Donnerstag, 18. November 2010

Autofahren und andere Probleme

Autofahren und andere Probleme

Wie ja jetzt jeder weiß, werde ich zur Zeit zum Autofahren gezwungen. Andererseits, so lernt man es wenigstens. Aber trotzdem hätte ich nie gedacht, dass es dabei so viel zu entdecken gibt, so viel falsch zu machen und so viel zu beachten.

  • Auto abschließen! Wenn man einkaufen geht, sollte man sich nicht darüber freuen, dass man alleine einkaufen gefahren ist. Man sollte auch an die Grundprinzipien denken. Schließ dein Auto ab, wenn du es verlässt. Hat zum Glück keiner gemerkt.
  • Blinken. Blinken vergisst man manchmal, oder es fällt einem zu spät auf, dass man hätte blinken müssen, oder früher blinken müssen. Manchmal ist es aber auch so, dass man nach geraumer Weile erst merkt, dass man blinkt. Wenn man z.B. in einer abknickenden Vorfahrtstraße geblinkt hat und das Ding sich nicht ausschaltet und man blinkend durch halb Oker fährt. Ja, man hört es eigentlich. Aber nicht wenn man laut zur Musik singt.
  • Abbiegen. Achtung, manchmal kommen Autos. Dann muss man sich beeilen und während man im 1.Gang auf 30 beschleunigt, noch in der Kurve in den 2. Gang schalten und auf 50 beschleunigen. Alles, bevor das Auto da ist, welches man übersehen hat, und der Fahrer sich beschweren kann.
  • Anfahren. Immer im 1. Gang. 2.Gang geht auch, 3.Gang geht notfalls auch, aber am besten geht es im 1.Gang. Und laaangsam. Sonst gucken die Leute.
  • Scheibenwischer nur immer kurz anmachen und nicht dran rumdrehen, sonst geht er nicht mehr aus. Jedenfalls nicht während der Fahrt.
  • Geschwindigkeit. Immer an das halten, was die Schilder sagen. Es sei denn, man hat es eilig und einer drängelt. Dann „darf“ man auch mal Innerorts mit 70 langrasen.
  • Gegen etwas gegen zu fahren, ist nicht gut. Noch ein zweites mal gegen etwas gegen zu fahren, macht die Sache nicht besser. Vor allem nicht, wenn der vermeintliche Bordstein sich als geparktes Auto enttarnt. Dabei können wir auch einen Unterpunkt einsetzen:
    - immer gucken, ob jemand hinter einem parkt. Selbst wenn das noch nie
    so war!!
    Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen: es war Dunkel, da stand noch nie einer und ich hatte es eilig. Außerdem fahre ich langsam Rückwärts. Und ein Bordstein hätte sich genauso verhalten. Zudem waren die Scheiben voller Regentropfen. In einem solchen Fall sieht man sofort nach, was passiert ist. In meinem Fall sah ich nichts und fuhr erst mal den Capt. abholen. In dem Sinne, zu zweit sieht man mehr. Allerdings war das Auto dann weg und kam auch nicht wieder. Um auf des Captain's Logik zu vertrauen: wenn bei uns nichts ist, ist bei dem andern auch nichts.

Autofahrer sind Arschlöcher. Man kann sich nur beschweren. Das hab ich schon als Radfahrer gemerkt, und jetzt muss ich wohl selber eins werden.
Für alle behördlichen Mitleser: alles erfunden ^^

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Stifteverkäuferin - 9 - Weihnachten Teil2 und KBM

Und wieder gibt es Neuigkeiten von der gemeinen Stifteverkäuferin!

Denn Weihnachten hat noch etwas ganz tolles in die Päckchen gepackt:



Cupcakes für den Weihnachtsbaum! Mit Glitzer und Pink und Kitsch und Zucker!!
Wer also immernoch denkt, Santa kriegt nur in Amiland Zahnweh von der Blinkedeko, der kann dieses Jahr in den Stifteladen kommen! hihi.

Ansonsten gibt es den KBM.
Der Kleine Braune Mann. Ein eigentümlicher Zeitgenosse. Kommt in letzter Zeit öfters mal zum Stiftekaufen vorbei. Doch wir reden hier nicht von faschistischen Ausdrücken. Nein, der KBM hat zwei tolle Hobbys: Muskeln und Solarium.
Den Sommer über war er schon fast der KDBM, Kleine dunkelbraune Mann. Denn die Sonne am Himmel tat ihr übriges. Doch selbst im Herbst nimmt seine schokoladige Farbe nicht ab. Noch immer erschrecken sich die Stifteverkäuferinnen beim Anblick der knusprigen Hautschicht.
Möglicherweise liegt es auch an der Überbenutzung des Axe-Schokodeos. Doch da würde der Geruch fehlen, der sich dabei in den Gängen ausbreiten würde.
Doch das wäre nicht so schlimm, wenn man das Gesamtbild nicht im Kopf hat.
Im Sommer: Muskelshirts. Muss ja die Muskeln zeigen. Kombiniert mit einer antimodernen Jogginghose. Gerne hochgekrempelt, damit man die strammen Waden sieht.
Jetzt im Winter tauschen wir das Muskelshirt mit einem Bundeswehrpullover in dunkelblau. Der seltsamerweise und Oberkörperbetonend in den Bund der Jogginghose gestopft wird. *herrgottimhimmel* Natürlich hochgekrempelt.
Die Stifteverkäuferin, die gemeine, denkt sich immer nur: seltsam, wie oft der in den Laden kommt. Meist zum Kopieren.
*gruselgrusel* Hofft die Gesellschaft nur, dass es nicht irgendwann die beliebte Frau S. ist, die wiedermal einem misslungenen Datingwahn zum Opfer fällt.

Braun müssen sie sein. Und knusprig.
Männer? Nee, Cupcakes!


Zwar nicht die Vogue...

aber der DarkVibe. Interessante Zusammenkünfte von Handlungssträngen bescherten mir die Ehre, das Oktobercover dieser kostenlosen Zeitschrift zu beposen.
Dark Vibe Okt 10
Sogar eine Doppelseite im Innenteil ziere ich, Comorphia, das Nicht-Model. *gg*
Dark Vibe Okt 10
Eigentümlicherweise ist diese Ausgabe leider ein chaotisches Sammelsurium an Schreibfehlern und Grafikfehlern.
Naja, halt eben Nicht-die-Vogue.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Neues von der Stiftverkäuferin - 8

Neues von der Stifteverkäuferin – Teil 8

Weihnachten im Stifteladen

Weihnachten fängt nicht wie bei uns zu Hause erst Anfang Dezember an, sondern Ende September. Die Supermärkte kennen da noch weniger Erbarmen und fangen nach den Sommerferien mit Spekulatius und Dominosteinen an, damit man sich den mühsam erarbeiteten Bikinibauch schonmal Weihnachtsrund futtern kann. Speck ansetzen, wird eh bald kalt. Ausserdem haben Aldi und Co. Im Dezember eh keine leckeren Eierlikörkugeln mehr.
Im Stifteladen beginnt die Weihnachtszeit etwas später. Trotzem hat Frau G. Bei 20° Sonnenschein, im T-Shirt Weihnachtsmänner, Engelchen und diverse mit Kunstschnee bestäubte Niedlichkeiten ausgepackt. Farbliche Arrangements sind oberstes Gebot.
Während sich die Kollegin in der Mittagspause das letzte Eis des Jahres gönnt, dekoriert Frau G. pummelige Raffael-Engel. Kleine, dicke Männchen mit Tüchern auf den Schenkeln, sitzen wie fette Männer in der Sauna dicht an dicht im Regal. Temperatur passt zumindest.
Gold, flitterkram, „Oh du fröhliche“-Servietten, Pummelengel überall. Karton leer.
Zu oberst tummeln sich dieses Jahr schlanke Weihnachtsmänner, in Grün. Denn Grün ist das neue Rot, und der Schlankheitswahn löst die Keksbäuche ab. Immerhin lassen sie sich auch noch im Frühling verkaufen... Gartenzwerge sehen ähnlich aus.
Noch Modischer geht’s weiter: denn Lila ist Trend. Lila Hirsche, lila Servietten, lila Elchkerzen.
Frau G. übertrifft sich selbst und möchte gleich einziehen... etwas vermisst sie schon das lila Wohnzimmer vom letzten Jahr. * glitzer *




Und extrem geht’s weiter. Denn der Postbote bringt passende Highheels mit, in lila und weiß, glitzerig und mit Strass besetzt.

Auch gibt es für die Weihnachtsmannmuffel glitzernde Bulldoggen. Glänzend, Pink, mit Krönchen und Flügeln. Sinn? Heut nicht. Kitsch! Wir sind Amerika! Wir sind Kitsch. Vor allem sind wir nicht normal.
Für den Herren von Welt wäre das Hündchen auch in blau zu haben ^^.






Manchmal fehlt es Frau G. an der guten alten Weihnachtszeit... man hat einen vernünftigen Herbst und freut sicht auf die Adventszeit, wo in den Häusern umher die Sterne in den Fenstern aufgehen. Damals blinkte es noch nicht in Neonfarben. Und ganz so hoch waren die Stromrechnungen des Dezembers 1987 auch noch nicht. Aber was solls... wir sind ja jetzt die Zukunft.

Derweil herrscht auch vorweihnachtliche Flaute in den Geschäften, denn die Menschen müssen erst mitkriegen, das Weihnachten und der Kampf ums beste Geschenk längst begonnen hat. Heute allerdings beschäftigte sich Frau G. damit, Bleistiftstriche von Bleistiften zu radieren. Muss ja ordentlich aussehen.

Frohe Weihnachten allerseits

Mittwoch, 30. Juni 2010

Tagebuch eines Umzugs - 5

Tagebuch eines Umzugs - 5
Das Chaos danach


Nun, man befand sich also mit dem Hintern in der neuen Wohnung. Aber um Frau Comorph und den Captain herrschte Chaos und Anarchie. Aber bevor sich daran etwas ändern konnte, mussten erstmal andere Dinge geschehen. Der Captain verschwand zur Arbeit.
Punkt 1: Es regnete bei 7°C in Strömen, typisches Juniwetter. Frau Comorph putzte die alte Wohnung, damit Rumpelhüttenhausen ordentlich zurückgegeben werden konnte.Traf sich dort mit Dark Angel und wartete auch darauf, dass die Spedition die Waschbecken abholte. Denn es geschahen doch noch Zeichen und Wunder. Auf die Rücküberweisung des Geldes, wartete man allerdings noch ein paar Wochen. Aber immerhin. Zum Aufwärmen gabs dann heiße Schokolade im Gartencenter-Café.
Rumpelhüttenhausen war dann bereit zur Wohnungsübergabe.
Punkt 2: Man stellte fest,dass 4 Steckdosen nicht funktionierten und die Gegensprechanlage von der Wand fiel, sobald man sie berührte. Also Telefonat an Wohnungsmenschen.
Ebenfalls stellte Frau Comorph eine eigenartige Klebrigkeit fest, die an den Türen hing und sich strickt weigerte abgewaschen zu werden. Weder Allesreiniger, noch Sonderreiniger, Scheuermilch und Nagellackentferner schafften die Klebe von der Tür zu entfernen. Äußerst ärgerlich.
Punkt 3: Man stellte ebenfalls unter Schrecken fest, dass die Küchenmenschen geschlampt haben. Die Waschmaschine lief aus, was einen tollen See in der Küche schuf. Von den Herdplatten funktionierten nur 2. Und Frau Comorph musste sowas von dringend Wäsche waschen.
Also telefonierte man mit dem Möbelladen. Ja, der Handwerker kommt am Mittwoch.

Am frühen Abend konnte sich Frau Comorph dann endlich um ein paar Kisten kümmern, die ausgepackt werden wollten.

Am Mittwoch war Wohnungsübergabe in Rumpelhüttenhausen. Dort ärgerte man die Frau Comorph erneut, denn sie sollte dem Herrn Nachmieter Geld für Farbe geben, damit die herrlichen Fledermäuse im Wohnzimmer überstrichen werden können. Nunja, Zähneknirschen, ok.
Als Ausgleich zeigte sie den Damen den kleinen grünen Salpeter, der im Keller aus der Wand kroch.
Um 12:00 wartete Frau Comorph dann auf den Handwerker der Möbelfirma. Jegliche Dreckwäsche türmte sich zu 2 großen Haufen im Schlafzimmer auf. Denn als der Captain vom Festival kam, brachte er viel dreckverkrustete Wäsche mit. Schließlich war Weltuntergang mit Regen und Matsch.
Nebenbei wurde auch wieder Sortiert, hin und her geschoben, Küchenutensilien in Küchenschränke gestopft.
Um 17:00 wartete Frau Comorph immer noch auf den Handwerker.
Telefonat 1: Hallo. Ich warte auf den Handwerker. Sollte um 12 hier sein.
- Ja...keine ahnung. *frag nach* ah. Moment
- Warteschleife
..... Frau Comorph telefoniert mit Handy, da Teletechniker noch nicht da war. *wart*
- tut,tut,tut aufgelegt.
Frau Comorph ärgerlich bis verwirrt.
Erneutes wählen und warten. Keiner geht dran. Hm..
Ein paar Minuten warten, erneutes Wählen.
- ... *hintergrundrauschen*
- Hallo??
- *gemurmel* Gespräche im Hintergrund. Anscheinend liegt Hörer irgendwo rum.
Warten, horchen. Große Verärgerung. Auflegen.
30 Minuten lang kocht Frau Comorph. Dann erneutes Wählen.
- Hallo, Möbelhaus, was kann ich für Sie tun?
- Halloo! Schön dass Sie mir mir sprechen. *ärgerliches Zetern*
- Handwerker kommt am Freitag. Versprochen.
- Wenn nicht! *umfangreiche Zeterorgie mit Waschmaschine und Wasserschaden*
Das war der Mittwoch.

Freitag geschahen dann folgende Dinge.
Ach ja: Tee plus 7 Tage im neuen Comorphien!
Mangels Anwesenden Wohnenden, musste Frau Comorphs Mutter die Wohnung hüten, da viele Leute kommen sollten.
Morgens um 8 klingelte der Handwerker der Wohnungsmenschen, der mit dem Spezial-Sprüh-Klebe-und-Alles-Ex die Türen reinigen wollte. Auch er konnte sich nicht erklären, was Frau Vormieterin damit angestellt hatte. Man hätte selbst kleine Kinder an der Tür festkleben können. Aber wir einigten uns auf Nicht-klebende-Post-it.
Im laufe des Vormittags, während Frau Comorph Stifte verkaufte, kam noch der Teletechniker. Wer nicht kam: der Handwerker der Möbelfirma.

Tee plus 10 Tage:
Eine Reise ins Möbelparadies verschaffte viele neue Möbel. Von denen allerdings nur 3 mitgenommen werden konnten: eine Wohnwand, bei der eine Aufbauanleitung fehlte.
Ein Badschrank und ein Küchenschrank.
Ein Sideboard musste reklamiert werden, da ein Packstück innerlich zerstört war.
Ein Flur Sideboard folgte einige Tage später.
Ein Raumteiler, bei dem eine Schraube fehlte.
Ein weiterer Bad Schrank und ein Waschbecken Unterschrank.
Ein weiterer Küchenschrank, bei dem ein Griff fehlte.
Nun sollte man meinen, die Möbelfirma käme einem da entgegen, mit diversen Vergünstigungen, Gratisartikeln, Entschuldigungs-Blumensträußen... aber nein.

Tee plus 12 Tage:
Der Elektriker kam und reparierte 3 von 4 Steckdosen. Die Gegensprechanlage konnte er nicht reparieren.

Tee plus 13 Tage:
Nach hundertmaligem hin und her telefonieren, mit ziemlich viel Gezeter, kam endlich der Handwerker der die Herdplatten und die Waschmaschine reparierte. Endlich konnte Frau Comorph ihre inzwischen Kopfhohen Wäscheberge bezwingen. Dank der Riesigen Füllmenge der Waschmaschine sogar in nur 3 Wäschen! Ein Hoch auf die Technik!

Tee plus 14 Tage:
Der Captain zog mit Möbeln und Dingen in die neue Wohnung ein. Denn wer jetzt dachte hier wäre jetzt alles geschehen, was geschenen muss, der täuscht. Denn das Chaos erschien erneut. Als Frau Comorph vom Stifteverkaufen kam, stand endlich ein Sofa im Wohnzimmer! Sitzen! Nicht mehr nur auf Decken! In der Küche erschien ein neues Kistenchaos, dessen Inhalt seinen Platz suchte. Im Grunde waren überall neue Kisten und Chaosse erschienen, die das alte Chaosleben wieder hervorriefen. Nunja. Zum Glück war Wochenende!

Tee plus 20 Tage:
die letzte Steckdose wurde repariert. Die neue Gegensprechanlage funktionerte wieder nicht und es muss eine neue bestellt werden. Das umherrschende Chaos wich neuen Schränken, die im Laufe der Zeit auch Inhalt bekamen.

Tee plus 31 Tage:
Frau Comorph hat Urlaub, alles ist toll und fertig.
Letztendlich fehlen noch die Theke und Barhocker, die aber zum folgenden Wochenende ebenfalls fertig sein sollen. Und dann fängt die Zeit des Wohnens, Lebens und des ganzen Restes an.
Chaos weicht Ordnung, Nachbarn sind toll und ruhig.
Sodenne... das wars.
Frau Comorph und der Captain bedanken sich für die Aufmerksamkeit!


Sonntag, 13. Juni 2010

Tagebuch eines Umzugs - 4

Tagebuch eines Umzugs - 4
Tee, Umzug und Chaos

Der Captain kam wieder. Erschöpft, dreckig und froh, wieder im Trockenen zu sein.
Er kam, sah was Frau Comorph getan hatte, und sah, dass es gut war. Tätschelte ihren Kopf und sagte: ich bin stolz auf dich!
Nach einer ausgiebigen Diskussion einigte man sich auf den eigentlichen Umzugstag, der bisher nur ein X am Ende des Monats war. Freitag.
Tee minus 3 Tage.
Die Küche kam. Zum Glück war Frau Comorph auf der Arbeit und verkaufte lustige Stifte (die jetzt vor der WM sogar singen können), während der Captain mit den Küchenmenschen kämpfte. Es war ein gar langwieriger und grausamer Kampf. Denn, man kann es sich ja eigentlich denken: es kam wieder zu unvorhergesehenen Dingen. Dinge, die alles verzögern, Umstände bereiten und einfach gesagt: NICHT GUT sind.
Erstmal stellte man fest: die Küche kann nicht so stehen, wie geplant. Also schwupp, Herd und Spüle getauscht. Dann fehlten die Rohre um die diversen Abflüsse mit dem Abflussrohr zu verbinden. Frau Comorph hatte zwar im blauen Heimwerkerparadies mit dem Schraubenverkäufer was herausgesucht, allerdings wollten das die Küchenmenschen nicht haben. Der Captain fuhr mehrmals zum Baumarkt um dieses und jenes zu besorgen.
Auch stellte man fest: Arbeitsplatte ist zu kurz. 4cm fehlen.
Als aber Frau Comorph am Abend die Küche sah, auch wenn sie nicht perfekt war, sie stand mit Tränen in den Augen, denn sowas schönes hatte sie noch nie besessen. Keine Schmutzlücken, kein Abwaschen mehr, Schränke, die nicht von den Wänden fallen... darauf ein Bier!
Ein weiteres derweil aufgetauchtes Problem war inzwischen auch gelöst. Irgendwann fiel es Frau Comorph auf: man braucht ja einen Transporter. Hups, fast vergessen, man hat ja auch noch Möbel. Ein hin- und hergesuche brachte zu Tage: Baumarkt Transporter sind alle schon vermietet für den Tag, und diverse Mietfirmen sind extrem teuer. Auch im Bekanntenkreis war nichts reelles aufzutreiben. Doch an Tee minus 1 Tag meldeten sich die Eltern: wir haben einen Transporter. Zwar nur bis mittags, aber immerhin umsonst. Jubel!
Heimtückischerweise ereignete sich aber noch folgendes: In Rumpelhüttenhausen, wie Frau Comorph inzwischen ihr altes Heim zu benennen pflegte, wohnte ja noch ein Teil der Familie. Tante, Lebensgefährte + X Bekannte. Lässt man doch mal verlauten, wann man umzieht und gern Hilfe gebrauchen könnte. Schließlich boten sie es einem mehrmals an. Die Antwort: ...

Tag X
Tee! (wieso eigentlich Tee? fragt mal das Militär. Die haben sich das schließlich ausgedacht.)
Die Sonne strahlte als Frau Comorph und der Captain morgens um 6:30 das Bett verließen. Schnell wurde gefrühstückt und alles zurecht gerückt, denn um Punkt 8:00 fand sich das Umzugsteam ein: Frau Comorphs Eltern und Dark Angel, die sich bereit erklärt hatte, zu helfen.
Man trank noch einen Tee oder einen Kaffee dann gings los.
Des Katers langsame Verwirrtheit steigerte sich im Laufe des Vormittags, als er beobachten musste, wie alles, was er gekannt hatte, verschwand. Es wurden Dinge bewegt, die so schwer waren, dass sie für Frau Comorph am Boden festgeklebt zu sein schienen. Spiegeltüren sind ja sowas von schwer...
Als dann endlich der Transporter voll war und die Wohnung leer (bis auf diverse Kleinigkeiten) fuhr man zur neuen Wohnung. Eigentlich war jetzt der Punkt erreicht, wo die Muskeln schon um Hilfe schrien, die Gelenke am glotschen waren, die Füße am schmerzen.. und vor allem Frau Comorphs Knie. Denn beim ca 58. mal Hinunter laufen der Treppe in Rumpelhüttenhausen passierte es: Natürlich nicht, während sie einen Sack Bettwäsche trug. Nein, ha! Ein Wäschekorb voller Geschirr (welches schon vor einem halben Jahr durch den Absturz eines selbstmordgefährdeten Hängeschrankes extrem dezimiert wurde, bei dem zum Glück Frau Comorph nur leicht verletzt wurde, da sie in der geräumigen Küche noch zurück hüpfen konnte, als sie die Schranktür öffnete und sich der Schrank ihr entgegen neigte um sich in den Tod zu stürzen.) Eine Stufe mogelte sich vorbei, war überflüssig, zufällig aus dem Blickwinkel und lachte über den Fall Frau Comorphs auf die Knie. *schnuuuup-krawusssch* Ein Scheppern verhallte im Treppenhaus. Und Frau Comorph humpelte von dannen. Knie bekam wunderschöne Farben und tat weh.
Aber man denkt sich jetzt: Krach im Treppenhaus, direkt vor der Tür der Tante...war da nicht was? Ja, die Familie im Haus. Helfen? Nö. Irgendwie versteckte sich jedweder Bekannter der helfenderweise erwartet wurde. Nur Frau Comorphs Mom bekam die Tante kurzfristig zu Gesicht, als sie verwirrten Blickes kurz im Treppenhaus auftauchte. Verständlicherweise kann man sich jetzt denken, was Frau Comorph davon hielt.

Man stand also kaputt usw mit dem voll beladenen Transporter vor dem neuen Haus, in dem sich die Wohnung im 3. Stock befand.
Man musste ja. Also fing man an, langsam und ächzend alles hoch zu tragen. Tapfer schlug man sich, und irgendwann beschlossen auch die Muskeln nicht mehr um Hilfe zu schreien, wurden sie ja eh nicht beachtet. Nach endloser Zeit war man tatsächlich fertig. Alles befand sich proforma an seinem Platz. Aber fertig war man noch lange nicht.
Dark Angel verließ das Chaos und Frau Comorphs Bruder betrat die Szene. Das Bett und der Kleiderschrank wurden aufgebaut. Das Bett bezogen und alles ein wenig von A nach B gerückt. Man verabschiedete die fleißigen Helfer und begann hier und da noch ein wenig zu wuseln. Mangels Sofa schichtete Frau Comorph ein paar Decken übereinander und tat so als ob es das genialste der Welt wäre. Und alles war begeistert! Nachdem man auch irgendwann Speisekarten von Lieferrestaurants gefunden hatte, bestellte man sich Dönerteller! Der Dönerfahrer sprach dann auch den Satz des Tages: *ächz* und *keuch* So weit oben wohnen Sie??
Frau Comorp zuckte kurz das Auge und sie erwähnte die Worte "Umzug", "Hoch und Runter" und "Anstellen!!"
Doch das Essen hat noch nie so gut geschmeckt, trotz Frau Comorphs eigentlicher Dönerabneigung.
Die Nacht brach herein, Tee war vorbei und alle waren kaputt.

Der Kater bezog sein Heim unter dem Bett. Geheuer wars ihm noch nicht. Alles neu, Kratzbaum horizontal, statt kletterbereit, überall Chaos und Anarchie, wirre, laute Geräusche und Menschen... bekam man doch vor Aufregung Durchfall und testete die Reinigungsfähigkeit des neuen Teppichbodens.

Aber, wenn man jetzt denkt, damit wars das gewesen, der täuscht sich. Denn auch im Nachhinein, treten Katastrophen noch und nöcher auf!


Samstag, 12. Juni 2010

Tagebuch eines Umzugs - 3

Tagebuch eines Umzugs -3
Tee minus bald

Die Wohnungsübergabe fand statt. Die Wohnungsmenschen freuten sich sogar sehr über den aussergewöhnlich ungewöhnlichen Anstrich. Frau Comorphs Freundin nannte es "Farbtherapie". Ok, es ist farbig.. aber Farben sollen ja auch froh machen und das brauchen Frau Comorph und der Captain momentan.
Währenddessen verließ der Captain den Ort um sich dem fernen, schwarzen Festivaltreiben hin zu geben.
Auch Frau Comorph hatte die Tage frei und kümmerte sich um Dinge, die zu tun waren. Zum Hautarzt musste sie, denn sie hatte seit einiger Zeit ein merkwürdiges Pickeltreiben im Gesicht. Stress pur, wirkt sich auf Haut aus, sagten alle. Nun ja. Morgens, am freien Tag, quälte sie sich um 6:30 aus dem Bett um eine Stunde später das Haus zu verlassen. Im trüben Nieselregen, eines herbstlichen Mai ging sie in die City. Um dort inmitten einer Menschentraube 15 Minuten lang auf die Öffnung der Praxis zu warten!! Zumindest konnte sie sich in dem unbekannten Haus so an wegvertraute Menschen halten. Man zog ein Ticket, wie beim Einwohnermeldeamt und verließ das Gebäude mit dem Wissen: ok... nur noch 22 Leute vor einem.
Kaffee trinken gehen. Oder Tee. Oder zum Geier noch mal was warmes, denn der Frau Comorph war inzwischen kalt. Doch, oh soso, in der City öffnete man erst um 9:00. Nach längerem Schaufensterbummeln bei fiesem Fröstelwetter entschied sie sich in einem Bäcker zu einer Tasse Kakao. Und danach für das zwar langweilige, aber warme Wartezimmer.
Endlose Zeit später war sie wieder entlassen worden, aber nicht viel schlauer. Etwas verwundeter, etwas weniger, denn der lustige Arzt fand, man müsse ein Stück des obstentativ seltsamen Pickels herausschneiden, einschicken und sich nach diversen Tests wieder melden.
Hmpf.
Am Samstag feierte man Frau Comorphs Abschied aus Rümpelhüttenhausen. Dark Angel half beim Bier kaufen, dem wichtigsten Utensil des Abends. Trotz huddeliger Frische grillte man und trank in geselliger Runde. Und stellte fest: wenn nichts mehr interessant ist, kann man auch Knobeln.
Sonntags, der Captain war noch immer am Feiern, schufteten Frau Comorph und ihre zwei Freundinnen wie tollwütige Drecksäue. Man traf sich schon morgens früh, zu zartem Sonnenschein, der einen warmen und wundervollen Tag verheißen sollte. Der Garageninhalt, den Frau Comorph die letzten zwei Tage angesammelt hatte - diverse Kartons und Kleinmöbel - wurden nach Tetris Art in einen Twingo und einen Polo gestapelt. Vermutlich, man wunderte sich, wurden diese Autos von den gleichen Herstellern wie Lara Croft's Handtasche gefertigt. Denn nach nur 2 Fahrten war die Garage leer und der neue Keller voll. Die 3 Damen stellten auch fest: manch einer kann Kisten packen (Frau Comorph = tragbar) und manch einer nicht (der Captain = 40kg+)!
Gegen mittag fühlte man sich wie Gummibänder nach einem Sonnenbad. Tennisbälle nach einer UEFA League. Kaugummiblasen unter Autoreifen. Speiseeis im Badewasser.
Sodenn ging man auseinander.
Doch wer jetzt denkt, Frau Comorph konnte den Rest des Tages die Sonne genießen und im Garten ein Lesestündchen einlegen, der liegt falsch.
Denn ein paar Minuten später kam Special Unit Teppich Force Wolle. Frau Comophs Onkel samt Eltern, die den Teppich, der sich noch ungepflegt durch die Zimmer wälzte, ordentlich in einen Bodenbelag verwandelten.
*schweiß*
Nachmittags um 3 - Der Captain entspannte in der Ferne bei einem Bierchen - füllte Frau Comorph die Garage erneut mit restlichen Dingen aus der alten Wohnung und leerte bei der Gelegenheit auch den alten Keller.
*schweiß-schwitz*
done.
Bier. Jetzt! Den Abend verbrachte Frau Comorph bei Bier, seltsamen Verwandten und Rumpelhüttenhausenbekannten und einer exquisiten Oldie Schallplattensammlung. *twist*
Aaaber, das wars das Wochenende noch nicht, denn es war Pfingsten! Das Wochenende hatte noch einen Montag. An dem schwerere Möbel auseinander genommen wurden und in die Garage gebracht werden mussten. Inzwischen wusste Frau Comorph alles über Schrauben, Schraubendreher, Funktionsweisen von diesen... Tür-Schwing-Befestigungsdingsies in Schränken und eigene Ausdauer unter Extrembedingungen.
Es regnete mal wieder Bindfäden und Wollknäule.
Am Dienstag, Frau Comorph hatte immernoch frei und Zeit und gute Laune, fuhr sie mit Dark Angel noch ein paar Dinge in den neuen Keller.
Ja, die Katastrophen machten Pfingsten Ferien. Man sollte es kaum glauben, aber es war so.
Doch die Wolken brauten sich schon wieder zusammen.
Weiter geht es dann demnächst in Teil 4: Tee, Umzug und Chaos.