Kalenderwegschmeißtag
Heute, Kinder, wird’s was geben!
Denn heute, Guten Morgen erstmal, ist Kalenderwegschmeißtag!!
Seit früh morgens wird in Hochhaushausen, Stadteil Comorphien gewerkelt und gewischt, gewuselt und gewurschtelt.
Der Tag beginnt bei allen Bewohnern traditionell mit einem Nutellatoast. Dabei wird der große Nutellaerzeuger gepriesen und auch um weiterhin unaufhörliche Haselnusscremezufuhr im neuen Jahr gebeten. Dabei stößt man mit einem Glas alkoholfreien Sekt an, dessen Reste man sich vom Vorabend kaltgestellt hat. Man möcht ja im Rauschzustand nichts falsches wegwerfen!
Denn man erinnert sich gern an damals, als man Dinge wegwarf, im Frohgemut der Übermut und im Rausche des Wegwerfwahns... die man einige Monate später händeringend zurückverlangt hat.
Ein Großteil der Bevölkerung beginnt sich nun für die Arbeit fertig zu machen. Denn nicht alle Leute haben an diesem Feiertag frei. Viele müssen sich auch um die Armen und Bedürftigen des Landes kümmern und reisen hinfort um Gutes zu tun.
Der Rest kümmert sich nun um die weiteren traditionellen Dinge, die getan werden müssen. Zuerst sucht man den Boden der Tatsachen ab um diverse Fellknäuel zu finden, die während der Nacht von umher laufenden Katzen ausgewürgt worden sind. Diese werden aufgesammelt und in Plastiktüten aufbewahrt.
Anschließend trinkt man eine Tasse English Breakfast Tea um dem Tag den gehörigen Schwung zu geben. Zu den Klängen von Auld Lang Syne springen die Bewohner durch die Räume und sammeln alte Kalender ein. Die Tante mit den Krähen aufm Kopp, die Brüste des Dezembers, die kleinen Katzen, die winterlichen Bäume, und natürlich die kleinen Büchlein mit den Notizen des letzten Jahres. All dieses wird nun auf einen großen Haufen geworfen.
Inzwischen geht in den Köpfen der Bewohner der getrunkene Tee mit dem alkoholfreien und sehr sauren Sekt eine lustige Verbindung ein, und man beginnt, schräg und schauderlich mit der Auld Lang Syne - Dame zu singen. Ob die sich darüber freut, weiß keiner, denn glücklicherweise weiß sie es selber nicht.
Im Laufe des Tages haben nun alle Bewohner sich ihrer Kalender entledigt und der Bilderhaufen türmt sich meterhoch in den grauen Nieselhimmel. An den Händen gefasst tanzt man herum um den Haufen und beschwört die bösen Geister, sich ebenfalls auf dem Haufen niederzulassen. Schließlich liegen dort die schönsten Bäume, die herrlichsten Landschaften, die prallsten Brüste, die niedlichsten Hunde usw.
Langsam lässt sich ein Schleier herab auf den Haufen. Dunstige Dämse dringt durch die Luft. Geheimerweise haben die Bewohner hinter ihren Rücken das Schwarzpulver aus nicht explodierten und übriggebliebenen Knallern und Raketen geschüttelt und in einer umher gereichten Schüssel gesammelt. Diese Schüssel wird nun an die Dorfälteste weitergegeben, die mit Schimpf und Zeter und Krach und Donner den Inhalt über die gruseligen und gebannten Geister gießt. Zeitgleich werfen die anderen Bewohner Wunderkerzen auf den Haufen.
Und in einer riesigen Explosion verschwinden Kalender, Geister mit alte Gewohnheiten, erledigen Aufgaben, versäumten Terminen und Zahnarztterminen im schwarzen Rauch des Kalenderwegwerftages.
Sonntag, 1. Januar 2012
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Warum?
Warum gibt es das super teure Katzenfutter von Royal Canin nur beim Tierarzt? Vertrieben in normalen Shops wäre das für mich gerad echt praktischer. Wieviele Wäscheständer besitzt der Durchschnittsdeutsche? Ich fragte mich das heut, als ich den riesen Wäscheberg in die Waschmaschine wuchtete und darüber nachdachte, dass ja garnicht alles auf einen Wäscheständer passt. Ob es für Leute, die nur einen Wäscheständer haben, dafür größere gibt? Zumindest käme ich nicht mit einem aus, kenne allerdings jetzt spontan auch niemanden, der wirklich zwei von der Sorte besitzt. Wie waschen andere Leute ihre Wäsche, wenn sie nur einen Tag in der Woche dafür Zeit haben? Ist es sinnvoll, beim Bettenbeziehen die Matratze mit dem Staubsauger abzusaugen? Werden auf diese Art viele von den garstigen Bettwanzen und Milben verschwinden? Saugen auch anderen Leute ihre Betten ab? Zumindest hat noch niemand davon erzählt. Ich dachte mir jedenfalls, dass es sinnvoll wäre. Jedenfalls hat es nichts geschadet dieses zu tun und bei der Gelegenheit konnte ich auch noch die Matratze mal um 180° zu drehen. Habe zwar auch noch nicht gehört, dass man sowas macht, aber ich mach das jetzt mal. Warum gibt es in Supermärkten nicht Wochen-Komplett-Pakete, in denen sich für 5 Tage das Abendessen befindet? Man könnte es für Gesundlebende, Ungesundlebende oder Vegetarier abpacken. Wöchentlich wechselnde Pakete zu unterschiedlichen Preisen. Einmal billig und einmal etwas teurer. Spinat und Spiegelei, Spagetti Bolognaise, Schnitzel mit Pilzen, Broccolicremesuppe und Lasagne. Scheinbar schleicht man ständig durch die Gänge in der Hoffnung was zu Essen zu finden. Es könnte sich ja mal jemand anders darum Gedanken machen. Ich frage mich auch, warum zwei Strumpfhosen wärmer halten als eine Jeanshose. Oder warum man sich mit Haarfarbe nicht auch die Augenbrauen färben soll. Und wie die Leute im Fernsehen mit ihrer Frisur den ganzen Tag rumlaufen können und gut aussehen, ohne dass sie irgendwann zum Wuschel werden. Es ist ziemlich unrealistisch im realen Leben ständig einen Stylisten neben sich zu haben. Warum merkt das keiner? Ausserdem ist Lüften im Winter scheiße. Warum entwickelt nicht mal jemand ein Warmluft-Wechselgerät, das Gerüche und Feuchtigkeit aus Küche etc absaugt und warme Luft wieder zurückbläst? Warum krabbeln eigentlich lauter Wanzen auf dem Balkon rum? Und warum hab ich die leere Keksschachtel wieder in den Schrank gestellt? Und wieso zum Geier ist mir heute so langweilig???
Sonntag, 9. Oktober 2011
Sinnlose Floskeln und warum ich sie boykottiere
Jeden Tag begegnen sie einem aufs neue. Sinnlose Floskeln, die einem mit auf den Weg gegeben werden, in der Hoffnung einem den Tag zu versüßen. Oder weswegen auch immer. Schließlich kann es fremden Leuten, die einen für 7,3min in ein Gespräch über den Weg zum Marktplatz verwickeln scheiß egal sein, ob ich jetzt einen schönen Tag noch habe.
Einen schönen Tag noch. Wünsche ich auch Leuten, aber nur weil sie es erwarten. Wünsche ich nicht, dass Herr Kruppmüller sich noch einen schönen Nachmittag in dieser tollen Stadt macht und dabei viel Spaß hat, dann denkt er: unfreundliches Pack! Oder, er bekommt ein schlechtes Gewissen, weil er mir mit der Frage nach dem Weg auf den Keks gegangen ist. Ist er aber nicht, bin ja immer hilfsbereit, darum: schönen Tag noch und viel Spaß!
Logischerweise würde ich nun jedoch dafür verlangen, am Ende des Tages zu erfahren, ob denn Herr Kruppmüller tatsächlich einen schönen Tag und Spaß hatte. Oder ob mein Wunsch nicht in Erfüllung gegangen ist. Bzw ob mein Wunsch überhaupt ausschlaggebend für den weiteren Tagesverlauf des Herren Kruppmüller gewesen ist. Hatte er einen schönen Tag, würde er mir dafür Danken wollen, wenn er abends im Bett liegt und an mich und meinen Wunsch denkt? Hätte ich ihm wohl meine Telefonnummer geben müssen. Aber so intim möchte man mit Fremden Touristen nicht werden. Wenn dies alles wiederum nicht der Fall wäre, wäre es Verschwendung gewesen, diesen Wunsch zu äußern. Aber da wir den Herrn Kruppmüller nicht kennen, wissen wir nicht, ob er sich über meinen Wunsch gefreut hat, oder sich darüber geärgert hat, weil er ihn sarkastisch fand, da ihm 2h später die Brieftasche geklaut wurde, oder er ihn überhaupt nicht wahrgenommen hat, weil er mit den Gedanken auf dem Weg zum Marktplatz war. So spaltet sich der Wunsch in drei Unbekannte auf, die leider nicht lösbar sind.
Mein persönlicher Lieblingswunsch ist: Gesundheit!
Gesundheit! Höre ich im Sommer geschätzte 75 000 mal. Denn ich leide wie so viele andere Menschen auch, unter Heuschnupfen. Für den Normal-Nieser, der wegen einer Erkältungskrankheit am Niesen ist, und sich fühlt, als ob er nach 2 Flaschen Wodka hinterm Bahnhofsklo gepennt hat, ist klar, er nimmt diesen Wunsch gerne an. Zeigt es ihm doch, dass die Welt noch Mitleid hat mit kranken, armen Menschen, die Schnupfen haben. Gesundheit, Schnupfenmensch! - und steck mich bloß nicht an!!
Aaber! Da ich mich nicht in dieser Position befinde und man mir auch den Schnupfen nicht ansieht, da ich keine rote Nase und verquollene Augen habe, Schal und Taschentücher bei mir trage und eine Stimme wie Janis Joplin besitze, sollte den Menschen klar sein: die hat nichn Schnupfen! Doch, scheißegal, Gesundheit! Ja, liebe Wünscher, für mich ist dieses eine Beleidigung. Denn ich werde nicht Gesund, egal wie oft ihr mir das wünscht. Auch nicht 75 000 mal jeden Sommer. Denn es ist wissenschaftlich noch nicht möglich einen Allergiker wie mich davon zu heilen. Also vielen Dank auch. Ich wünsch euch auch nicht mehr Verstand und Menschenkenntnis.
Lustige Mitmenschen steigern sich ja auch noch. Wenn man als Allergiker öfters als einmal niest, werden sie ganz lustig. Gesundheit! Schönheit! Ewige Jugend! Geld und Macht! Etc. Da sind des menschlichen Geistes keine Grenzen gesetzt. Natürlich kann ich mich daneben setzten und mit hoffen, dass ich meinen Heuschnupfen loswerde, Reich und Berühmt werde und mir davon vielleicht auch meine Ruhe auf einer einsamen, graslosen Insel kaufen kann. Aber wir werden
utopisch. Für meinen Teil sage ich dem engeren Umfeld monatlich aufs Neue: wünscht mir nicht Gesundheit, solange ihr mir den Wunsch nicht erfüllen könnt.
Guten Appetit. Lief mir gestern wieder über den Weg. Nett gemeint, aber wundert euch nicht, wenn ich diesen Wunsch nicht ebenfalls ausspreche. Denn wie vorherige auch, ist er für mich bedeutungslos und irrelevant. Angenommen, ich verspeise mittags ein nettes Sushimenü, frisch, lecker, mit knackiger Gurke und Avokado, aromatischem Lachs und würziger Sojasoße und ihr wünscht mir guten Appetit. Hm. Sehr ihr nicht, dass ich den schon habe? Würde ich mir hungerlos Sushi kaufen? Oder wollt ihr mir mein Essen streitig machen? Prinzipiell genau, als würde man einem Piloten zum 20jährigen Dienstjubiläum einen guten Flug wünschen. Macht man? Nu denn.. wie gesagt, hier geht’s ja um sinnfreie Floskeln.
Angenommen nun, ich esse ein trockenes Toast mit Käse, der eine Woche alt ist, weil ich keine Zeit zum Einkaufen hatte, habe auch keinen richtigen Hunger, weil ich nur esse, damit ich es nicht wegwerfen muss. Guten Appetit. Davon wird mein Essen jetzt auch nicht besser. Ich werde weder hungriger, mein Toast noch frischer und der Käse verliert auch nicht seinen Schimmel vor neugewonnener, existenzieller Anerkennung. Also. Wieder haben wir Zeit mit sinnlosen Wünschen vergeudet. Wundert euch also nicht, wenn ich euch nicht einen guten Appetit wünsche, ich halte es einfach für überflüssig.
Die Aufgabe des Tages, liebe Leser, besteht für euch nun mal darauf zu achten, was einem tagtäglich für sinnlose Floskeln und belanglose Wünsche begegnen.
Guten Morgen, guten Tag, viel Glück, viel Erfolg, gute Fahrt, viel Spaß, guten Rutsch und gute Nacht. Klar hat ein Herr Knigge diese Worte damals für einen Inbegriff des guten Benehmens gehalten, aber im Grunde könne wir uns damit viel Zeit und Atem sparen.
Nehmt es mir also nicht übel, wenn ich sie nicht benutze.
Tschüss!
Freitag, 30. September 2011
Beamtenstippe – Urlaub im September
Beamtenstippe – Urlaub im September
Nachdem der diesjährige Sommer sich für den Herbst hielt, begann der Herbst sich glücklicherweise für den Sommer zu halten. Denn in der letzten Septemberwoche wo Frau Comorph Urlaub hatte, schien gnadenlos die Sonne vom Azurblauen Himmel und lobenswerte 25° erheiterten ihr Gemüt. Denn sie war der Meinung, der Urlaub, der musste sein. Muss Urlaub ja eigentlich immer, aber nach dem letzten Chaos den sie als gemeine Stiftverkäuferin Frau G. erlebt hatte (denn insgeheim handelt es sich hier, liebe Leser, um ein und die selbe Person. Wer hätte das gedacht? Ist son Dr.Jekyll-Mr.Hyde-Ding), zerrte sie quasi die Urlaubswoche durch die letzten Arbeitstage heran.
Dann war er da.
Und jeder Tag barg so seine Tücken und Überraschungen. Wie es im Leben nunmal so ist. Manchmal mehr und manchmal weniger. Eigentlich hatte Fr.Comorph einen ruhigen, literarischen Teeurlaub geplant, ein paar Tage auf Balkonien, Extrem-Couching und www.Surfen.
Aber je näher der Urlaub rückte, desto mehr Aktivitäten schlingelten sich ein.
Samstag stand im Zeichen des Baßgeigenfestes. Derweilen hatte sie versucht, herauszufinden, warum eigentlich der Ortsteil Baßgeige hieß, da er doch weder musikalisch noch aus Holz bestand, eher aus einer Ansammlung Blechverkäufer. Mittags rum holte sie ihre Eltern ab und spazierte über das Fest. Die neuen Fahrzeuge bewundernd, leckere Kartoffelpuffer essend und Alster trinkend. Bei knalligem Sonnenschein ein schöner Mittag. Gerne wäre sie auch auf einem Kamel nach Hause geritten, aber ihr Daddy wollte ihr keins kaufen. Stattdessen mussten sich Mom und Dad über den aktuellen Marktwert in Kamelen von Frau Comorph unterhalten und ob es sich andersrum nicht eher lohnen würde, aber was man denn dann mit den Kamelen machen würde und ob so ein Kamelreitgeschäft wohl ein lukratives Geschäft wäre usw.
Sonntag fuhr Frau Comorph nach WR um mit ihren Freundinnen dort zu brunchen, was wiederum durch ein vergessenes Tischreservieren nur ein Frühstücken in einem von unfreundlichem Personal beheimateten Straßencafe wurde. Doch amüsant war es trotzdem.
Montag beschlossen Frau Comorph und der Captain: es ist Pilzezeit! Doch die Pilze fanden das nicht und waren nicht im Wald. Lautenthal sollte das diesjährige Jagdgebiet werden, denn es befanden sich auch noch 2 Stempelstellen in der Nähe (der Capt. Sammelt Wanderstempel, denn wenn man eh immer wandert kann man dabei auch diese Stempelchen sammeln, die einem dann Nadeln einbringen, die man sich dann an den nicht vorhandenen Hut stecken kann. Oder so). Frau Comorph fand zumindest einen schönen, roten Fliegenpilz, den sie dann aufs Umständlichste, kniend und hockend auf matschigem Waldboden, fotografierte um wenigstens eine Beute mit nach Hause zu nehmen. Leider, wie so oft verliefen sich die beiden auch mal wieder, denn Tückische Schilder säumen den Wegesrand und so machte man einen Umweg um ca 8km, wobei man auch nur 2,5 hätte laufen können. Aber das ahnt man nur, das weiß man nicht.
Dienstag stand im Zeichen des leeren Kühlschrankes. Und der abenteuerlichen Odyssee zweier, die auszogen um Dinge zu kaufen.
Station 1 war die Autowaschanlage, denn das arme Auto war den ganzen Sommer, und eigentlich auch den ganzen Winter nicht gewaschen worden. Das hatte nur der Regen getan. Hat zwar auch gereicht, aber man musste ja auch mal staubsaugen. Also wurde eine halbe Ewigkeit am Auto rumgeschrubbt.
Station 2 war der Aldi. Denn es fehlten ein paar Grundnahrungsmittel (Toast, Mettpralinen, Obst) und man war ja auch eigentlich wegen einem Duschkopf da, der im Angebot war. Matt-Chrom oder Chrom war die Frage die im Raum stand, denn beide sahen gleich aus. Der Zufall entschied.
Station 3 war der Marktkauf, denn der Hase brauchte noch Bier. Hier traf man dann auch auf das eigenartige Schild: Beamtenstippe. Der Captain ganz verwundert: „was mag wohl beamten-Stippe sein (englische Aussprache)?“
Frau Comorph schmunzelnd: „Das ist BEAMTEN-Stippe (deutsche Aussprache)!“
Infolgedessen begann eine Diskussion, was wohl damit gemeint war, denn das eine wie auch das andere ließen seltsame Rückschlüsse ziehen:
Beamten-Stippe: wird aus ausgemusterten Beamten hergestellt, die sich nicht für den Ruhestand eignen. Da sie unkündbar sind, fällt diese Möglichkeit sie loszuwerden weg. Also werden sie fein zerkleinert, unauffindbar für Spürhund und Kripo zu einer leckeren Mahlzeit verarbeitet, die immer Montags im netten Schnellimbiss serviert wird.
beamten-Stippe: besteht ebenfalls aus zerkleinerten Menschen, allerdings unabsichtlich. Denn geheimerweise wurde bereits die Heisenbergsche-Unschärferelation mittels dem letztens erfundenen Heisenberg-Kompensator umgangen, welcher die zielgenaue Übermittlung subatomarer Partikel ermöglicht – kurz beamen möglich gemacht hat. Bei vielen Erstversuchen ist auf der anderen Transporterplattform statt eines kompletten Menschen nur eine Masse durcheinander geratener Zellen, Moleküle und Atome in unsortierter Art angekommen. Ein sogenannter Zellbrei, der zwar ordnungsgemäß dem Sondermüll beigefügt werden sollte. Aber da es leider die Regel gibt, dass pro Haushalt nur ein Organ pro Monat entsorgt werden darf (und es sich hier um eine geheime Organisation in einem geheimen Hinterhaus -Bromberger Straße 4b, neben der Garage nr. 10- handelt) wurden die Mitarbeiter zu Stillschweigen verdammt, und die Überreste kostengünstig weiterverwendet. Lange Rede – schnelles Mittagessen, die beamten-Stippe war geboren.
Ansonsten fuhr man noch beim Lidl rum um den dort wohnenden Energydrink zu testen. Außerdem wurde eine neue Druckerpatrone besorgt, denn die Oma wollte eine email versenden und wusste nicht mehr genau, ob sie dafür auch Tinte mitschicken muss, damit der Empfänger sie auch ausdrucken kann. Das war der Dienstag.
Mittwoch und Donnerstag war Frau Comorph Darstellerin eines Musikvideos, welches in Goslar gedreht wurde. Leider erlebte sie hier auch ihre erste Autopanne, denn selbiges wollte nicht mehr anspringen. Hinzugerufene Personen erschienen zahlreich. Zum Glück nicht auch noch der ADAC, denn sie konnte mit ihrem modernen Tastenlosen Telefon währen eines „Drücken Sie jetzt die 1“-Gesprächs nicht auf die Tasten zugreifen. Tja... Technik. Nachdem Frau Comorphs Freundin mit Verlobtem Autotechniker und Kumpel hinzureiste, hatte ihr Dad schon das Auto unwissentlich repariert: eine Sicherung war gelockert und wieder fest gedrückt worden. Vermutlich wurde sie durch die zahlreichen Schlaglöcher irgendwann herauskatapultiert. Natürlich dann, wenn Frau Comorph am Steuer sitzt.
Am Freitag las Frau Comorph endlich über lange Zeit hinweg ein Buch. Gezwungenermaßen, denn sie wartete 3 Stunden im Auto auf den Captain, der für ca ne Stunde zu einer Besprechung wollte. War nicht schlimm, denn das Buch war spannend und bot reichhaltig beschriebene Seiten, die die Stunden in einem spannenden Kampf zwischen Gut und Böse untergehen ließen. Anschließend besuchten sie den Schwiegeropa in WR und auf dem Rückweg setzte Frau Comorph den Captain noch zu etwas Arbeit ab. Der Tag, sonnig wie er war, schrie danach Heide zu pflanzen. Also pflanzte Frau Comorph Heide. Das fand auch der Kater gut, der Heide gerne mag und ihr später ein Häufchen Kotzblumen auf den Teppich erbrach.
Die Woche war sehr interessant, nur leider zu kurz. Immerhin beinhaltete sie bis jetzt 1,5h Balkonien, diverse Literaturstunden, 6 verschiedene Sorten Tee und sogar etwas couching und surfing war drin.
Zumindest ist jetzt erst mal Wochenende. Das brauch man auch bei solch einem Urlaub.
Mittwoch, 7. September 2011
Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin - Tag des Wahnsinns
Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin:
Der Tag des Wahnsinns
Der Tag der Frau G. begann ganz ruhig. Der Wecker klingelte, der Kater kam gucken ob Frau G. nicht aufstehen möchte. Doch die Wahl des Wetters zur Wechselhaftigkeit beschränkte schon die Wahl Frau Gs. in der modischen Erscheinung. Man wählte, weil spät dran, Jeans und T-Shirt.
Denn auch das mühselige Herumtrennen an Flatterblusen, machte diese an dem Morgen nicht besser. Dann war die Zeit weg.
Am Ende gab es noch einen Laura Biagotti- Explosion, denn irgendein Werbefratze entschied, dass Parfum in Plastikpäckchen, worin sich sonst nur Cremeproben aufhielten, super sei. War es nicht, den es spritzte Frau G. ins Gesicht und sonstwohin.
Im Stifteladen angekommen plante Frau G. das Dekorieren des Schaufensters. Gesagt getan. Doch auf einmal erschien eine riesige Spinne mitten auf dem Weg.
'ok,' dachte sich Frau G. 'um dich kümmer ich mich später.'
Doch 3Min später, war die olle Riesenspinne nicht mehr da. Das hieß: von nun an, könnte sie sich überall befinden!!! Frau G. fühlte sich beobachtet und warnte vorsichtshalber ihre Kolleginnen.
Dann kam der Sturm.
(Steven-King-Grusel-Film-Musik)
Die erste Böe kippte den Postkartenständer. Frau G. flüchtete raus und holte ihn lieber rein. Der Kunde, der dies beobachtete, weil er daneben stand kommentierte nur: 'Das war ich nich!'
Eine weitere Böe wehte, kaum dass der Ständer drin war, eine Plastikmappe vom Rollständer. Frau G. flüchtete erneut in die ungemütliche, graue, Sturmwelt und bekam zum Dank eine Geklatscht! Denn Mappe 2 traf sie im Gesicht, Mappe 3 wurde vom Kunden (-der es nicht wahr) eingefangen. Rollständer wurde ins Geschäft geschoben.
Leider geschahen die nächsten Ereignisse, während Frau S. -rechte Hand von Frau G.- gerade zur Bank ging.
Denn eine Orkanböe machte sich schon für ihren großen Streich bereit. Kaum dass Frau G. im Laden alles unter Hand und Fuß hatte, rappelten 2 Kartenständer los, die große weite Welt zu erkunden. Frau G. rannte wieder aus dem Laden, das große PANIK schon auf der Stirn (denn aus Erfahrung wusste sie, dass solche Dinge nie gutgingen). Just in diesem Augenblick wurde auch der weiter aussen stehende Dachaufsteller von der Böe erfasst. Zu 3. wanderten sie los. Frau G. angelte sich Ständer 1, fiel fast über den Dachaufsteller und konnte nur noch zusehen, wie Ständer 2 gegen ein geparktes Auto knallte und – da das ja auch nicht genügte – umkippte und seine Waren dem Winde preis gab!
Die Böen fanden das sehr lustig, denn während die erste die Karten noch nach rechts wehte, kam schon die zweite Böe und wehte sie nach links, damit sich auch ja alles auf der gesamten Straße verteilte.
Die nächsten Minuten sagte Frau G. nur 'Scheiße' und 'Danke'. Ersteres war der Gesamtsituation gewidmet und konnte nicht oft genug geschimpft werden. Und Danke sagte sie zu den vielen Passanten, die ihr halfen, die vielen Karten wieder einzusammeln. Glücklicherweise war inzwischen auch Frau S. gekommen und schmiss den Laden, in dem die Kunden gnädigerweise keinen Aufstand wegen verzögernder Bedienung machten, sondern sogar mithalfen, das Chaos zu bewältigen.
Frau G. huschte also wie ein panisches Huhn auf der Straße hin und her, schrieb einen Zettel für die Windschutzscheibe des Unfallautos und kreiste dann in den Keller um sich dort zu beruhigen. Denn so ein Chaos war ein wenig zu viel auf einmal. Eine Tasse schwarzer Kaffe später und etwas gerichteter erschien sie dann wieder im Laden.
Die Dinge hatten sich zeitweilig beruhigt.
Doch die nächste Kuriosität erschien schon wieder, denn ein netter Frührentner, der viel Zeit hatte (viiiiel) beschäftigte sie mit einem Gespräch über Origami Papiere und beschichtete und Druckerpapiere und diverse ähnliche. Er erwarb auch einen kleinen bunten Notizblock und versprach ihr einen Elefanten zu falten. Was er dann auch tat, Frau G. musste mitfalten. 'Denn sonst lernen Sie das ja nicht!' Faltenderweise vergingen die nächsten 10min. Frau F. etwas verwirrt über den Kunden, sortierte die Karten. Frau G. flüchtete sich in Kundengespräche und sogar ans Telefon, als eine besorgte Frau S. aus dem Keller anrief, ob sie sie denn retten solle. Aber der Kunde hatte die Ruhe weg, und nichts was Frau G. auch anstellte, hielt ihn vom munteren Falten ab.
Letztendlich musste eine ganze Stunde vergehen, und eine kleine Karawane von Elefanten auf dem Tisch herumsträunen, dazu eine Maus, ein Frosch und ein gefaltetes, letztes Hemd aus einem 5,-Schein. Denn der werte Rentner war Origamimeister was er auch nicht nur einmal erwähnte. Und ausserdem sei er für Aktionsnachmittage zu mieten, könne auch zaubern und wäre ein perfekter Weihnachtsmann! Frau G. versprach ihm, sich bei Bedarf zu melden und verabschiedete ihn aus dem Laden.
Endlich. Frau G. hatte Pause und musste erstmal eine Zigarette rauchen.
Nach der Pause erschienen noch ein paar Kunden mit aussergewöhnlich ungewöhnlichen Reklamationen und Wünschen, die die vorherigen jedoch nicht toppen konnten.
Frau G. hatte fertig.
Zu guter Letzt musste auch noch Frau Gs Wagen mitmischen und produzierte ein neues ungutes Geräusch, was sich hoffentlich nicht auch in eine kleine Katastrophe erweitern wird.
Der Wahnsinn brodelte gar heftig an diesem Tage...
Samstag, 23. April 2011
Neues von der Stiftverkäuferin: Aliens!
Neues von der gemeinen Stiftverkäuferin – Aliens!
Sternzeit 2011-04-20-17-21-35
Wir befanden uns dort, wo wir uns immer befanden, im äußeren Sektor des City-Ringes. Forschten was zu Forschen war, bekämpften was zu bekämpfen war und hielten uns immer strikt an die Oberste Direktive: Nicht einmischen, in Dinge, die sich nicht einzumischen lohnen!
Der Captain war seit längerem im Urlaub und so war ich an diesem wunderschönen Tag mit Commander M. Und Lieutenant S. alleine.
Der Tag war fast gelaufen, als sich ein unbekanntes Wesen (Humanoide auf Kohlenstoff basierende, männliche Lebensform) dem Schiff näherte, die Tore passierte und sich mit dem üblichen „Dingdong“ anmeldete. Wir begrüßten es freundlich und zuvorkommend, so wie wir alle Fremden begrüßen.
Wagemutig wagte sich das Wesen in die hinteren Räumlichkeiten des Raumes. Zielgewiss zog es sich zu den Briefumschlägen.
Ich, Lieutenant Commander G. wagte mich heran, nicht direkt von Vorne, sonder schräg seitlich und fragte: „Kommen Sie zurecht bei den Briefumschlägen?“
Es antwortete: „Briefumschläge....?!“
Leicht verwundert begann ich erneut: „Sie haben da jetzt Briefumschläge mit spitzer Klappe. Ist das korrekt?“
Es antwortete: “Spitze Klappe?!“
Ich: „Oder möchten Sie die normalen, das wären die.“
Und zeigte auf die mit der eckigen Klappe.
Es sah mich an und sprach: „Spitze Klappe? Was meinen Sie?“
Ich zeigte auf das Bild einer Spitzen Klappe auf der Packung die es in der Hand hielt.
„Spitze Klappe. Diese haben eine Eckige Klappe.“ und zeigte auf die anderen.
Wieder sah es mich an.
„Sonnabend“
Ich: O.o
Es: „Sonnabend!“
Ich: verwirrt
Es: „Sonnabend. Kennen Sie das Wort?“
Ich: „Ja... warum?“
Es: „Ich haben Ihnen letztens gesagt, wir haben Sonnabend auf. Sonnabend. Und Sie haben komisch geguckt.“
Da ich aber nie in der Wäscherei war, guckte ich jetzt halt komisch.
Es: „Samstag. Sonnabend!“ und sah mich an.
An diesem Punkt der Kommunikation wendete ich mich geschlagen ab und plante einen Weg in die Oberste Technik, da ich einen Fehler in der Übersetzungsdatei des Universalkommunikators vermutete. Begann – um für eventuelle Rückfragen offen zu sein – in der Nähe des neuen Wesens ein paar Dinge in der Deko gerade zu rücken.
Folgte ihm dann in einigen Metern Entfernung zur Kasse um dann folgendes zu hören:
Lieutenant S. kassierte die Briefumschläge.
Stellte dabei eine leichte Unbeholfenheit im Umgang mit den üblichen Zahlungsmitteln fest.
Sie wünschte ihm noch „Frohe Festtage!“
Es antwortete: „Frohe Festtage? Festtage. Fest Tage!“
Und verließ unser Schiff wieder.
Froh, diesen Zwischenfall ohne ernstere Schäden und peinlichere Vorfälle als schon gehabt überstanden zu haben, programmierten wir einen neuen Kurs: Richtung Feierabend mit anderthalbfacher Impulsgeschwindigkeit. Energie!
Samstag, 26. Februar 2011
Frühlingserwachen
Frühlingserwachen
Lange Zeit war es draußen finster und kalt. Eine dicke Schneeschicht lag auf den Wiesen und Feldern. Still war es nachts und selbst am Morgen, wenn die Sonne hinter den dicken Wolken aufging waren es nur die Amseln, die man hörte, wie sie sich über Beeren stritten, die vom letzten Herbst übrig geblieben waren.
Doch unter dem Schnee war es nicht ruhig. Ein windiges hin und her herrschte im Erdboden. Hier und da wurde geplant und entworfen. Unter dem Haselbusch gruppierten sich die Schneeglöckchenzwiebeln. Am Rande des Weges sammelten sich die Zwiebeln der Krokusse und hier und da waren sogar schon vereinzelte Märzenbecher zu sehen, deren Zwiebelchen sich noch unschlüssig waren wo sie denn dieses Jahr wohl wachsen sollen.
Die Wiesenwichtel sind am Werk. Das sind kleine Männchen, die in dunklen und erdigen Gängen unter den Wiesen und Feldern wohnen. Schon kurz nach Silvester, dem Fest an dem die Menschen laute Knaller zündeten und bunte Funkenregen zauberten, wachen sie aus ihrem Winterschlaf auf und fangen an, den Frühling vorzubereiten.
Über allem wachte der uralte Grünbart. Er lebt schon seit hunderten von Jahren. Jedes Jahr ist er als erster von allen wach und schaut nach dem Rechten. Ob denn in den dunklen Lagerhöhlen noch genügend Samen und Knollen sind, ob die Zwiebeln alle da sind oder ob nicht eine ausgehungerte Mäusefamilie darüber hergefallen ist.
Wenn er zufrieden ist, läutet er die kleine, goldene Glocke, die alle anderen Wiesenwichtel aus ihren kleinen Betten holt.
Wenn alle Zwiebelchen an ihrem Platze sind, lauscht alles auf den alten Grünbart. Denn nur er darf entscheiden, wann es Zeit ist, für die einzelnen Blümchen, die kalte Erdschicht zu durchbrechen.
Sobald der letzte Schnee weggetaut ist, Klatscht er in die Hände.
„Die Schneeglöckchen fangen an!“ ruft er und sofort machen sich die Zwiebelchen der Schneeglöckchen bereit. Das Tauwasser, das von oben auf sie herabregnet wirkt erfrischend und stärkend. Sie rütteln sich und flupp, erscheint eine kleine, grüne Spitze, die sich nach und nach durch die Erde arbeitet, bis sie zwischen dem alten Gras des letzten Jahres erscheint. Fast kann man zugucken, wie auch kleine Blättchen hervorkommen und dann, ganz zum Schluss erblüht die kleine weiße Blüte!
Alles Jubelt unter der Erde. Jetzt geht es wirklich los.
Jeden Tag wird es ein wenig wärmer und jeden Tag scheint die Sonne etwas länger und wärmt den frostigen Boden.
Sogar die wilden Kaninchen sitzen jetzt auf ihren Hügeln und lauschen, was sich da unter ihren Füßen regt.
Ein hin und hergelaufe ist das! Überall werden jetzt die kleinen Grashalme platziert, die bald schon die Wiesen wieder saftig grün werden lassen. Die Kaninchen freuen sich schon auf die leckeren ersten Gräser. Haben sie doch den ganzen Winter nur das Trockene Heu gehabt und die harten Rinden der Büsche auf den Wiesen.
Selbst die Menschen bleiben auf ihren Wegen ab und an stehen und lauschen.
Die Vögel proben ihre Frühlingslieder. Die ein oder andere Blaumeise versucht schon ein Hochzeitslied anzustimmen, wird aber von den Rotkehlchen übertönt. „Erst wenn die Krokusse blühen!“ rufen sie.
Doch lange müssen sie nicht warten. Denn nur ein paar Tage nachdem die Schneeglöckchen geläutet haben: „Der Winter ist vorbei!“ beginnen auch sie sich unter der Erde zu regen und schon durchstoßen ihre kleinen, zarten Blättchen den kahlen Erdboden.
Nun wird es auf den Wiesen und an den Wegesrändern bunt. Überall sind hunderte von kleinen Schneeglöckchenblüten zu sehen. Gelb und violett blühen die Krokusse.
Und auch zur Freude der wilden Kaninchen, sprießen die ersten zarten Gräser.
Amseln singen morgens ihre Lieder, die die Menschen auf dem Weg zur Arbeit begleiten. Hier und da stimmen auch die Blaumeisen und die Kohlmeisen mit ein. Ein Rotkehlchen trillert auf dem Zaunpfahl und eine Gruppe Spatzen tschilpt im Holunderbusch.
Die Tierwelt feiert das Frühlingserwachen.
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