiges. Nur ein profanes 2€ Produkt für Kinder! Der Vater des Knaben stand daneben und lauschte ergeben der Wortwelle die da rauschte. Die gemeine Stiftverkäuferin hoffte, dass er irgendwann den Mut fand, seinen Sohn einzuschränken. Oder zum Psychologen zu gehen. Was Kinder von heute doch für Probleme haben, wenn die gekauften Produkte nicht das Japanische Original sind, sondern eine Thailändische Kopie.

Letztendlich erreichte ein Fax den Stifteladen, mit dem Wunsch eines Syrischen Arzt-Soldaten, der von einer Syrischen verlorenen Familie 24Millionen Euro bekommen hatte, dieses Geld aber nicht behalten durfte, da Syrische Arzt-Soldaten kein Geld besitzen dürfen. Ist ja logisch. Folglich suchte er eine Deutsche Firma, der er das Geld überlassen konnte. Natürlich suchte er sich den kleinen Stifteladen in der kleinen Kleinstadt am Mittelgebirge aus. Vermutlich wusste er um die dortigen Gegebenheiten und wollte den Stiftverkäuferinnen was gutes Tun, in dem sie einen riesigen Stiftekonzern mit dem Geld der verlorenen Familie gründen können. Was auch immer eine verlorene Familie war. Frau G. unterzeichnete das Fax mit den Worten: Vielen Dank, wir nehmen das Angebot an und werden in Syrien einen Stifteladen eröffnen, damit Syrische Kinder auch tolle Stifte haben! Und schickte es an die Geschäftsleitung weiter. Vielleicht verlor eine verlorene Familie tatsächlich Geld, aber das Fax verlor seine Glaubwürdigkeit bei erreichen des Ladens. Verloren hatte hier nur das Fax: Tonerverschwendung.
Doch es geht auch anders: Ein Telefonat huschte die Stiftverkäuferin wieder aus ihrem Trott, nur ein paar Tage später!
Ein finsterer Mann von der Behörde für Urheberrechtsverletzungen rief an und beschuldigte die gemeine Stiftverkäuferin einen illegalen Download von Musik und Video aus dem WWW betrieben zu haben. Er hatte angeblich Tipps aus ihrem Bekanntenkreis bekommen. Auf den Einwurf: „Das glaube ich nicht!“ reagierte er mit „Lassen Sie mich ausreden!“ und nachdem mehrere seltsame knaarzer und knirscher Frau G. auf einmal richtig zuhören ließen, ärgerte sie sich über diesen tristen Tonband-Terror und legte lieber auf. Was sich die Leute nur dachten!

Sodenne, sprach auch ein weiser Mann, wünsche dir nie, zu leben in interessanteren Zeiten. Denn auch wahnwitzig wackeres Wunschwollen kann manchmal in Erfüllung gehen!

Samstag, 28. Juli 2012

Die gemeine Stiftverkäuferin macht Urlaub



Autoplagen.

Urlaub, Sonne, Meer und Strand (zumindest im Buch), was könnte es schöneres geben?

Frau Comorph und der Captain haben gemeinsam Urlaub, Zeit für ihr Auto Mr.Green, sich ganz gemeine Dinge zu überlegen. Was könnte man also alles tun, um den beiden die Zeit so unangenehm wie nur möglich zu machen.

Erster Akt: Hitze. Ja, draußen ist es schrecklich heiß, dachte sich Mr.Green, also wärm ich mich mal schön auf. Sonne aufs Blechdach brennen, Motor heizt ja auch schön, Klimaanlage bringt da eh nichts mehr... hehehe! Frau Comorph und der Captain haben in dieser Woche mehrere Liter Schweiß im Auto gelassen.

Zweiter Akt: Am ersten Tag sind sie gemeinsam in die große Stadt gefahren, denn da ist ein Zoo, den wollte man schon immer mal sehen. Tiger, Löwen, Bären, Meerschweinchen usw. Und natürlich Enten. Enten sind für jeden Zoo eine leichte Attraktion. Kommen von alleine, essen was übrig bleibt und wohnen einfach mal überall zur Untermiete mit. Interessiert das Nilpferd eh nicht, ob da noch was außer toter Blätter aufm Tümpel dümpelt.
Allerdings dort erstmal einen Parkplatz zu finden ist nicht leicht. Denn zu Zeiten der Ferien haben noch andere Menschen den gleichen Zoobesuchsplan. Parkhaus. 3,50 Euro fürs Parken? Nein danke, gleich wieder raus. Hinten ums Eck kannte der Captain aus einem früheren Besuch noch Parkplätze. Die einzigen freien, die er das letzte mal auch nutzen durfte, waren für Behinderte (die fährt der Captain manchmal herum). Auf dem Rest der 600m langen Straße war nichts weiter frei. Also doch ins Parkhaus. Aber, Pech gehabt, das war jetzt voll. Fuhr man also erstmal weiter, 1,6km durch einen sommerlichen Wald. Zoo pro: sollte ein Tier entkommen, findet man es eh nicht mehr, kann man die Sache untern Teppich kehren. Würde so ein Kapuzineräffchen durch den Großstadtdschungel wetzen, würde es große Furore geben.
Jedenfalls lebten dort nicht nur ausgebüxte Tiere und die ersten Maronen des Jahres, sondern auch freie Parkplätze für umsonst! Halt nur 1,6km entfernt. Ist ja auch wurscht, Hauptsache man spart, dachte sich der Captain und die beiden marschierten los.
Es war ein schöner Tag. Alles hier jetzt zu erwähnen würde Sie nur langweilen. Wir machen es deshalb kurz: Zebra, Boot, Enten, Nilpferd, Pommes, Flamingo, Wolf, Eis, Seehundshow, Eisbär, Toilette, raus. Freunde treffen, Pizza essen, nach Hause fahren.
Hier übernahm Frau Comorph das Steuer und der Captain spielte den Navigator. Frau Navigator brauchte man ja nicht mehr, den Rückweg kannte man.
Was Frau Comorph nicht bedachte ist, dass Frau Navigator auch die Blitzer kennt (pssst!).
Und im Eifer des Gesprächs über den ach so schönen Tag, rauschte Frau Unglückscomorph mit 30kmh zu viel in eine Blitzkontrolle. * Fump* (Die natürlich nicht neu ist, sondern schon seid Jahr und Tag dort fest installiert ist)
Panik! Oh, großes Weh! Oh großes Unglück und ach so viele Tränen... jetzt war Frau Comorph kein unbeschriebenes Blatt Verkehrsgeschichte mehr, sondern wie so viele andere Vollidioten auch ein Eintrag im Punkteregister.
Mr.Green, wir erinnern uns, schmunzelte leicht, war er doch auch nicht so ganz unschuldig an der Sache. Denn das seichte Laufen des Motors, das besänftigende Brummen, das ungestörte Tun der was auch immer sie tun - Dinge in seinen Innereien gaukelte vor, doch nicht so schnell gewesen zu sein! Ha! Schande über Mr.Green!

Dritter Akt: Am nächsten Tag plante der Captain, man könne ja zum Kyffhäuser Denkmal fahren. Ewig weit ins grüne Land, nach Süden, obwohl man in den Osten fuhr (jaja, Frau Comorph hat ewig gebraucht um dieses zu verstehen!).
Auch hier gibt es kurze Eindrücke des Ersten Aktes, denn man fuhr wirklich ewig in großer Hitze. Aber was tut man nicht alles für ein wenig Kultur. Endlich (beim Aussteigen schwappte Schweiß auf den Parkplatz) kam man an. Doch, hier wiederum lacht das Schicksal, war das verdammte Denkmal hinter einem Baugerüst verborgen! Kreuzkümmel und Koreander und Co!
Netterweise zahlte man zwar trotzdem 6,- Eintritt (verfluchte Abzocker) bekam aber dazu einen Guteschein, das Denkmal ab 2014 erneut zu besuchen, wenn es denn wieder hergestellt ist. Derweil arbeiteten viele unsichtbare Helferlein mit Hammer und Meißel an der Wiederauffrischung des Turmes. Hier wiederum kürzen wir ab: Treppen hinauf, Museum. Treppen hinauf, Museum. Treppen hinab. Unendliche Treppen 81m hinauf, Ausblick. Treppen hinab.
Auf der Rückfahrt, fuhr Frau Comorph ganz apart fast einem BMW in die Seite. Weil, die Straße war so krumm, war aber eine abknickende Vorfahrtstraße und der BMW schneller und dann blieb man vielleicht doch lieber stehen... und holte sich prompt vom brüsk beleidigtem BMW Brummer den beleidigenden Beitrag! *schimpf und zeter *
Oh was muss ein so herrlicher Tag so hundeelend enden?
Kichernderweise dachte sich Mr.Green: so, meine Dame, du fährst hier bald nicht mehr! Dich krieg ich auch noch klein!

Vierter Akt: Des Autos beleidigter Donnerstag.
Nachdem Frau Comorph am Mittwoch schwitzend und schweißend mit ihrer Frau Mama einen Ausflug beendete, hatte Mr.Green einige Zeit, sich einen perfiden Schlachtzug zu überlegen.
Am folgenden Freitag fuhren Frau Comorph und der Captain zu des Captains Verwandten.
Gossen den grünen Garten und gingen im Großhandel einkaufen, weil man das mit den Verwandten kann. Nebenan befand sich das Autohaus, des Vorzugs. Werkstatt und Verkauf von diversen Automobilen, die der Captain im Vorbeifahren bewunderte und sich nach dem Einkauf noch anschauen musste. Man könnte ja dann, man hätte ja... oder dieser im Verbrauch.. mit Automatik usw... Gelände und Kombi, etc. Das hörte Mr.Green, denn er hatte Ohren wie Großmutters Ohrensessel. Und prompt plante er die Panne. Er sprang nicht mehr an. Egal was der Captain und Frau Comorph auch drückten, öffnete, drehten und bettelten. Des Captains Anverwandter lief geschwind zum Autohaus und kam mit einem netten Techniker zurück, der auch wiederum nur feststellte: Das Auto springt nicht an, da kann man jetzt nicht viel machen. Kurzum, Mr.Green blieb dort stehen, der Captain und Frau Comorph gingen zum Grillen und wurden später nach Hause gefahren.
Dies war nun der Meisterstreich des Mr.Green, denn mit diesem perfiden Schachzug schaffte er es, die Urlaubskasse um einen Großteil zu minimieren! Zumindest bekam Mr.Green einen netten Wellnessurlaub im schönen Harzvorland und erholte sich ein paar Tage von Frau Comorphs wüsten Fahrversuchen.

Schlussakt: Dieses nun, so seid gewiss, ist wohl gesagt, nicht nur geschiss.
So wahr das Wort das hier geschrieben steht, genauso wie die Erd sich dreht.
Und mög ein Narr hier Trug vermuten, so soll hinfort sein Geist sich sputen.
Denn Frau Comporph wie jeder weiß, erzählt euch niemals falschen Scheiß.



Sonntag, 22. Juli 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin – Kinder, Kinder!


Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin – Kinder, Kinder!


Es ist mal wieder an der Zeit darüber zu berichten, was doch diese kleinen, menschenähnlichen Wesen, die Tag ein Tag aus in den Stifteladen kommen, für abenteuerliche Geschichten mit sich bringen.
Gerade jetzt zu Zeiten des nahenden Schulanfangs wird es besonders lustig. Kinder, die ihren ersten Schulranzen bekommen, betreten den Laden mit Augen groß wie Untertassen, laufen staunend von Dino zu Transformers, wollen alle Ranzen am liebsten mit nach Hause nehmen... oder sind absolut unbeeindruckt. Ja, das gibt es auch. Während Luca S. seine Eltern versucht zu überzeugen, dass er auch in 5 Jahren noch immer den heißgeliebten (meist Liebe auf den ersten Blick) Schulranzen mit dem Traktor drauf zur Schule tragen wird, weil der ja sooo toll ist und überhaupt ist da ja auch ein Anhänger dran! Ist Celina K. völlig apathisch. Versteckt sich hinter dem Rücken ihrer Mutter, schaut nur auf den Boden und lässt sich wahllos Ranzen für Ranzen auf den Rücken schnallen um lustlos anzuprobieren, welcher am besten passt. Welcher ihr dann gefällt, lässt sich auch nur herausfinden, wenn die Eltern die ins Ohr geflüsterten Worte übersetzen. Aber selbst nach dem Kauf verhält sich ein solches Kind nicht gerade überschäumend vor Freude. Der Ranzen wandert in eine Tüte und das Kind verlässt den Laden, während die Eltern sich noch für die Geduld der Stiftverkäuferin bedanken. Luca S. wiederum mag den Ranzen zum Kassiervorgang gar nicht erst abnehmen. Da muss die Stiftverkäuferin die Zettel abschneiden, das Zubehör einladen und hoffen, dass der Ranzen bis zum Schulanfang nicht zum Alltagsaccessoire mutiert. Aber sie freut sich über die Eltern, die dann wieder kommen und berichten, dass der Ranzen mit im Bett schlafen muss und schon allen Verwandten und Freunden gezeigt wurde. So muss das eigentlich sein!
Überschäumende Kinder machen Spaß. Wie der kleine Tim, der während der Anprobe aus dem Nichts mitten im Gespräch in die Runde rief: Ich habe Schildkröten! * große Lolli-Augen *
Tja, was soll man dazu sagen. Kinder benötigen in manchen Augenblicken vollste Aufmerksamkeit. Und wenn sie die nicht bekommen, wird sie geschaffen. Egal was herum passiert.
Letztens kam ein kleiner Junge in den Laden, drängelte sich durch 5 Personen die an der Kasse standen durch, kämpfte sich zum Tresen, fixierte Frau G. mit den großen Lolli-Augen und rief: ICH HABE DAS!!! Ein verpacktes Etui hochhaltend, was er irgendwo anders erworben hatte. Auftrag erfüllt! Die Mutter, noch gerade am Eingang schmunzelte nur, denn sie war die Auftraggeberin. Wenn du das Etui nicht in der Tasche tragen willst, dann sag der Tante, dass du das mitgebracht hast. Sonst kommt die Polizei! Oder so ähnlich. Stiftverkäuferinnen wussten jetzt Bescheid. Fertig.
Und damit es nicht zu anderen Verwirrungen kommt, wird die Stiftverkäuferin auch gefragt, ob man das Etui denn auch auspacken darf. Hier im Laden. Unbedingt! Sowas kann spannender sein als ein Ü-Ei.
Verwirrungen gibt es auch manchmal an anderer Stelle. Wenn die Eltern Bekannte treffen, die die Kinder zum ersten Mal sehen. Ja, wer bist du denn?? Fragte der Onkel das kleine Kind mit den langen blonden Locken. Die Henriette? - Nein... * Gesicht versteck * Dann bist du die Barbara? - Nein! *zum Boden schau * Na wie heißt du denn dann? (Frau G. schrie in Gedanken Rumpelstielzchen!) … Maximilian... * hinterm Papa versteck *
Ja, das war für den Onkel ein peinlicher Moment, für die Stiftverkäuferin allerdings wieder ein Grund zum Lachen in den Keller zu verschwinden. Was müsst ihr Eltern auch euren Jungs die Haare lang wachsen lassen und dann asexuell einkleiden? Gelb und Grün... mit braunen Schühchen... Warum nicht die Lederjacke, Sonnenbrille auf den Kopf und ne nette Jeans dazu?
Lustige Accessoires an Kindern können sowieso Spaß machen.
In irgendeinem Masochistenladen gibt es pinkfarbene Zauberstäbe mit Sternchen am Ende, das lustig glitzert und beim Aufprall an diversen Dingen magische Geräusche von sich gibt.
Wenn man nun als Mutter enorme Nerven hat, masochistisch veranlagt ist oder die perfekte Medikamentenmischung entdeckt hat, kann man seinem Kind so etwas schenken. Es wird sich freuen und diesen Zauberstab gerne mit zum Einkaufen nehmen.
Quengelnderweise saß nun dieses Kind auf dem Arm der Mutter und fand es super ihr mit dem Zauberstab auf den Kopf zu hauen. Irgendwas muss man ja machen, wenn die große Schwester im Mittelpunkt steht und einen Füllhalter bekommt. Frau G. bediente zum Glück einen anderen Kunden, wunderte sich aber über die abnorme Geräuschkulisse.
* klonk*
FLUFLUFLUFLUUUUU
* klonk*
FRRRRRRRRPIIUUUUUUUUUU
* klonk*
FUUUAAAUUUAAAUUUAAAAAAAAAAA!!!!!
* klonk*
naja, wir kürzen das hier jetzt mal ab. Frau G. hätte zumindest gerne etwas von den Pillen ab bekommen, die die Mutter geschluckt haben muss, um dieses zu verkraften. Alternativ kann man aber auch so lange die Karten auf den Kartenständern vorm Laden sortieren. Und die arme Kollegin im Zenit des magischen Gewitters bemitleiden. Manch einer lacht hier jetzt. Frau G. nicht. … :D
Schulsachen kaufen mach ja sooo einen Spaß!
Dabei können Kinder aber auch sehr Selbstständig sein. Wie die kleine Pia, die jetzt in die Schule kommt. Nach betreten des Ladens, zuppelte sie ihrer Mutter die Einkaufsliste aus der Hand und kam mit den Worten „ Ich nehm mir ne Verkäuferin“ auf Frau G. zu. Warum auch nicht. Dafür ist sie ja da.
Aktuell musste die gemeine Stiftverkäuferin auch feststellen, dass vor 6 Jahren bei der Namensgebung gern gespart wurde. Waren es im letzten Jahr noch John-Lennard, Sophie-Miriella-Thabea, Hieronimus und Josephine Mercedes, sind es in diesem Jahr eher Pia, Mia, Tim, Luc oder Lea. Wunderlicherweise auch Luna, ein besonders hübscher Name. Kannte Frau G. bisher nur von Sailor Moons Katze und dem Hund einer Bekannten. Aber warum nicht. Frau G.s Kater heißt Paul. Vielleicht nennt sie ihr Kind später einfach auch so.

Jetzt zumindest hat Frau G. erstmal Sommerurlaub, erholt sich vom Stress des Stifteladens und freut sich auf 2 Wochen Kinderfreie Zeit. Also: wegsperren!

Donnerstag, 19. Juli 2012

Der Tag an dem die Stiftverkäuferin auszog um eine Hose zu kaufen


Der Tag an dem die Stiftverkäuferin auszog um eine Hose zu kaufen
Bzw die Tage


Es geschah zu einer Zeit, die ungünstiger nicht sein konnte. Sommeranfang. Frau Comorph's Hose riss entzwei. Ja, Frau Comorph ist in Wirklichkeit die gemeine Stiftverkäuferin, wer hätts gedacht!

Es war ihre Lieblingsjeans *schnüff *, mittelblau, leicht verwaschen, perfekter Sitz und perfekte Länge. Nicht zu modisch und nicht zu langweilig. Einfach ideal für Beruf und Freizeit. Doch eines Tages kommt immer der Augenblick, an dem man feststellen muss, dass die Hose an der ein oder anderen Stelle fadenscheinig wird. Und dieses stellte Frau Comorph schon seit längerem fest und infolge dessen etwas aktueller, eine Lochbildung an dieser fadenscheinigen Stelle.
Groß war die Trauer und groß der Kummer.
Aber was soll man lange trauern, wenn die Auswahl der Jeansverkaufenden Läden in der kleinen Stadt doch so groß ist, dass es Sommerlicherweise doch kein Problem sein sollte eine identische Hose zu finden. Wir erinnern uns, der Auftrag lautete: Kauf eine Hose, eine Jeans, mittelblau, gerades Bein, leicht verwaschen, perfekter Sitz. Sollte nicht so schwer sein, da Frau Comorph schlank, gerade gewachsen und proportional optimal ist.
So war der Plan.

Die Ausführung.
Die gemeine Stiftverkäuferin hat pro Tag 45 Minuten Mittagspausenzeit um eine Hose kaufen zu gehen. Eine Hose zu finden und anzuprobieren sollte viel weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Tag 1: Da Frau Comorph noch einen Restgutschein hatte, versuchte sie ihr Glück zuerst in dem kleinen pinkfarbenen Lädchen. Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte sie dort eine Jeans erworben, die von relativ guter Qualität ist. Und sie erinnerte sich an Unmengen von Jeans, die dort zur Erwerbung ausgestellt waren. Diese Unmengen fand sie auch. Doch bestanden sie meist aus großen Größen. 4 Hosen allerdings hatten die richtige Größe und wurden mit in die Umkleidekabine genommen. Perfekterweise waren sie sogar reduziert und kosteten weniger als die Hälfte!
Hose 1: zu groß. Hm, Größe 36...seltsam.
Hose 2: zu groß und zu lang. Ebenfalls Größe 36
Hose 3: zu klein. Auch eine Größe 36
Hose 4: der Favourit vom Ausehen, Größe 34, aber zu groß.
Verärgert hing sie die Hosen zurück und suchte in der Ecke mit aktueller Mode. Doch dort befanden sich nur Röhrenjeans. Und die wollte Frau Comorph nicht. Hatte sie schon.
Auf dem Rückweg machte sie noch Stopp im großen Warenhaus der Stadt, das nach dem Umbau mit frischem und neuem Design warb. Doch die Modeabteilung war weder frisch noch vom Design für die junge und modische Stiftverkäuferin geeignet. Denn altbacken und Bauchnabelhoch hingen dort Hosen für Frauen jenseits der Menopause. Aber man kann bei der Gelegenheit bei den super teuren BHs schaun, denn sowas wollte man ja auch mal immer anprobieren. Doch, der Tag stand nicht unter guten Sternen, selbst ein BH jenseits des erträglichen Preises war nicht gewillt sich dem Körper der Frau Comorph anzupassen. Vielleicht wäre dies der Zeitpunkt für eine spontane und verkaufswillige Unterwäscheverkäuferin gewesen, aus dem Nichts vor der Umkleidekabine zu erscheinen und sofort den passenden BH aus der Rocktasche zu zaubern. Aber Verkäuferinnen gab es hier nicht, die versteckten sich lieber.
Damit war die Pause auch vorbei.

Tag 2: Heute hatte die gemeine Stiftverkäuferin frei und war mit dem Captain in dessen Heimatstadt unterwegs. Er besuchte seinen Großvater und Frau Comorph nutzte die Zeit um etwas einzukaufen. Geplant waren Lebensmittel, aber die gab es neben dem tollen Laden mit der lauten Musik. Nach dem Eintreten befand sie sich in einem Hosen-Mekka. Hunderte von Farben, Formen und alles reduziert. Naja, fast alles. Es gab Millioooonen, reduzierte Hosen, die man duchgucken konnte! Und Zeit im Überfluss. Also, durchgucken. Und gucken. Und Hosen blättern wie Buchseiten auf der Suche nach der Stelle wo man gestern eingeschlafen ist. Zu groß, zu groß, zu klein, hässlich. Wer trägt bitteschön Schlumperhosen-Jeans? Leider war ein Großteil der Jeans entweder in der falschen Größe oder mal wieder eine Röhrenjeans. Hier lernte Frau Comorph auch den Unterschied zwischen Skinny Jeans und Super-Slim-Skinny und diversen anderen lustigen Bezeichnungen. Draußen ging derweil die Welt unter in einem tosenden Gewittersturm. Doch im Laden war es, bis auf die lästige Musik, ganz angenehm. Mit 5 Hosen begab sie sich in eine Umkleidekabine.
Hose 1: zu groß.
Hose 2-5: ebenfalls, wir kürzen das hier jetzt etwas ab. Seltsamerweise waren die Hosen an den Beinen passend, nur am Bauch standen sie ab. Was muss eine Frau für eine Figur haben um dort hineinzupassen?
Verfrustet stieg sie wieder in die eigenen Hosenbeine und schaute was es noch so gab. Immerhin gab es hier passende BHs. Ja, und dieser befand sich außerordentlich unter dem gewillt zu bezahlenden Betrag. Immerhin ein Erfolg der Woche.
Am anderen Ende des Ladens befanden sich ebenfalls Jeans, doch beim genaueren Hinschauen, waren es genau die gleichen, die sich schon am entgegengesetzten Ende befanden. Seltsame Warenpräsentation.
So freute sich Frau Comorph zumindest über den kleinen Sieg der Unterwäsche.

Tag 3: Da Frau Comorph aufs Mittagessen verzichtete hatte sie nun etwas mehr Zeit und begann ihre Suche im großen schwedischen Modehaus. Doch ein schneller Blick zeigte: hier gibt’s nur Röhrenjeans. Ärgerlich. Farblich wären sie zwar ganz nett, aber eine Röhre wollten wir ja nicht.
Weiter geht’s zum schicken kleinen Lädchen an der Ecke. Dort hingen tatsächlich die perfekten Jeans, aber den Preis war Frau Comorph nicht bereit zu zahlen! Unverschämtheit. Was denken die sich? Weiter in den bunten Laden mit der lauten Musik – den gab es hier auch -, doch hier gab es die gleichen Hosen noch einmal, die sie einen Tag zuvor anprobiert hat.
Langsam kroch die Überlegung durch die staubigen Hirnwindungen: was, wenn es gar keine Hose gibt, so wie die alte war? Was, wenn man nun doch nur eine Röhrenjeans nehmen muss? Eine enge, modische, zu der man nie die passenden Schuhe hat? Aber zumindest hätte man dann eine Hose...
Zurück zum schwedischen Modeladen. Dort hingen viele verschiedene Röhrenjeans. Beim Durchschauen fand sich sogar eine gerade geschnittene, mittelblaue, leicht verwaschene Jeans. Doch nun stand Frau Comorph vor dem nächsten Problem: Verdammt.. welche Größe?? 34, 32, 28, 29?
Also anprobieren. Sie nahm die kleinste Größe mit, eine 29, dazu ein paar gleichgrößige (ja, gleichgrößige!) Röhrenjeans, annehmbarem Designs. Doch, das kannten wir schon: alles zu groß! Was für eine Welt ist das eigentlich?? Die kleinste Hose war eine 26, die war allerdings zu klein. Eine 27 gab es, die passte auch, gefiel aber nicht, war auch 30cm zu lang. Wie traurig. Dann war die Pause auch schon wieder vorbei.
Wieder ein Tag ohne Hose.

Tag 4.
Langsam machte sich Frau Comorph Gedanken, ob sie tatsächlich noch eine Hose finden würde. Oder ob es gänzlich unmöglich sei, zumindest in diesem Sommer.
Viele Möglichkeiten blieben nicht mehr. Das Internet, so groß es auch war, wurde schon früh ausgeschlossen, da einfach die Möglichkeit des Anprobierens nicht gegeben war. Und bei den seltsamen Hosengrößen war es absolut unumgänglich.
2 Geschäfte gab es noch, die man in der Pause aufsuchen konnte. Doch standen die Chancen schlecht. Bei Clemens und August hatte sie selten etwas schönes gefunden. Und dann gab es noch den bunten Teenie Laden. Doch die Zeiten waren eigentlich vorbei.
Aber es gab noch Zeichen und Wunder in dieser seltsamen Welt. Denn als Frau Comorph den grellen Laden mit laut tönender Musik betrat, schien ein Licht vom Himmel und leuchtete auf eine Hose, die einer Offenbarung gleich kam.
Gut, man sollte nicht übertreiben. Sie war mittelblau, leicht verwaschen und günstig. Allerdings war sie doch eine Röhre. Oder Slim-Skinny-Style. Aber sie war günstig und bestand aus so einem zauberhaft weichen Stoff, dass Frau Comorph es bis heute nicht satt ist, über ihre Beine zu streichen und sich an der Weichheit des Jeansstoffes zu erfreuen. Negativerweise sollte hier aber auch die kleine böse Stimme im Hinterkopf erwähnt werden: Jaaa, dann hält sie aber auch nicht lange!
Aber sie war nicht teuer, hatte ein schönes Blau, die perfekte Länge und überhaupt sind Röhrenjeans der letzte Schrei und fetzen total.
So soll uns diese Geschichte einer Frau, die auszog um eine Hose zu kaufen, nahebringen, wie doch die Welt von der Modeindustrie dominiert wird. Sagt noch einmal, ihr werdet nie bunt karierte Schlumperhosen tragen, bis es überall nur noch bunt karierte Schlumperhosen gibt. Dann findet ihr die so genial! Gut, das trifft jetzt nicht auf jede Modesünde zu.
Aber Frau Comorph für ihren Teil hat aus der Mode gelernt. Sie besitzt nun 3 Röhrenjeans und hat nicht ein perfektes Paar Schuhe dazu. Außer den Ballerina. Aber die kann man ja nicht bei Regen tragen.....


Sonntag, 17. Juni 2012

Neues von der Stiftverkäuferin - Männer, Mysterien, Marder



Es geschah in einer Woche, in der eh schon komische Dinge geschahen.
Die Stiftekollegin Frau S. hatte einen Stalker, der jeden Tag um die gleiche Uhrzeit vorm Laden stand um sie anzuschaun. Ein Mann, wie er sonst nur in amerikanischen Trailerparks zu sehen ist, wie er mit einer Schrotflinte auf Bierdosen schießt.
Unheimlich, unangenehm, unnötig! Aber sowas von. Man regte sich auf und notierte jeden Schritt des Stalkers und stalkte damit zurück.

Ein furchtbar kitschiger Glas-Chihuaha entschloss sich zum Selbstmord durch spontane Selbstexplosion. Seit Wochen hing er an der Kasse und stellte seine glitzernde Fürchterlichkeit zur Schau und eines Donnerstag Nachmittages war es dann soweit: * Peng * sein Leben endete und die Stiftverkäuferinnen hatten was zu fegen.
Natürlich wurde der gemeinen Stiftverkäuferin Frau G. die Schuld in die Schuhe geschoben, obwohl sie den Tag garnicht da war, hätte sie den Vorfall per unheiligem Ritual von zu Hause aus verursachen können. Eine andere Erklärung gab es ja schließlich nicht.

Dann schlug die Uhr Samstag. Nicht viel war bis Mittag passiert und 4 Stunden noch trennten die Stiftverkäuferinnen vom Feierabend. Frau G. stand hinterm Kassentresen als ein Marderbaby den Laden betrat (Unwissenderweise wurde es die erste Zeit als Frettchen bezeichnet). Durch die Tür trat es ein und wandte sich dem Kundenstrom anpassend nach rechts Richtung Schulbedarf. Nach einem großen imaginären Fragezeichen und diversen Ausrufezeichen die über Frau G.'s Kopf erschienen startete der Samstagsspaß.
Stellen Sie sich nun zu folgenden beschriebenen Aktionen eine lustige Zirkusmelodie im Hintergrund vor, die alles hübsch bunt untermalt.
„Frettchen??“ „Oh!“ „Huuh?“ „Waaah!“ schallte es durch den Laden. Das Frettchen huschte von einem Regal zum nächsten, genialerweise boten alle eine 2cm hohe drunterhusch-Lücke. So huschte es hin und her und lachte über die tollpatschigen Tanten, die es zu fangen versuchten.
Die Akteure: Frau S. mit einer Tüte Kekse in der Hand, streute hier und da einen Keks aus um das Tierchen anzulocken. Kundin 1 lief mit Papierkorb hinterher. Ihre Söhne jeweils mit Regenschirm und Papierkorb in der Hand. Eine weitere Kundin fand alles sehr amüsant und versuchte trotzdem Servietten zu finden. Stiftechefin lief mit einer Schultüte zwischen den Regalen um es gegebenenfalls einzutüten. Frau G. fing das gescheuchte Frettchen mit bloßen Händen, nur um in den Finger gebissen zu werden. Windenderweise und furchtbaren Gestank verbreitend flüchtete es allerdings wieder.
Eine Horde Clowns die auf Einrädern durch den Laden fahren hätte in diesem Moment nicht kurioser gewirkt.
Letztendlich saß das Marderbaby unter einem Regal fest. Frau G. baute Türme aus Kopierpapier und Schachteln auf um es an der Flucht zu hindern, doch es flüchtete hinter die Regalkonstruktion der Rückwand. Da dieses der einzige Zugang war, konnte es nun nicht mehr ungesehen raus. Aber es fühlte sich dort wohl.
Stiftechefin tat den Vorgang im Internet kund, dadurch wurde eine Lebendfalle vorbeigebracht, die allerdings zu groß für ein Marderbaby war. Ein zufällig im Laden stehender Feuerwehrmann bekam ein Gespräch mit, lag anschließend auf dem Boden unter die Regale spähend, gab Tipps und Infos über das Marderverhalten. Dank ihm und einer anderen Kundin wussten die Stiftverkäuferinnen nun auch, dass Marder keine Kekse mögen, sondern lieber Fleisch fraßen. Der Laden wurde von Kekskrümeln befreit.
Frau S. machte Feierabend, Stiftechefin und Frau G. noch immer ratlos.
Eine Leiter! Man könnte ja mal hinters Regal schaun.
Erinnern Sie sich nun wieder an die Zirkusmelodie!
Frau G. steigt auf die Leiter, stellt fest, dass der Kopf nicht zwischen Holzrückwand und Decke passt. Staub verfängt sich in Wimpern und Frisur. Stiftechefin mit schmalerem Kopf, steigt auf die Leiter und linst in den Hintergrund, findet aber auch keinen Marder. Ist für den außergewöhnlichen Körpereinsatz mit einem schwarzen Staubstreifen im Gesicht belohnt.
Leiter rauf, Leiter runter, Leiter wird hin und her gerückt. Leiter bringt es doch nicht weiter!
Gesicht reinigen, neuer Plan.
Nach Feierabend sollte eine Rattenfalle besorgt werden, die mit Fleischköder gespickt das Tierchen fangen soll. Lebend natürlich, man ist ja kein Unmensch.

Zwischendrin in diesem Chaos geschah auch noch ein Vater mit seinem Sohn, die die gemeine Stiftverkäuferin um Rat baten, wo man denn eine Sängerin herbekommen könne, man sei eine Band aus Hannover und auf der Suche bla und blubb.
Frau G. natürlich hilfsbereit, schickt sie zur Musikschule.
Kurz vor Feierabend ist der werte Herr am Telefon, bedankt sich für den Tipp und bat die gemeine Stiftverkäuferin doch auch um ihre Meinung zu dem Song, zu finden unter folgender, diktierter Youtube Adresse. In 4 Wochen seien sie wieder in der Stadt und wollen dann die Meinung erfragen. Natürlich! Frau G. ist ja immer bereit für weiterführende Musik Beurteilungen.


Dann... war auch endlich Feierabend und die gemeine Stiftverkäuferin konnte sich in ihrem Haus einigeln und über die Begebenheiten der Woche nachdenken.

Fortsetzung folgt.

Freitag, 11. Mai 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Wir warten aufs Gewitter


Es gibt ja solche Tage, da weiß man morgens schon, dass nichts gutes geschehen wird. Wenn der Akku der Zahnbürste leer ist, man unter der Dusche gegen die Mischbatterie stößt und mit eiskaltem Wasser erschreckt wird oder man mal wieder vor dem absolut leeren Kleiderschrank steht und absolut nichts zum Anziehen hat, absolut nichts! Obwohl der Schrank voll ist.
Einen solchen Start in den Tag hatte die gemeine Stiftverkäuferin Frau G. . Natürlich kam sie auch viel zu spät aus dem Haus, da besagte Dinge die Zeit verbrauchten. Aber man muss auch anmerken, dass das Wetter an allem schuld war. Denn wenn man aus dem Fenster guckt und Wolken, Wind und potentiellen Regen sieht, denkt man nicht daran, dass es draußen knappe 20°C sein können, selbst wenn das Thermometer dieses behauptet. Außerdem sagte die nette Radiotante, dass es Regen, Gewitter, Hagel, Sturm und Weltuntergang gäbe!
Eiligerweise stürmte die Stiftverkäuferin also aus der Wohnung, in den Keller, aufs Rad und zur Arbeit. Dort angekommen stellte sie fest, dass das Thermometer doch recht hatte und pellte sich erstmal aus diversen Kleidungsschichten.
Der Tag konnte also beginnen!
Voller Elan räumten die Kolleginnen die Kartenständer aus dem Laden und warteten auf den ersten Kunden. Und warteten. … und warteten...
Zumindest der Postbote kam und brachte Päckchen. Aber der Rest der Bevölkerung saß vermutlich in irgendeinem Bunker und wartete den Sturm ab.
Naja, dachte sich die gemeine Stiftverkäuferin, tun wir halt andere Dinge. Und begann etwas herumzukramen, Listen zu fertigen, Dinge zu bestellen. Und schwupp war der Laden voll. Man muss den Kunden nur ignorieren, dann kommt er! Denn wenn er weiß, man hat keine Zeit für ihn, will er bedient werden.
Die Kunden des Prä-Gewitter-Weltuntergangtages waren eigenartig, aber normal. Sie hinterfragten Dinge und waren nicht Kaufentschlossen. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Nach der Mittagspause.

Ein Junger Mann betrat den Laden, schätzungsweise 17 Jahre alt, in der Blüte seiner Jungend und Schüler. Sah die Stiftverkäuferin an und fragte nach Plakatpapier.
Ich brauch Plakatpapier. (Stiftverkäuferin im Geiste scheltend: das heißt PlakatKARTON!)
Egal. Grün!
Ist das A3?
< Das ist 50x70 cm (Bengel, du malst doch in Kunst auf nem A3 Block,oder??)
Ist das A3??
< Nein. Das ist etwa das doppelte.
Ich brauch A3!
< Dann müssen Sie sich das durchschneiden (herrgottimhimmelkanndassoschwersein)
Kassiert und verabschiedet. Leichtes Kribbeln im Nacken.

Kunde betritt den Laden. Männlich, Mitte 40.
Ich brauche Etiketten für den Briefkasten. Keine Werbung. Ham Sie das?
< Ja, die sind draußen, am Etikettenständer.
Wo?
< Draußen.
Kunde dreht sich verwirrt, und schaut Richtung Tür.
Wo denn?
< draußen, draußen! (und zeigt ihm den Weg aus dem Laden)
Leichtes Kribbeln im Nacken verstärkt sich.
Etwas später: Eine Kundin, blond, gelockt, hübsch, betritt den Laden und sagt:
ich brauche karten für ein konzert von andrea berg in braunschweig ich glaube in der stadthalle oder so haben sie da noch karten ich brauche zwei stück (mehr oder weniger in einem Wort)
< Frau G. guckt verwirrt und sortiert die Worte.
< Nein. Da müssen sie zum Kartenvorverkauf.
Ich dachte immer SIE wären das! (und guckt vorwurfsvoll, warum ich es denn nun nicht sei)
< wir haben auch Karten. Aber das sind andere. (und schwenkt den Arm in einer Geste, die zum Umschauen animieren soll)
Kundin verlässt den Laden.
Nackenkribbeln!
Aber wir können das noch besser! Dachte sich der nächste Kunde.
Das Wetter draußen schlug langsam um auf noch mehr Wolken und noch mehr Sturm, Kastanienblüten betraten den Laden und Frau G. hatte Angst um die Kartenständer. Der Aufmerksame Leser erinnert sich.
Wie gesagt, der nächste Kunde. Männlich, um die 40, scheinbar normal.

Ich hätte gern einen Tintenroller. Schwarz. Der gut schreibt.
< Dieser schreibt gut. Ist aber ein Einwegstift. (Zeigt Stift in schwarz) Für 2,50.
Was heißt das?
< Der ist nicht nachfüllbar.
Haben Sie was nachfüllbares?
< Dieser von Lamy (zeigt neuen Stift) Der ist nachfüllbar.
Ah. (schreibt) Schreibt gut. Was kostet die Patrone?
< Das ist dann eine Mine, die kostet 2,50.
Was hat der andere gekostet?
< 2,50
Ah, genauso viel. Haben sie auch was mit günstigeren Patronen?
< (zeigt neuen Stift für Kinder der mit Patronen nachfüllbar ist)
< Dieser hier, wenn es Sie nicht stört, dass der für Kinder ist.
Nee, der ist eh für meinen Sohn. (Schreibt) Ja, der schreibt gut. Aber der schreibt blau...
< Da können Sie eine schwarze Patrone rein tun.
Können Sie das machen?
< (nimmt anderen Stift, tut schwarze Patrone rein.)
(schreibt jetzt in schwarz) Ja, der ist gut! Den nehm ich
< (Frau G. kassiert. Kunde zufrieden)
… und der ist jetzt auch radierbar, ja?
< (Frau G. stockt, überlegt) Radierbar ist der nicht. Das ist ein ganz anderer.
Ja, ich brauch den radierbaren.
< x.x Warum sagen Sie das denn dann nicht? (gemeine Stiftverkäuferin holt radierbaren Stift)
Ja, genau den. Den hat mein Sohn. Aber da ist die Mine so schnell leer
< Das ist da leider nunmal so, da ist nicht viel drin.
Ah. Kann ich das umtauschen?
< Den Stift schon, aber die Patronen jetzt nicht. Die ist ja schon angefangen.
(Kunde versteht das Problem und tauscht nur den Stift um)
Dann brauch ich dafür aber nur die Mine!
< Die ist gerade ausverkauft...
(Kunde geht)
Gemeine Stiftverkäuferin genervt.

Die letzten Kunden des Tages beschwerten sich glücklicherweise nur noch über das Wetter. Dass es ja so heiß sei. Und so schwül! Und dass es ja mal regnen müsse, denn der Garten ist ja so trocken. Und die Dahlienwurzeln bekommen ja auch in der Tiefe kein Wasser, weil die Erde ja soooo (handmaß) tief trocken ist! Bei dem Winter ja kein Wunder. Hoffentlich regnet es mal.
Die gemeine Stiftverkäuferin dachte sich nur, hoffentlich regnet es, wenn sie zu Hause ist. Denn mit dem Rad ist das kein Spaß. 

 Aber am Ende des Tages hatte sie noch Glück, kam trocken nach Hause und konnte später im Dunkel der Nacht das Gewitter beobachten, wie es herumzog. Hier und da blitzte und grummelte es. Ein Regenguss kühlte die Luft, während sie mit Herrn Kater am Fenster stand und sich wunderte, wie das Wetter doch die Menschen beeinflusst.
Gewitterwetter naht! Foto wurde zwar von der Stiftverkäuferin aufgenommen, allerdings nicht in ihrem Wohngebiet!