Tagebuch eines Umzuges
oder
Chronologie des Wahnsinns
...für alle, die derzeit fragen, wie es mir geht.
Im Februar des Jahres 2010 begab es sich, dass sich Frau Comorph die Annonce der Wohnung im Internet sah. "Wundervoll" dachte sie und vereinbarte nach Rücksprache mit dem Captain einen Anschauungstermin.
Der stand schnell fest und man stellte dabei fest: die Wohnung ist wirklich toll. Nur etwas teuer. Aber nach einigem Überlegen, einigte man sich: man sagt zu.
Mitte Februar wurden die ersten Maße erstellt.
Man beschloss das Angebot anzunehmen: Selber renovieren, früher den Schlüssel kriegen.
blah, blah, hin und her, Vertrag unterschrieben. Punkt.
Tee minus X Tage bis 1.Juni = Neue Wohnung.
Im März bestellte man exquisite Waschbecken mit passenden Wasserhähnen. Wert ca 360,-. Exquisit. Wie gesagt. Techniker des Hauses: kein Problem. Machen wir!
Mitte März stellte man fest: oh, hupps, passt ja nicht! Die Halterung für ein Waschbecken funktioniert nicht mit zwei kleinen. Also mussten die Handwerker alles noch mal basteln. Eine Woche später kam der Anruf: Hupps² passt ja immernoch nicht. Klo braucht man ja auch noch! Ein notfall Evakuierungskommitee brachte Frau Comorph vom feinen Stifteladen direkt zur Baustelle, wo sie verzweifelt feststellte: oh. *fuckverdammtewichserbande* passt tatsächlich nicht so! Warum dann die Versprechungen? Gut.
Eine Woche später, der Captain war schon sehr verärgert über die 360 in den Sand gesetzte Euros, war dann wieder die ursprüngliche Halterung angebaut.
Frau Comorph versuchte was sie konnte und brachte die Wasserhähne zürück zum Laden. 100,- plus. Immerhin.
Die Waschbeckenfirma (denn man bestellte ja kostengünstiger im Inet) meldete sich nicht auf Anfragen, was mit Rückgabe wäre. Derweil kann man die Waschbecken auf diversen Kleinanzeigen seiten im Net oder auf Schwarzen Brettern in Supermärkten erwerben. Eine Auktion bei ebay brachte ebenfalls nicht. Wolle kaufe?
Der Captain: sehr, sehr beleidigt, sauer, angepisst, etc da sein schöner Badezimmertraum platzte.
Es nahte der April. Man bedenke: Versprechen lautete: im April die Schlüssel zu bekommen.
Ende April hatte Frau Comorph Urlaub und plante dort zu renovieren. Aber, oh siehe: Der Handwerker -und es gibt ja nur einen- war krank. Sowas. Nunja. Man bestellte sich stattdessen eine Küche. Super hübsch, mit Aufbauteam. Aufbauteam mit Anschluss sollte 350,- kosten. Ok, dafür perfekt.
Urlaub war zu ende, Mai nahte.
Tee minus 31 Tage bis 1. Juni = Neue Wohnung.
Anfang Mai, denn das Renovieren stand ins Haus, kaufte man Tapeten, Farbe und Teppiche.
Einen Tag später war der Brief im Briefkasten: Wohnungsübergabe findet am 18. Mai statt. *panik* das wäre absolutestens nicht zu schaffen. Also: Telefonate hin und her, man sollte schon am 6. den Schlüssel bekommen und könne anfangen zu renovieren. Denn 1. Maiwoche wären die Maler in der Wohnung um die Decken zu streichen.
Freitag nun, stand der Captain mit dem Kofferraum voller Malutensilien vor der Wohnung und kam nicht rein. Denn der Werte Herr Schlüssel passte nicht. *panik²* Denn: Wochenend und Sonnenschein, die Wohnungsmenschen haben frei.
Frau Comorph, am Stiftverkaufen, sehr erzürnt. Setzte ungeahnte Dinge mit Schimpferei in Bewegung und letztendlich begann Schwiegermutter (Wohnungsmensch) von Stiftechefin eine Telefonkette um zum frühen Samstag Morgen einen passenden Schlüssel zu besorgen. Wunder geschah, und Stiftechefin bracht dem Captain (der schon vor der Wohnung wartete und nicht mehr zu Hause war, wo Chefin hin unterwegs war - Telefonhinundher) einen passenden Schlüssel.
...Pause. Wird alles gut? ... noch nicht.
Denn der Captain rief mittags an und berichtete von der nicht zum Tapezieren fertigen Wohnung.
Tee minus 3 Wochen.
Frau Comorph sprang im Quadrat und zeterte. Wieder ein Wochenende verschenkt. Es waren weder Decken gestrichen, noch Steckdosen vorhanden, geschweige denn von Sanitären Anlagen.
2 Tage trübes Warten.
Montags dann zeterte sich Frau Comorph telefonisch (da auf Arbeit) durch die Wohnungsmenschbüros bis sie den Herrn Techniker erwischte. "Zeter, Zeter, Herr Techniker" zur Antwort bekam sie: "oh, hups, sorry, der Maler hatte keine Zeit."
"oh, na denn, das kann ja passieren, sowas. Nunja, wir haben ja eeeewig Zeit..."
Nein, das antwortete sie zum Schrecken des Herrn Technikers nicht.
"ZETER! Extremes Zetern!! PUNKT! UND TERMINE!" ..waren in etwa die Antwort.
Aber es sollte alles fertig werden.
3 Tage später.
Telefonat mit Küchenfirma: Aufbauteam ist teurer als 350,- hups, hatter das Anschließen vergessen. Sowas.
Frau Comorph beschäftigte sich mit diversen um-und Abmeldedingen. Leider danebengelaufen: Abmelden des TV-Kabels. Denn durch einen kleinen Zahlen-Hupps, schaltete sich der TV Empfang Anfang Mai, statt Anfang Juni, aus. Einen Tag, nachdem sie eine 14tägige Fernsehzeitung erwarb. Im fröhlichen Sinne von: ist dennen bestimmt zu teuer, das extra abzuklemmen. Denn es war schon der 10. Mai. 10 Tage Extrafernsehn. Da wird man übermütig.
Ein Streich- und Tapezierkommando wurde organisiert. Des Captains Clan war gerufen worden. An Himmelfahrt, Mai 2010, Tee minus nicht mehr lange, sollte Tapeziert werden!
Aber, man bedachte das olle Schicksal nicht, dass es ja nicht gut meint.
Denn die Sklaventreiber des Captains riefen ihn an und bestellten ihn zum Dienst, egal, was auch passieren möge, ob sonst was wäre, Umzug, scheißegal. Der Captain MUSS arbeiten gehen. Himmelfahrts Donnerstag bis Samstag.
Tja... Katastrophe³
Man einigte sich so: Frau Comorph streiche trotzdem mit dem Clan des Captains, während er in der Ferne per SMS auf dem Laufenden gehalten werde.
Weitere Ereigniskarte: die Raufasertapete ist eine solche, die vorm Streichen noch weiß gestrichen werden muss.
Beinhaltet das Himmelfahrtswochenende quasi den Samstag und Sonntag, an dem der Captain sich anschauen kann, wie die Farben gemischt werden.
Denn 4 Tage später würde er übers Pfingstwochenende ebenfalls wieder in der Ferne weilen, aus -Ticket schon besorgt, denn Umzug sollte dann schon fertig sein und man könne dann ja weg- Gründen.
Dieses war nun Teil 1 des comorphen Chaos und der Grund warum momentan niemand fragen sollte, wie es mir geht. Denn wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Kataströphchen daher.