Sonntag, 17. Juni 2012

Neues von der Stiftverkäuferin - Männer, Mysterien, Marder



Es geschah in einer Woche, in der eh schon komische Dinge geschahen.
Die Stiftekollegin Frau S. hatte einen Stalker, der jeden Tag um die gleiche Uhrzeit vorm Laden stand um sie anzuschaun. Ein Mann, wie er sonst nur in amerikanischen Trailerparks zu sehen ist, wie er mit einer Schrotflinte auf Bierdosen schießt.
Unheimlich, unangenehm, unnötig! Aber sowas von. Man regte sich auf und notierte jeden Schritt des Stalkers und stalkte damit zurück.

Ein furchtbar kitschiger Glas-Chihuaha entschloss sich zum Selbstmord durch spontane Selbstexplosion. Seit Wochen hing er an der Kasse und stellte seine glitzernde Fürchterlichkeit zur Schau und eines Donnerstag Nachmittages war es dann soweit: * Peng * sein Leben endete und die Stiftverkäuferinnen hatten was zu fegen.
Natürlich wurde der gemeinen Stiftverkäuferin Frau G. die Schuld in die Schuhe geschoben, obwohl sie den Tag garnicht da war, hätte sie den Vorfall per unheiligem Ritual von zu Hause aus verursachen können. Eine andere Erklärung gab es ja schließlich nicht.

Dann schlug die Uhr Samstag. Nicht viel war bis Mittag passiert und 4 Stunden noch trennten die Stiftverkäuferinnen vom Feierabend. Frau G. stand hinterm Kassentresen als ein Marderbaby den Laden betrat (Unwissenderweise wurde es die erste Zeit als Frettchen bezeichnet). Durch die Tür trat es ein und wandte sich dem Kundenstrom anpassend nach rechts Richtung Schulbedarf. Nach einem großen imaginären Fragezeichen und diversen Ausrufezeichen die über Frau G.'s Kopf erschienen startete der Samstagsspaß.
Stellen Sie sich nun zu folgenden beschriebenen Aktionen eine lustige Zirkusmelodie im Hintergrund vor, die alles hübsch bunt untermalt.
„Frettchen??“ „Oh!“ „Huuh?“ „Waaah!“ schallte es durch den Laden. Das Frettchen huschte von einem Regal zum nächsten, genialerweise boten alle eine 2cm hohe drunterhusch-Lücke. So huschte es hin und her und lachte über die tollpatschigen Tanten, die es zu fangen versuchten.
Die Akteure: Frau S. mit einer Tüte Kekse in der Hand, streute hier und da einen Keks aus um das Tierchen anzulocken. Kundin 1 lief mit Papierkorb hinterher. Ihre Söhne jeweils mit Regenschirm und Papierkorb in der Hand. Eine weitere Kundin fand alles sehr amüsant und versuchte trotzdem Servietten zu finden. Stiftechefin lief mit einer Schultüte zwischen den Regalen um es gegebenenfalls einzutüten. Frau G. fing das gescheuchte Frettchen mit bloßen Händen, nur um in den Finger gebissen zu werden. Windenderweise und furchtbaren Gestank verbreitend flüchtete es allerdings wieder.
Eine Horde Clowns die auf Einrädern durch den Laden fahren hätte in diesem Moment nicht kurioser gewirkt.
Letztendlich saß das Marderbaby unter einem Regal fest. Frau G. baute Türme aus Kopierpapier und Schachteln auf um es an der Flucht zu hindern, doch es flüchtete hinter die Regalkonstruktion der Rückwand. Da dieses der einzige Zugang war, konnte es nun nicht mehr ungesehen raus. Aber es fühlte sich dort wohl.
Stiftechefin tat den Vorgang im Internet kund, dadurch wurde eine Lebendfalle vorbeigebracht, die allerdings zu groß für ein Marderbaby war. Ein zufällig im Laden stehender Feuerwehrmann bekam ein Gespräch mit, lag anschließend auf dem Boden unter die Regale spähend, gab Tipps und Infos über das Marderverhalten. Dank ihm und einer anderen Kundin wussten die Stiftverkäuferinnen nun auch, dass Marder keine Kekse mögen, sondern lieber Fleisch fraßen. Der Laden wurde von Kekskrümeln befreit.
Frau S. machte Feierabend, Stiftechefin und Frau G. noch immer ratlos.
Eine Leiter! Man könnte ja mal hinters Regal schaun.
Erinnern Sie sich nun wieder an die Zirkusmelodie!
Frau G. steigt auf die Leiter, stellt fest, dass der Kopf nicht zwischen Holzrückwand und Decke passt. Staub verfängt sich in Wimpern und Frisur. Stiftechefin mit schmalerem Kopf, steigt auf die Leiter und linst in den Hintergrund, findet aber auch keinen Marder. Ist für den außergewöhnlichen Körpereinsatz mit einem schwarzen Staubstreifen im Gesicht belohnt.
Leiter rauf, Leiter runter, Leiter wird hin und her gerückt. Leiter bringt es doch nicht weiter!
Gesicht reinigen, neuer Plan.
Nach Feierabend sollte eine Rattenfalle besorgt werden, die mit Fleischköder gespickt das Tierchen fangen soll. Lebend natürlich, man ist ja kein Unmensch.

Zwischendrin in diesem Chaos geschah auch noch ein Vater mit seinem Sohn, die die gemeine Stiftverkäuferin um Rat baten, wo man denn eine Sängerin herbekommen könne, man sei eine Band aus Hannover und auf der Suche bla und blubb.
Frau G. natürlich hilfsbereit, schickt sie zur Musikschule.
Kurz vor Feierabend ist der werte Herr am Telefon, bedankt sich für den Tipp und bat die gemeine Stiftverkäuferin doch auch um ihre Meinung zu dem Song, zu finden unter folgender, diktierter Youtube Adresse. In 4 Wochen seien sie wieder in der Stadt und wollen dann die Meinung erfragen. Natürlich! Frau G. ist ja immer bereit für weiterführende Musik Beurteilungen.


Dann... war auch endlich Feierabend und die gemeine Stiftverkäuferin konnte sich in ihrem Haus einigeln und über die Begebenheiten der Woche nachdenken.

Fortsetzung folgt.

Freitag, 11. Mai 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Wir warten aufs Gewitter


Es gibt ja solche Tage, da weiß man morgens schon, dass nichts gutes geschehen wird. Wenn der Akku der Zahnbürste leer ist, man unter der Dusche gegen die Mischbatterie stößt und mit eiskaltem Wasser erschreckt wird oder man mal wieder vor dem absolut leeren Kleiderschrank steht und absolut nichts zum Anziehen hat, absolut nichts! Obwohl der Schrank voll ist.
Einen solchen Start in den Tag hatte die gemeine Stiftverkäuferin Frau G. . Natürlich kam sie auch viel zu spät aus dem Haus, da besagte Dinge die Zeit verbrauchten. Aber man muss auch anmerken, dass das Wetter an allem schuld war. Denn wenn man aus dem Fenster guckt und Wolken, Wind und potentiellen Regen sieht, denkt man nicht daran, dass es draußen knappe 20°C sein können, selbst wenn das Thermometer dieses behauptet. Außerdem sagte die nette Radiotante, dass es Regen, Gewitter, Hagel, Sturm und Weltuntergang gäbe!
Eiligerweise stürmte die Stiftverkäuferin also aus der Wohnung, in den Keller, aufs Rad und zur Arbeit. Dort angekommen stellte sie fest, dass das Thermometer doch recht hatte und pellte sich erstmal aus diversen Kleidungsschichten.
Der Tag konnte also beginnen!
Voller Elan räumten die Kolleginnen die Kartenständer aus dem Laden und warteten auf den ersten Kunden. Und warteten. … und warteten...
Zumindest der Postbote kam und brachte Päckchen. Aber der Rest der Bevölkerung saß vermutlich in irgendeinem Bunker und wartete den Sturm ab.
Naja, dachte sich die gemeine Stiftverkäuferin, tun wir halt andere Dinge. Und begann etwas herumzukramen, Listen zu fertigen, Dinge zu bestellen. Und schwupp war der Laden voll. Man muss den Kunden nur ignorieren, dann kommt er! Denn wenn er weiß, man hat keine Zeit für ihn, will er bedient werden.
Die Kunden des Prä-Gewitter-Weltuntergangtages waren eigenartig, aber normal. Sie hinterfragten Dinge und waren nicht Kaufentschlossen. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Nach der Mittagspause.

Ein Junger Mann betrat den Laden, schätzungsweise 17 Jahre alt, in der Blüte seiner Jungend und Schüler. Sah die Stiftverkäuferin an und fragte nach Plakatpapier.
Ich brauch Plakatpapier. (Stiftverkäuferin im Geiste scheltend: das heißt PlakatKARTON!)
Egal. Grün!
Ist das A3?
< Das ist 50x70 cm (Bengel, du malst doch in Kunst auf nem A3 Block,oder??)
Ist das A3??
< Nein. Das ist etwa das doppelte.
Ich brauch A3!
< Dann müssen Sie sich das durchschneiden (herrgottimhimmelkanndassoschwersein)
Kassiert und verabschiedet. Leichtes Kribbeln im Nacken.

Kunde betritt den Laden. Männlich, Mitte 40.
Ich brauche Etiketten für den Briefkasten. Keine Werbung. Ham Sie das?
< Ja, die sind draußen, am Etikettenständer.
Wo?
< Draußen.
Kunde dreht sich verwirrt, und schaut Richtung Tür.
Wo denn?
< draußen, draußen! (und zeigt ihm den Weg aus dem Laden)
Leichtes Kribbeln im Nacken verstärkt sich.
Etwas später: Eine Kundin, blond, gelockt, hübsch, betritt den Laden und sagt:
ich brauche karten für ein konzert von andrea berg in braunschweig ich glaube in der stadthalle oder so haben sie da noch karten ich brauche zwei stück (mehr oder weniger in einem Wort)
< Frau G. guckt verwirrt und sortiert die Worte.
< Nein. Da müssen sie zum Kartenvorverkauf.
Ich dachte immer SIE wären das! (und guckt vorwurfsvoll, warum ich es denn nun nicht sei)
< wir haben auch Karten. Aber das sind andere. (und schwenkt den Arm in einer Geste, die zum Umschauen animieren soll)
Kundin verlässt den Laden.
Nackenkribbeln!
Aber wir können das noch besser! Dachte sich der nächste Kunde.
Das Wetter draußen schlug langsam um auf noch mehr Wolken und noch mehr Sturm, Kastanienblüten betraten den Laden und Frau G. hatte Angst um die Kartenständer. Der Aufmerksame Leser erinnert sich.
Wie gesagt, der nächste Kunde. Männlich, um die 40, scheinbar normal.

Ich hätte gern einen Tintenroller. Schwarz. Der gut schreibt.
< Dieser schreibt gut. Ist aber ein Einwegstift. (Zeigt Stift in schwarz) Für 2,50.
Was heißt das?
< Der ist nicht nachfüllbar.
Haben Sie was nachfüllbares?
< Dieser von Lamy (zeigt neuen Stift) Der ist nachfüllbar.
Ah. (schreibt) Schreibt gut. Was kostet die Patrone?
< Das ist dann eine Mine, die kostet 2,50.
Was hat der andere gekostet?
< 2,50
Ah, genauso viel. Haben sie auch was mit günstigeren Patronen?
< (zeigt neuen Stift für Kinder der mit Patronen nachfüllbar ist)
< Dieser hier, wenn es Sie nicht stört, dass der für Kinder ist.
Nee, der ist eh für meinen Sohn. (Schreibt) Ja, der schreibt gut. Aber der schreibt blau...
< Da können Sie eine schwarze Patrone rein tun.
Können Sie das machen?
< (nimmt anderen Stift, tut schwarze Patrone rein.)
(schreibt jetzt in schwarz) Ja, der ist gut! Den nehm ich
< (Frau G. kassiert. Kunde zufrieden)
… und der ist jetzt auch radierbar, ja?
< (Frau G. stockt, überlegt) Radierbar ist der nicht. Das ist ein ganz anderer.
Ja, ich brauch den radierbaren.
< x.x Warum sagen Sie das denn dann nicht? (gemeine Stiftverkäuferin holt radierbaren Stift)
Ja, genau den. Den hat mein Sohn. Aber da ist die Mine so schnell leer
< Das ist da leider nunmal so, da ist nicht viel drin.
Ah. Kann ich das umtauschen?
< Den Stift schon, aber die Patronen jetzt nicht. Die ist ja schon angefangen.
(Kunde versteht das Problem und tauscht nur den Stift um)
Dann brauch ich dafür aber nur die Mine!
< Die ist gerade ausverkauft...
(Kunde geht)
Gemeine Stiftverkäuferin genervt.

Die letzten Kunden des Tages beschwerten sich glücklicherweise nur noch über das Wetter. Dass es ja so heiß sei. Und so schwül! Und dass es ja mal regnen müsse, denn der Garten ist ja so trocken. Und die Dahlienwurzeln bekommen ja auch in der Tiefe kein Wasser, weil die Erde ja soooo (handmaß) tief trocken ist! Bei dem Winter ja kein Wunder. Hoffentlich regnet es mal.
Die gemeine Stiftverkäuferin dachte sich nur, hoffentlich regnet es, wenn sie zu Hause ist. Denn mit dem Rad ist das kein Spaß. 

 Aber am Ende des Tages hatte sie noch Glück, kam trocken nach Hause und konnte später im Dunkel der Nacht das Gewitter beobachten, wie es herumzog. Hier und da blitzte und grummelte es. Ein Regenguss kühlte die Luft, während sie mit Herrn Kater am Fenster stand und sich wunderte, wie das Wetter doch die Menschen beeinflusst.
Gewitterwetter naht! Foto wurde zwar von der Stiftverkäuferin aufgenommen, allerdings nicht in ihrem Wohngebiet!

Freitag, 6. April 2012

Hamburg – ein Traum wird wahr


Der Traum eines Urlaubes, gemeinsam, die Welt unsicher machen, einfach weg, egal wohin... planten wir seit etwa 10 Jahren.
Und in diesem Frühling, 2012 am 30.März war es nun soweit. Chry und ich fuhren in den Urlaub.

Idealerweise begann ich meinen Trip mehrere Stunden vorher und kam Donnerstags um 17:00 in Hannover an, um dort die Nacht bei Chry zu verbringen. Denn man weiß ja nie, wie weit Hamburg von einem weg ist und wie lange man unterwegs ist. Nach einem gesunden Frühstück mit Tee, Kaffee und Saft begannen wir langsam die Dinge zu sortieren und die Zelte abzubrechen.
Freitag 10:30 Start in Hannover, List.
Da man allerdings noch den Tank füllen musste und die Blase entleeren (McD-Filialen, seid gepriesen) fuhr man noch ein wenig herum, bis man die Stadt verließ.
Erstaunlicherweise zeigte das Navi eine Restzeit von 1,5h an. Soo weit wars anscheinend garnicht.

Da das Hotel uns allerdings eine Ankunftzeit von 15:00 nannte, machten wir einen Abstecher zur örtlichen Freundin, Fräulein Mar. Dort tranken wir eine Schorle, lachten über ihre Tochter und plauschten ein Weilchen, bis wir uns dann wieder auf den Weg machten.
Gegen 13:00 kamen wir dann im Hotel an, die uns jedoch um etwas Geduld baten, denn die Suite war noch nicht fertig. Also ließen wir die Koffer im Auto und machten uns auf den Weg zur S-Bahn.
Hier sei noch unsere Örtliche Unkenntnis erwähnt: wir standen etwa 7 Minuten im Foyer und studierten eine Karte, bis ich die Dame der Rezeption um Hilfe bat, die Bahn zu finden. Es befanden sich weder Hotel noch Bahn auf der Karte, doch bekamen wir eine örtliche zur orientierung. Mutig stampften wir los, 300m weit und standen vor einem Fashion - Outlet! Ballkleider zu Spottpreisen. Mit großen Augen schlichen wir durch die Gänge und bewunderten Stoffe und Schnitte und Preisschilder! Bräuchten wir doch nur... Hätten wir doch nur... aber schön, mal drin gewesen zu sein.
Weiter gings zur Bahn.
Nachdem wir den Fahrkartenautomaten verstanden hatten, kam die Bahn und brachte uns zu den Landungsbrücken.
Dort angekommen war das Staunen groß. Hamburg hatte ja echt was zu bieten! Und dabei haben wir kaum was gesehen! Wir schlenderten hin und her, schauten hier und da und fanden auch ein Cafè in dem wir uns ein spätes Mittagsmahl genehmigten. LatteM und Muffin, Tee und Franzbrötchen. Dann gings weiter in die Speicherstadt wo wir staunenderweise durch die Häuserschluchten liefen. Wir besichtigten ein Gewürzmuseum und fanden das Meßmer Momentum. Tee hätten wir hier trinken sollen, wäre viel exklusiver gewesen. Schließlich liefen wir die Strecke zurück und warfen noch einen Blick in den alten Elbtunnel bevor wir wieder Richtung Hotel fuhren.
Ein Zwischenstopp im Edeka brachte uns Müsliriegel, Wasser, Physalischips und Fisherman's Friend ein. Ein paar Jährchen früher hätte es Wodka, Energy, Chips und Kippen gegeben. Aber wir sind ja jetzt erwachsen ^^.
Einchecken! Große Augen! Großes Staunen. Persönlicher Willkommensbrief auf dem Schreibtisch, persönliche Begrüßung im Flatscreen TV, Badewanne, riesen Doppelbett, begehbarer Kleiderschrank, alles auf 30m².
Wir zogen uns wärmer an (war echt kalt) und machten uns wieder auf den Weg in die Stadt.
Diesmal gings zum Hbf. Kleiner Rundgang in der falschen Richtung, dann Richtung Westen über Jungfernstieg und Mö- Wir suchten ein Restaurant. Gabs dort nicht sooo häufig. Für die schlechte Hungerlaune gabs einen Bubbles Tea! Das ist ja die Offenbarung. Süßer Frucht-Tee mit lustigen Frucht-Bubbles... die eindeutig nicht Bio sind. Aber lecker.
Schlürfend waren wir Zuckermäßig wieder on Top, und suchten weiter.
Gaaanz weit hinten, noch hinterm Apple Store fanden wir ein kleines Italienisches Restaurant und aßen dort endlich zu Abend! War ja schon nach 20:00.
Ich bat die nette Bedienung dann auch uns den Weg zu einer Cocktailbar zu beschreiben, denn wir hatten echt kein bock mehr weiter irgendwas zu suchen!
Cocktailbar gefunden, ohne Probleme. Laut, Musik, endlose Cocktails!
Da wir aber sooo müde waren, machten wir uns bald auf den Heimweg. Zum Glück war die Bar über einer Bahnhaltestelle.
um 23:30 waren wir im Zimmer. Ich suchte vergeblich nach einer Bibel. Sollte es tatsächlich auch Hotelzimmer ohne christlichen Einfluss geben?
Endlos müde und mit wunden Füßen sanken wir in einen erholsamen Schlaf.

Samstag.
*gähn *
Nach langem schlaf krochen wir erst nach halb 10 aus den Federn. Fertigmachen, Müsliriegel und dann wieder ab zur Bahn. Kurzer Stopp im Fashion Outlet, ob nicht doch etws dabei ist...
Die Fahrt ging nach Altona zum Bahnhof. Dort frühstückten wir Brötchen und leckeren Tee im Bahnhofscafè.
Dann gings auf zum Kleidermarkt. Der Weg war weit, kalt und windig. Als wir ankamen waren wir über die kleine Fensterfront verwundert, doch nachdem wir den Laden betreten haben staunten wir nicht schlecht über die Fabrikhallengroßen Ausmaße! Wir stöberten in den letzen 40 Jahren der Modegeschichte und probierten das ein oder andere aus. Verließen dann eine Stunde später mit vollen Tüten den Laden. Nieselregen! Schneeregen! Wuäääh.
Wir fanden einen Bus, der uns zurück zum Bhf brachte. Und die Bahn dort zum Hbf. Da wir inzwischen wussten, in welche Richtung die Shoppingmöglichkeiten lagen, starteten wir einen niegesehenen Shoppingmarathon. Von Karstadt Sport's Dach betrachteten wir die kleinen Menschen, wunderten uns über den Hauseigenen Golfabschlagplatz auf dem Dach und wanderten anschließend über Promod, Vero Moda, Schuhgeschäfte in die Europapassage, dort rauf und runter usw. Fanden lustige kleine Geschäfte und aßen ein Eis, schlenderten an der Alster entlang und waren am Ende des Tages sowas von kaputt! Von neuem begann die Suche nach einem Restaurant. Aber Chry war schlau und fragte ihr Applephone, welches uns den Weg zu einem Sushiladen zeigte. Dort angekommen, freuten wir uns über vorbeifahrende Leckereien, die man sich nur angeln brauchte. Dazu gab es eine Mangolimonade und Cola. Jaa, wieder alkoholfrei!
Auf dem Weg zum Hbf erwarben wir noch einen Bubbles Tea. *flup * sehr lecker!
Nach insgesamt 9 Stunden Shoppen erreichten wir um 19:30 wieder das Hotel und lagen auf dem Bett. Und lagen. Und lagen... und wollten eigentlich nochmal los. 2h später hatten wir erneut die Kraft zur S-Bahn zu laufen und zur Reeperbahn zu fahren. Gehört ja schließlich auch zu den must-see-things in HH. In der Haltestelle hingen Schilder, die diverse Waffen verbieten mitzuführen. Pistolen, Messer, Schlagstöcke und Plastikflaschen. Letztere aber nur an Wochenenden. Ich hatte nur 2 Dosen Sekt in der Tasche. Die waren als Wurfgeschosse ungeeignet und zählten nicht zu den verbotenen Waffen. Was Pistolen anging, entdeckten wir später den passenden Laden, der davon diverse Modelle zur Auswahl im Schaufenster hatte. Wie sollte man die denn dann nach Hause kriegen, wenn nicht mit der Bahn?? Naja. Prostituierte gab es dort auch, jeweils im Abstand von 2m. Wir bewunderten den Beatles Platz und das Beatles Museum leider nur von außen. Schlenderten über die große Freiheit und tranken in der Bar-Ock einen Tequila Sunrise. Weiter gings dann ins O'Brian's, einem dem Aussehen nach irischen Pub. Doch irisch war er nur dem Aussehen und dem Namen nach. Drinnen lief aktuelle Popmusik, tanzten lustige Leute und hatten Spaß. Wir auch. Man kann überall lästern.
Zu früh für den Abend und erst recht für die Reeperbahn verließen wir den Ort und fuhren ins Hotel. Mit schlafwandlerischer Sicherheit fanden wir den Weg inzwischen im Halbschlaf. Das nächste Mal, nahmen wir uns vor: Entweder Shoppen, oder Feiern!

Sonntag.
Schon kurz nach 8 war die Nacht vorbei. Wir packten unsere Siebensachen, horteten unsere Einkaufstüten und machten uns schick für unser Luxus Frühstück!
Denn wenn ein Frühstücksbuffet in einem Hotel pro Person 18,- kosten soll, musste es ja auch Luxus pur sein. Der anzugtragende indische Kellner wies uns den Tisch, der schon eingedeckt war. Ich befand mich im Tee-Himmel, während für Chry eine Kanne Kaffee serviert wurde. Dann schlemmten wir mini Croissants, mini Brötchen, mit diversen Lachs, Käse und Marmellade-Sorten. Rührei, gekochte Eier und Omelettes. Man hätte sogar Weißwürste wählen können. Aber wir waren nicht so südländisch. Es gab Obstsalat aus aussergewöhnlichen Früchten, diverse Fruchtquarks und Müslisorten. Ein Glas Champagner hätte uns nur 5,50 extra gekostet! Wir verzichteten und wählten stattdessen aus dem Angebot der frischgepressten Säfte. Yummy!!
Viel zu früh waren wir viel zu satt.
Und ebenfalls viel zu früh verließen wir das schicke Hotel und saßen wieder im Auto Richtung Heimat!
Der Trip war super, das Wetter eine Woche zu früh sonnig und die Pläne: das machen wir mal wieder!

Montag, 20. Februar 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Hatschi!

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin
Hatschi!

Jahrzehnte ist es her, dass meine Mutter mir beibrachte: Kind, wenn du niesen musst, halt dir die Hand vor den Mund. Ebenso beim Husten. Warum? Selbst das wurde mir erzählt: wenn du Niest, fliegen hunderte von fiesen Krankheitsbazillen durch die Luft und stecken alle Leute an. Und es ist unhygienisch.

Heutzutage interessiert das scheinbar niemanden. Im Stifteladen wird während der Wintermonate gehustet, geniest und geröchelt was das Zeug hält. Vermutlich eine neue Art der Erziehung oder eine ignorante Art gegenüber Mitmenschen, oder ein fehlen der eigenen Erziehung ist unser heutiges Thema hier.
Fall 1: Frau G. die gemeine Stiftverkäuferin hat munter dekoriert, kleine niedliche und glänzende Autos mit Schraubenziehern, Mororräder mit Uhr, LKWs mit Notizzetteln und diverse Schlüsselanhänger hergerichtet damit des den potentiellen Kunden zum Kauf anregt. Alles blitzt und blinkt und läd zum Anschauen ein. Auch zum Anfassen, darum hält die gemeine Stiftverkäuferin jedes Mal ein Auge auf kleine Kinder, die nur „Auto“ sehen und nicht „teures Auto mit Schraubenzieher für Erwachsene“. So stand sie auch neben dem kleinen Paul, als er mit den Autos spielen wollte. Seine Mutter stand im hinteren Teil des Ladens und lies sich beraten, hatte also in dem Moment kein Auge für ihren Sohn. Paul, gerade 2 geworden, hatte klebrige Hände, eine laufende Nase und kein Interesse für die ermahnenden Worte der gemeinen Stiftverkäuferin.
„Das ist nicht zum Spielen“ , „Nein, lass das mal lieber...“ und dann: „HATSCHII!“ Und „HATTTSCHHHI!!“
Dinge flogen auf die neue glänzende Ware und benässten alles. Freudige Bazillen stiegen in LKWs ein und fuhren auf Motorraduhren um die Wette. „Üäääh!“ dachte sich Frau G. Warf der Mutter einen bösen Blick zu, denn diese hatte es doch tatsächlich am Rande mitbekommen und rief ihren Paul zum Naseputzen. Und was ist mit den Schlüsselanhängern? Rotztriefenden Briefklammernspendern? Die musste Frau G. reinigen.
Und schwor sich, ihre Kinder zu erziehen!

Einen anderen Tag stellte die gemeine Stiftverkäuferin fest, dass nicht nur 2jährige Kinder das Frei-Niesen beherrschen. Selbst 5jährige konnten Erziehungslos zu Warenbefeuchtern mutieren. Denn der kleine Jason bewunderte einige Porzellan Artikel, als ihn der Niesreiz überkam. Bäm! Warum drehen sich Kinder dann nicht weg? Warum wird geniest wo man steht und guckt? Und warum hat auch seine Mutter nicht ein Wort gesagt?

Doch am Schlimmsten war der kleine Jannes. Jannes bekam einen Ranzen, denn er wurde bald eingeschult. Frau G. hockte sich vor ihn um den Ranzen einzustellen, Träger zu richten und Sitz zu überprüfen, als sie von einer weiteren Kundin angesprochen wurde und die Katastropfe nicht nahen sah. Ja, Katastropfe!
Denn ehe sie sich versah, nieste der kleine Jannes ihr ins Gesicht. Des Jannes Mutter saß daneben, doch auch hier wartete man vergebens auf eine erzieherische Reaktion. Die gemeine Stiftverkäuferin wiederum war so verdattert und verekelt dass sie kein Wort des Scheltens herausbekam und sich nur angewidert den Schleim von der Backe wischte.
In der darauf folgenden Nacht, während Frau G. ruhte, begannen des Jannes Mikroben munter in ihr zu toben. Daraus entstand eine Erkältung wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. 3 Tage Halsweh, 5 Tage Schnupfen und 3 Tage Husten! Und Gedanken der Rache die hier aus jugendschutzgründen nicht genannt werden. Und unbeantwortete Fragen der Respektlosigkeit gegenüber fremden Menschen. Und mögliche, bessere Gegenreaktionen, wie Zurückspucken, Ohrfeigen, Elternbezetern... doch im Grunde tat sie nichts. Denn es ist nicht ihr Kampf der hier gefochten wird. Es ist der Kampf der allgemeinen Vernachlässigung der Erziehung der Kinder. Und Gedanken des Weltunterganges kreisen durch den Geist, hervorgerufen durch die Idee einer Armee von pöbelnder Idioten, verschnupft, sich gegenseitig ansteckend, autoritätslos in der Zukunft der Menschheit herum vegetierend. Was soll nur aus uns werden...?

Montag, 13. Februar 2012

Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Der Zirkel des Lebens

Es war ein normaler, etwas ruhiger Tag im Leben der gemeinen Stiftverkäuferin, als gen Nachmittag eine Familie den Laden betrat.
„Schönen guten Tag. Kann ich Ihnen helfen, oder schauen sie erst einmal...?“ war die Frage, die sie sich hätte lieber verkneifen sollen.
Ja, war die Antwort, wir brauchen einen Zirkel.
Der Junge im Alter von ca 10 Jahren bekam von der Lehrerin die Mitteilung einen Zirkel zum Unterricht mitzubringen.
Diese Aufgabe zu erfüllen würde den normalen Menschen etwa 10Min seines Lebens kosten. Rein in den Markt, hin zum Regal, Farbe aussuchen, Preis ok? Dann ab zur Kasse.
Nicht so in der Familie X bei der daraus ein kleiner Nachmittagsausflug wurde.
Stiftverkäuferin: „Hier haben wir die Zirkel. Entweder die von FC oder von Ro.“ Hinweisender Fingerzeig auf Modell und Farbe.
Mutter: „Welche sind denn besser?“
Stiftverkäuferin: „Im Prinzip sind beide gleich gut, die einen sind bunt gemustert, die anderen nicht, lassen sich aber im Schenkel abknicken.“
Der Sohn fand den blauen von Ro am besten und nahm ihn aus dem Regal.
Mutter: „Was kosten die denn?“  Preise wurden genannt.
„Ah ja. Und worin unterscheiden sie sich?“ Stiftverkäuferin weist erneut auf abknickende Schenkel und Muster hin.
„Ben (Name geändert), schau mal, welcher gefällt dir denn?“
Ben zeigt blauen Zirkel von Ro.
„Können wir den mal aus der Packung nehmen? Dass wir mal schaun können, der muss ja auch gut in der Hand liegen und leicht zu bedienen sein.“ Stiftverkäuferin nimmt Zirkel aus der Packung.
„Jetzt nimm den mal in die Hand. Lässt der sich leicht bewegen?“
Stiftverkäuferin verneint: „Der muss sich nicht leicht bewegen können, sonst verändert der beim Kreiseziehen den Durchmesser...“
Ben bedient den Zirkel. Großer Durchmesser, kleiner Durchmesser.
Mutter: „Du darfst den aber nicht so auf machen, dafür ist das Rädchen zum Verstellen da.“
Stiftverkäuferin erklärt den Sinn von Schnellverstellbarkeit ohne Rädchengekurbel.
„Ben, jetzt guck mal wie der in der Hand liegt, oder ob du da abrutscht.“
Zirkel hat Schenkelseitengummierung mit Noppenbesatz.
„Jetzt guck mal ob du die Schenkel auch gut abknicken kannst. Oder ob das schwer geht.“
Ben dreht an den Schenkelschrauben, verstellt die Schenkel, knick ein, knick aus.
„Ben, oder willst du den anderen?“
Stiftverkäuferin kriegt Panik.
„Guck mal Ben, der andere hat ein Muster. Was meinen Sie denn, welcher ist denn gut?“
Da sich Ben schon seit 10Min für den blauen Ro Zirkel entschieden hat, zeigt die Stiftverkäuferin auf den blauen Ro Zirkel.
Mutter guckt Vater an. „Herbert, was meinst du denn dazu?“
Herbert guckt sich die Zirkel an. Nimmt den blauen von Ro, Schenkel knick ein, knick aus, großer Durchmesser, zusammendrücken.
„Ja, das muss doch Ben wissen. Ben, welchen möchtest du denn?“
Ben total gelangweilt.
Mutter nimmt gemusterten Zirkel von FC aus dem Regal.
„Schau mal Ben, der ist auch nicht schlecht.“
Ben: „Nein, ich will den blauen.“
Mutter: „Naja, wenn du das sagst. Was kostet der ? Na das ist ja auch ok.“
Und dann sagte sie den Satz, den man in diesem Moment nicht mehr fürchten könnte:
„Wir wollten dann aber auch noch mal nach einem neuen Ranzen gucken. Ben? Du brauchst ja noch einen neuen Ranzen für die 5. Klasse.“
Damit resignierte die gemeine Stiftverkäuferin und begann ein noch längeres, komplizierteres und aufwendigeres Gespräch über einen Schulrucksack.
Denn da gab es 3 unterschiedliche Modelle, von denen 2 mit Schulsachen gepackt werden mussten, die Eltern beide aufsetzten, sich entschieden dass der eine besser als der andere sei. Dabei aber viele Gurte herunterhingen (Verlängerung der Trageriemen) in denen sich das Kind ja verfangen kann. Welcher denn den besseren Rücken hat, welcher bunter ist, welcher billiger ist, aber länger hält... etc, etc, etc.
Und als die Familie nach einer weiteren Stunde, die man sich hätte sparen können wenn man auf den Geschmack des Knaben gehört hätte, endlich den Laden verließ, dachte die gemeine Stiftverkäuferin ernsthaft darüber nach, eine Flasche Schluck im Kühlschrank zu deponieren.

Sonntag, 1. Januar 2012

Kalenderwegwerftag

Kalenderwegschmeißtag


Heute, Kinder, wird’s was geben!
Denn heute, Guten Morgen erstmal, ist Kalenderwegschmeißtag!!
Seit früh morgens wird in Hochhaushausen, Stadteil Comorphien gewerkelt und gewischt, gewuselt und gewurschtelt.
 Der Tag beginnt bei allen Bewohnern traditionell mit einem Nutellatoast. Dabei wird der große Nutellaerzeuger gepriesen und auch um weiterhin unaufhörliche Haselnusscremezufuhr im neuen Jahr gebeten. Dabei stößt man mit einem Glas alkoholfreien Sekt an, dessen Reste man sich vom Vorabend kaltgestellt hat. Man möcht ja im Rauschzustand nichts falsches wegwerfen!
Denn man erinnert sich gern an damals, als man Dinge wegwarf, im Frohgemut der Übermut und im Rausche des Wegwerfwahns... die man einige Monate später händeringend zurückverlangt hat.
Ein Großteil der Bevölkerung beginnt sich nun für die Arbeit fertig zu machen. Denn nicht alle Leute haben an diesem Feiertag frei. Viele müssen sich auch um die Armen und Bedürftigen des Landes kümmern und reisen hinfort um Gutes zu tun.
Der Rest kümmert sich nun um die weiteren traditionellen Dinge, die getan werden müssen. Zuerst sucht man den Boden der Tatsachen ab um diverse Fellknäuel zu finden, die während der Nacht von umher laufenden Katzen ausgewürgt worden sind. Diese werden aufgesammelt und in Plastiktüten aufbewahrt.
Anschließend trinkt man eine Tasse English Breakfast Tea um dem Tag den gehörigen Schwung zu geben. Zu den Klängen von Auld Lang Syne springen die Bewohner durch die Räume und sammeln alte Kalender ein. Die Tante mit den Krähen aufm Kopp, die Brüste des Dezembers, die kleinen Katzen, die winterlichen Bäume, und natürlich die kleinen Büchlein mit den Notizen des letzten Jahres. All dieses wird nun auf einen großen Haufen geworfen.
Inzwischen geht in den Köpfen der Bewohner der getrunkene Tee mit dem alkoholfreien und sehr sauren Sekt eine lustige Verbindung ein, und man beginnt, schräg und schauderlich mit der Auld Lang Syne - Dame zu singen. Ob die sich darüber freut, weiß keiner, denn glücklicherweise weiß sie es selber nicht.
Im Laufe des Tages haben nun alle Bewohner sich ihrer Kalender entledigt und der Bilderhaufen türmt sich meterhoch in den grauen Nieselhimmel. An den Händen gefasst tanzt man herum um den Haufen und beschwört die bösen Geister, sich ebenfalls auf dem Haufen niederzulassen. Schließlich liegen dort die schönsten Bäume, die herrlichsten Landschaften, die prallsten Brüste, die niedlichsten Hunde usw.
Langsam lässt sich ein Schleier herab auf den Haufen. Dunstige Dämse dringt durch die Luft. Geheimerweise haben die Bewohner hinter ihren Rücken das Schwarzpulver aus nicht explodierten und übriggebliebenen Knallern und Raketen geschüttelt und in einer umher gereichten Schüssel gesammelt. Diese Schüssel wird nun an die Dorfälteste weitergegeben, die mit Schimpf und Zeter und Krach und Donner den Inhalt über die gruseligen und gebannten Geister gießt. Zeitgleich werfen die anderen Bewohner Wunderkerzen auf den Haufen.
Und in einer riesigen Explosion verschwinden Kalender, Geister mit alte Gewohnheiten, erledigen Aufgaben, versäumten Terminen und Zahnarztterminen im schwarzen Rauch des Kalenderwegwerftages.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Warum?




Warum gibt es das super teure Katzenfutter von Royal Canin nur beim Tierarzt? Vertrieben in normalen Shops wäre das für mich gerad echt praktischer. Wieviele Wäscheständer besitzt der Durchschnittsdeutsche? Ich fragte mich das heut, als ich den riesen Wäscheberg in die Waschmaschine wuchtete und darüber nachdachte, dass ja garnicht alles auf einen Wäscheständer passt. Ob es für Leute, die nur einen Wäscheständer haben, dafür größere gibt? Zumindest käme ich nicht mit einem aus, kenne allerdings jetzt spontan auch niemanden, der wirklich zwei von der Sorte besitzt. Wie waschen andere Leute ihre Wäsche, wenn sie nur einen Tag in der Woche dafür Zeit haben? Ist es sinnvoll, beim Bettenbeziehen die Matratze mit dem Staubsauger abzusaugen? Werden auf diese Art viele von den garstigen Bettwanzen und Milben verschwinden? Saugen auch anderen Leute ihre Betten ab? Zumindest hat noch niemand davon erzählt. Ich dachte mir jedenfalls, dass es sinnvoll wäre. Jedenfalls hat es nichts geschadet dieses zu tun und bei der Gelegenheit konnte ich auch noch die Matratze mal um 180° zu drehen. Habe zwar auch noch nicht gehört, dass man sowas macht, aber ich mach das jetzt mal. Warum gibt es in Supermärkten nicht Wochen-Komplett-Pakete, in denen sich für 5 Tage das Abendessen befindet? Man könnte es für Gesundlebende, Ungesundlebende oder Vegetarier abpacken. Wöchentlich wechselnde Pakete zu unterschiedlichen Preisen. Einmal billig und einmal etwas teurer. Spinat und Spiegelei, Spagetti Bolognaise, Schnitzel mit Pilzen, Broccolicremesuppe und Lasagne. Scheinbar schleicht man ständig durch die Gänge in der Hoffnung was zu Essen zu finden. Es könnte sich ja mal jemand anders darum Gedanken machen. Ich frage mich auch, warum zwei Strumpfhosen wärmer halten als eine Jeanshose. Oder warum man sich mit Haarfarbe nicht auch die Augenbrauen färben soll. Und wie die Leute im Fernsehen mit ihrer Frisur den ganzen Tag rumlaufen können und gut aussehen, ohne dass sie irgendwann zum Wuschel werden. Es ist ziemlich unrealistisch im realen Leben ständig einen Stylisten neben sich zu haben. Warum merkt das keiner? Ausserdem ist Lüften im Winter scheiße. Warum entwickelt nicht mal jemand ein Warmluft-Wechselgerät, das Gerüche und Feuchtigkeit aus Küche etc absaugt und warme Luft wieder zurückbläst? Warum krabbeln eigentlich lauter Wanzen auf dem Balkon rum? Und warum hab ich die leere Keksschachtel wieder in den Schrank gestellt? Und wieso zum Geier ist mir heute so langweilig???