Tagebuch eines Umzugs -3
Tee minus bald
Die Wohnungsübergabe fand statt. Die Wohnungsmenschen freuten sich sogar sehr über den aussergewöhnlich ungewöhnlichen Anstrich. Frau Comorphs Freundin nannte es "Farbtherapie". Ok, es ist farbig.. aber Farben sollen ja auch froh machen und das brauchen Frau Comorph und der Captain momentan.
Währenddessen verließ der Captain den Ort um sich dem fernen, schwarzen Festivaltreiben hin zu geben.
Auch Frau Comorph hatte die Tage frei und kümmerte sich um Dinge, die zu tun waren. Zum Hautarzt musste sie, denn sie hatte seit einiger Zeit ein merkwürdiges Pickeltreiben im Gesicht. Stress pur, wirkt sich auf Haut aus, sagten alle. Nun ja. Morgens, am freien Tag, quälte sie sich um 6:30 aus dem Bett um eine Stunde später das Haus zu verlassen. Im trüben Nieselregen, eines herbstlichen Mai ging sie in die City. Um dort inmitten einer Menschentraube 15 Minuten lang auf die Öffnung der Praxis zu warten!! Zumindest konnte sie sich in dem unbekannten Haus so an wegvertraute Menschen halten. Man zog ein Ticket, wie beim Einwohnermeldeamt und verließ das Gebäude mit dem Wissen: ok... nur noch 22 Leute vor einem.
Kaffee trinken gehen. Oder Tee. Oder zum Geier noch mal was warmes, denn der Frau Comorph war inzwischen kalt. Doch, oh soso, in der City öffnete man erst um 9:00. Nach längerem Schaufensterbummeln bei fiesem Fröstelwetter entschied sie sich in einem Bäcker zu einer Tasse Kakao. Und danach für das zwar langweilige, aber warme Wartezimmer.
Endlose Zeit später war sie wieder entlassen worden, aber nicht viel schlauer. Etwas verwundeter, etwas weniger, denn der lustige Arzt fand, man müsse ein Stück des obstentativ seltsamen Pickels herausschneiden, einschicken und sich nach diversen Tests wieder melden.
Hmpf.
Am Samstag feierte man Frau Comorphs Abschied aus Rümpelhüttenhausen. Dark Angel half beim Bier kaufen, dem wichtigsten Utensil des Abends. Trotz huddeliger Frische grillte man und trank in geselliger Runde. Und stellte fest: wenn nichts mehr interessant ist, kann man auch Knobeln.
Sonntags, der Captain war noch immer am Feiern, schufteten Frau Comorph und ihre zwei Freundinnen wie tollwütige Drecksäue. Man traf sich schon morgens früh, zu zartem Sonnenschein, der einen warmen und wundervollen Tag verheißen sollte. Der Garageninhalt, den Frau Comorph die letzten zwei Tage angesammelt hatte - diverse Kartons und Kleinmöbel - wurden nach Tetris Art in einen Twingo und einen Polo gestapelt. Vermutlich, man wunderte sich, wurden diese Autos von den gleichen Herstellern wie Lara Croft's Handtasche gefertigt. Denn nach nur 2 Fahrten war die Garage leer und der neue Keller voll. Die 3 Damen stellten auch fest: manch einer kann Kisten packen (Frau Comorph = tragbar) und manch einer nicht (der Captain = 40kg+)!
Gegen mittag fühlte man sich wie Gummibänder nach einem Sonnenbad. Tennisbälle nach einer UEFA League. Kaugummiblasen unter Autoreifen. Speiseeis im Badewasser.
Sodenn ging man auseinander.
Doch wer jetzt denkt, Frau Comorph konnte den Rest des Tages die Sonne genießen und im Garten ein Lesestündchen einlegen, der liegt falsch.
Denn ein paar Minuten später kam Special Unit Teppich Force Wolle. Frau Comophs Onkel samt Eltern, die den Teppich, der sich noch ungepflegt durch die Zimmer wälzte, ordentlich in einen Bodenbelag verwandelten.
*schweiß*
Nachmittags um 3 - Der Captain entspannte in der Ferne bei einem Bierchen - füllte Frau Comorph die Garage erneut mit restlichen Dingen aus der alten Wohnung und leerte bei der Gelegenheit auch den alten Keller.
*schweiß-schwitz*
done.
Bier. Jetzt! Den Abend verbrachte Frau Comorph bei Bier, seltsamen Verwandten und Rumpelhüttenhausenbekannten und einer exquisiten Oldie Schallplattensammlung. *twist*
Aaaber, das wars das Wochenende noch nicht, denn es war Pfingsten! Das Wochenende hatte noch einen Montag. An dem schwerere Möbel auseinander genommen wurden und in die Garage gebracht werden mussten. Inzwischen wusste Frau Comorph alles über Schrauben, Schraubendreher, Funktionsweisen von diesen... Tür-Schwing-Befestigungsdingsies in Schränken und eigene Ausdauer unter Extrembedingungen.
Es regnete mal wieder Bindfäden und Wollknäule.
Am Dienstag, Frau Comorph hatte immernoch frei und Zeit und gute Laune, fuhr sie mit Dark Angel noch ein paar Dinge in den neuen Keller.
Ja, die Katastrophen machten Pfingsten Ferien. Man sollte es kaum glauben, aber es war so.
Doch die Wolken brauten sich schon wieder zusammen.
Weiter geht es dann demnächst in Teil 4: Tee, Umzug und Chaos.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen