Aus dem Leben der gemeinen Stiftverkäuferin:
Der Tag des Wahnsinns
Der Tag der Frau G. begann ganz ruhig. Der Wecker klingelte, der Kater kam gucken ob Frau G. nicht aufstehen möchte. Doch die Wahl des Wetters zur Wechselhaftigkeit beschränkte schon die Wahl Frau Gs. in der modischen Erscheinung. Man wählte, weil spät dran, Jeans und T-Shirt.
Denn auch das mühselige Herumtrennen an Flatterblusen, machte diese an dem Morgen nicht besser. Dann war die Zeit weg.
Am Ende gab es noch einen Laura Biagotti- Explosion, denn irgendein Werbefratze entschied, dass Parfum in Plastikpäckchen, worin sich sonst nur Cremeproben aufhielten, super sei. War es nicht, den es spritzte Frau G. ins Gesicht und sonstwohin.
Im Stifteladen angekommen plante Frau G. das Dekorieren des Schaufensters. Gesagt getan. Doch auf einmal erschien eine riesige Spinne mitten auf dem Weg.
'ok,' dachte sich Frau G. 'um dich kümmer ich mich später.'
Doch 3Min später, war die olle Riesenspinne nicht mehr da. Das hieß: von nun an, könnte sie sich überall befinden!!! Frau G. fühlte sich beobachtet und warnte vorsichtshalber ihre Kolleginnen.
Dann kam der Sturm.
(Steven-King-Grusel-Film-Musik)
Die erste Böe kippte den Postkartenständer. Frau G. flüchtete raus und holte ihn lieber rein. Der Kunde, der dies beobachtete, weil er daneben stand kommentierte nur: 'Das war ich nich!'
Eine weitere Böe wehte, kaum dass der Ständer drin war, eine Plastikmappe vom Rollständer. Frau G. flüchtete erneut in die ungemütliche, graue, Sturmwelt und bekam zum Dank eine Geklatscht! Denn Mappe 2 traf sie im Gesicht, Mappe 3 wurde vom Kunden (-der es nicht wahr) eingefangen. Rollständer wurde ins Geschäft geschoben.
Leider geschahen die nächsten Ereignisse, während Frau S. -rechte Hand von Frau G.- gerade zur Bank ging.
Denn eine Orkanböe machte sich schon für ihren großen Streich bereit. Kaum dass Frau G. im Laden alles unter Hand und Fuß hatte, rappelten 2 Kartenständer los, die große weite Welt zu erkunden. Frau G. rannte wieder aus dem Laden, das große PANIK schon auf der Stirn (denn aus Erfahrung wusste sie, dass solche Dinge nie gutgingen). Just in diesem Augenblick wurde auch der weiter aussen stehende Dachaufsteller von der Böe erfasst. Zu 3. wanderten sie los. Frau G. angelte sich Ständer 1, fiel fast über den Dachaufsteller und konnte nur noch zusehen, wie Ständer 2 gegen ein geparktes Auto knallte und – da das ja auch nicht genügte – umkippte und seine Waren dem Winde preis gab!
Die Böen fanden das sehr lustig, denn während die erste die Karten noch nach rechts wehte, kam schon die zweite Böe und wehte sie nach links, damit sich auch ja alles auf der gesamten Straße verteilte.
Die nächsten Minuten sagte Frau G. nur 'Scheiße' und 'Danke'. Ersteres war der Gesamtsituation gewidmet und konnte nicht oft genug geschimpft werden. Und Danke sagte sie zu den vielen Passanten, die ihr halfen, die vielen Karten wieder einzusammeln. Glücklicherweise war inzwischen auch Frau S. gekommen und schmiss den Laden, in dem die Kunden gnädigerweise keinen Aufstand wegen verzögernder Bedienung machten, sondern sogar mithalfen, das Chaos zu bewältigen.
Frau G. huschte also wie ein panisches Huhn auf der Straße hin und her, schrieb einen Zettel für die Windschutzscheibe des Unfallautos und kreiste dann in den Keller um sich dort zu beruhigen. Denn so ein Chaos war ein wenig zu viel auf einmal. Eine Tasse schwarzer Kaffe später und etwas gerichteter erschien sie dann wieder im Laden.
Die Dinge hatten sich zeitweilig beruhigt.
Doch die nächste Kuriosität erschien schon wieder, denn ein netter Frührentner, der viel Zeit hatte (viiiiel) beschäftigte sie mit einem Gespräch über Origami Papiere und beschichtete und Druckerpapiere und diverse ähnliche. Er erwarb auch einen kleinen bunten Notizblock und versprach ihr einen Elefanten zu falten. Was er dann auch tat, Frau G. musste mitfalten. 'Denn sonst lernen Sie das ja nicht!' Faltenderweise vergingen die nächsten 10min. Frau F. etwas verwirrt über den Kunden, sortierte die Karten. Frau G. flüchtete sich in Kundengespräche und sogar ans Telefon, als eine besorgte Frau S. aus dem Keller anrief, ob sie sie denn retten solle. Aber der Kunde hatte die Ruhe weg, und nichts was Frau G. auch anstellte, hielt ihn vom munteren Falten ab.
Letztendlich musste eine ganze Stunde vergehen, und eine kleine Karawane von Elefanten auf dem Tisch herumsträunen, dazu eine Maus, ein Frosch und ein gefaltetes, letztes Hemd aus einem 5,-Schein. Denn der werte Rentner war Origamimeister was er auch nicht nur einmal erwähnte. Und ausserdem sei er für Aktionsnachmittage zu mieten, könne auch zaubern und wäre ein perfekter Weihnachtsmann! Frau G. versprach ihm, sich bei Bedarf zu melden und verabschiedete ihn aus dem Laden.
Endlich. Frau G. hatte Pause und musste erstmal eine Zigarette rauchen.
Nach der Pause erschienen noch ein paar Kunden mit aussergewöhnlich ungewöhnlichen Reklamationen und Wünschen, die die vorherigen jedoch nicht toppen konnten.
Frau G. hatte fertig.
Zu guter Letzt musste auch noch Frau Gs Wagen mitmischen und produzierte ein neues ungutes Geräusch, was sich hoffentlich nicht auch in eine kleine Katastrophe erweitern wird.
Der Wahnsinn brodelte gar heftig an diesem Tage...

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen