Sonntag, 11. April 2010

Der letzte Krieg

..." Später konnten die anderen nicht sagen, ob sie wirklich etwas gesehen hatten. Vielleicht einen zuckenden Lichtschein am Himmel, eine blitzschnelle Bewegung. Vielleicht waren dort die Bomben und die Düsenflugzeuge, fünfzehn Kilometer, zehn Kilometer, einen Kilometer hoch, den Bruchteil einer Sekunde, wie Körner, von einer gewaltigen Hand über den Himmel gestreut, und die Bomben stürzten mit furchtbarer Geschwindigkeit, und doch plötzlich verlangsamt, auf die dämmrige Stadt hinab, die sie hinter sich gelassen hatten.
Eigentlich war alles schon geschehen, sobald die Flugzeuge ihr Ziel gesichtet und die Bomben ausgeklinkt hatten; so schnell wie der Schwung einer Sense war der Krieg aus. Hatte man einmal auf den Knopf gedrückt und die Bombenlast abgeworfen, so war auch schon alles vorbei.
Volle drei Sekunden, eine Ewigkeit, ehe die Bomben einschlugen, waren die gegnerischen Flugzeuge selber bereits wieder halb um die sichtbare Welt herum, wie Geschosse, an die ein Wilder wohl nicht glauben würde, da sie unsichtbar waren; und doch wird auf einmal das Herz zerschmettert, der Körper fällhauseinander, und das Blut ist erstaunt, ins Freie zu gelangen; das Gehirn verschleudert seine paar kostbaren Erinnerungen und stirbt, ohne zu verstehen. ..."

Ray Bradbury - Fahrenheit 451

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Schwimmen - Massenwahn im Chlorparadies

Manchmal gehe ich gerne schwimmen. Aber manchmal nicht.
Wer gerne durch unberührten Schnee stapft und das Gefühl von Freiheit, Unberührtheit und Einsamkeit liebt, weiß wie schön es ist, allein im Schwimmerbecken zu sein. Ok, das Glück ist so selten wie ein 6er im Lotto. Sagen wir lieber: fast allein. So allein, dass das Wasser zeit hat, sich von Bahn zu Bahn zu beruhigen, bis man wieder hindurchkämmt. Herrlich. Ruhig, Entspannend, die Welt hinter sich lassen... einfach mal Zeit für sich und seine Bahnen haben.
Heute hatte ich dieses Erlebnis. Ganze 15 Minuten lang.

Es gibt nicht viele Arten von Leuten, die ins Schwimmbad gehen. Aber in jedem Schwimmbad in dem ich jemals war, waren es die gleichen Gruppen.
Am Auffälligsten sind Kinder. Kinder sind laut, schnell, überall und machen viel Wellen und Krach. Krach, Kreischen, Krähen! Dinge, die sich im Hallen(!)Bad besonders gut anhören. Kinder können unberechenbar sein, wenn sie plötzlich vom Rand neben einem ins Wasser plumsen oder besser noch Arschbomben vom 1m Brett auf der Nebenbahn machen. Macht große Wellen und viel Krach und überhaupt viele Spritzer und Krach!
Am häufigsten sind Rentner. Rentner sind immer schon da, wenn man kommt und sind noch da, wenn man wieder geht. Obs die gleichen sind, weiß meist keiner, denn graue Locken und kahle Schädeln sehen im Wasser sowieso gleich aus.
Rentner schwimmen langsam. Bedächtig, wie es scheint. Um jede Bewegung nochmal voll auszukosten. Oder um die Haare nicht nass werden zu lassen. Rentner treten immer einzeln auf und verteilen sich gleichmäßig im Becken. Bloß nicht zu dicht dran lang schwimmen, dann gibts böse Blicke. Herren ziehen oft eine penetrante Briese altem Aftershafe hinter sich her, die über die verursachten Wellen surft um nebenan schwimmenden Personen zu belästigen. Wenn zwei ältere Damen tatsächlich mal zusammen auftauchen, mimen sie Bojen, die von einer Seite des Beckens zur anderen treiben und sich dabei viel und angeregt unterhalten. Noch langsamer als der übliche Rentner. Wenn die Anzahl der Rentner jedoch zu hoch ansteigt, sollte man Wörter wie Granufink und Tena-Lady aus seinen Gedanken bannen. Fängt man erst darüber an, zu sinnieren, wie sich Harnfunktion und Geschwindigkeit des Schwimmens im Zusammenhang stehen, Muskeln der Beine und deren Bewegungen oder Entspannung in Kombination mit inkontinentem Harnfluss stehen...
ahnee. Lassen wir das.
Männer. Männer sind öfters im Schwimmbad als Frauen. Ich rede jetzt nicht von Rentnern, sondern von Personen ab 30. Männer nutzen die Chance, ihre Muskeln - oder was sie dafür halten - in der glitzernden Chlorflüssigkeit spielen zu lassen. Ein Mann betritt den Schwimmerbereich mit langsamen Schritten, angespannten Muskeln und schweifendem Blick. Er geht nicht sofort ins Becken, sondern beobachtet erst. Manch einer muss sich noch dehnen. Wenn er das Becken betritt, dann nicht über eine Treppe, sondern mit gewagtem Kopfsprung. Er schwimmt eine Bahn und lässt sich am anderen Ende nieder und beobachtet weiter. Das kann er über einen längeren Zeitraum durchhalten, bis es ihm irgendwann zu kalt wird und er sich mit einem gekonnten Schwung muskelbewegend, tattoopräsentierend, wasserabstreifend ins Nichtschwimmerbecken begibt um sich dort an den Massagedüsen zu räkeln.
Wobei wir wieder bei den Kindern sind, die diesem Bild jegliche Art von Erotik zu nehmen wissen. Bei Kindern und ihrem Kinderschwimmbecken gelten gleiche Überlegungen wie bei Rentnern und Granufink-Überlegungen. Mal drüber nachdenken.
Frauen sind selten im Schwimmbad anzutreffen. Und wenn doch sind es meist muskulöse Profischwimmerinnen in Adidas Badeanzügen. Unspektakulär. Unauffällig. Gelegentlich in Begleitung von ebenfalls muskulösen -diesmal echte Muskeln- Männern, die in atemberaubendem Tempo von einer Seite des Beckens zur anderen schwimmen, gern in auffälligen und schwappenden, wellenschlagenden Stilen. Der Schmetterlingsstil macht besonders viel Wellengang!Solche Leute sind arrogant, intolerant gegenüber Schwimmern wie mir und rempeln einen sogar gerne an. Schweine! pff.
Aber trotz allem, ich bleib ja nur ne Stunde. schwimme meine Bahnen, versuche nicht aufzufallen und halte mich aus jeglichem Stress raus. Bin hinterher zwar etwas genervt...aber verglichen damit, was das Festland einem bietet ist es jedes mal ein wenig wie Urlaub.


Dienstag, 1. Dezember 2009

7. Dinge, die lieber ungesagt bleiben sollten

7. Dinge, die lieber ungesagt bleiben sollten.


Oder Tage, an denen man seine Klappe nicht halten konnte. Manchmal gerät die gemeine Stiftverkäuferin in Situationen, die einfach verlangen, jetzt mal STILL zu sein. Aber wie das nun mal so ist, klappt das meist minder.


Eines Tages betrat eine Kundin den Laden, der das Leid des Lebens ins Gesicht geschrieben stand. Sie erzählte von ihrer kleinen, niedlichen Tochter, die ständig ihren Anspitzer verliert, oder dessen bestohlen wird.

"Haben Sie nicht einen, den ich ihr einfach ans Bein nageln kann??" fragte sie mit sorgenvoller Mine.

"Also einen aus Holz." antwortete die Verkäuferin und drehte sich um um einen solchen zu finden.


Auch gibt es Situationen, wo der Beobachter der Szene denkt: Jetzt sag bloß nicht das, wo jeder weiß, das es das dümmste ist, was man sagen kann.

Ein männlicher Kunde steht vor einem Regal, und betrachtet einen Ranzen, der dort oben steht.

Die gemeine Stiftverkäuferin hat in diesem Fall natürlich nur das Euro-Zeichen in den Augen, und wittert einen möglichen Ranzenverkauf.

Natürlich sagt sie diesen Satz. Diesen einen Satz!!! Der Satz, bei dem der Kunde sofort anfängt zu schmunzeln.

"Soll ich Ihnen einen runterholen?" natürlich bei gleichzeitigem Rot anlaufen, weil der Verstand sich wieder von Cash auf Sprache umstellt.


"Kann Ihre Alte weg?" sollte man ältere Herren in Begleitung ihrer Frau nur fragen, wenn sie Humor haben und darauf gekonnt zu reagieren wissen. Auch wenn die gemeine Stiftverkäuferin noch an die leergeschriebene Mine denkt, die sie in der Hand hat.


Mit Daumen und Zeigefinger eine Spanne von ca 8 cm zeigend, einen Kunden fragen: "Wie lang ist Ihrer denn?", ist ebenfalls nich immer angebracht. Zum Glück meinte die Verkäuferin ein Heftgerät und der Käufer war zu alt für solche Wortspiele.


Besonders gefährlich wird es, wenn ein recht blöder Satz ständig bei den Kollegen angewandt wird. "Ja, das hat sie aber feiiin gemacht!" Bei Frau M. war der Satz noch witzig, ebenfalls bei Frau S. Aber als die gemeine Stiftverkäuferin mit ihrem Vorgesetzten telefonierte und er ihr eine gute Nachricht mitteilte, konnte sie den Satz zum Glück auf ein "fein!" kürzen.

Manchmal schafft sie es, haarscharf am Krater der Peinlichkeit entlangzuflitzen.


Obwohl der Satz:

"Ach, Sie unterhalten sich gerade über unseren Stuhlgang."

Gemeint war, wie er lautete, an die Chefin gerichtet war und überhaupt das merkwürdigste war, dass die gemeine Stiftverkäuferin jemals zu ihr gesagt hat.

Hintergründlich ist zu erwähnen, dass das Klo Igor manchmal Probleme hat mit der Verarbeitung und sich gerne übergibt. Deswegen das Verbot zu Stuhlgang auf der Arbeit angesprochen wurde. Chefin allerdings Probleme mit zu hartem hatte und dieses mit den Worten: "ist der Stuhlgang zu hart, ist Igor zu schwach!" kommentierte. Und gerade an diesem Tag hatte die gemeine Stiftverkäuferin auch Probleme mit der Verdauung, über die sie sich gegenseitig beklagten.

Zum Zeitpunkt der Entstehung des Satzes befand sich nun Chefin mit Frau S. im Keller und berichtete ihr von den allgegenwärtigen Verdauungsproblemen.


Früher war Frau G., die gemeine Stiftverkäuferin eine ruhige Person, die Worte mied.

Manchmal wünscht sie sich das heute noch.

Dienstag, 25. August 2009

Dinge von denen man nicht möchte...

... dass sie einem passieren.
Nicht abends um 2:00.
Nicht, wenn man allein ist.
Nicht, wenn man eigentlich ins Bett möchte.

Das Foto stellt einen Hängeschrank dar, der das Leben als Hängeschrank an den Haken gehängt hat und nach dem kurzen Lebensabschnitt eines Fallschrankes ein Standschrank sein wollte, was allerdings der Lebensabschnitt Fallschrank verhindert hat, in dem es die Molekulare Struktur akut und explosiv veränderte.
Der Schrank befindet sich zur Zeit im Lebensabschnitt Schrott, spezifikation Sperrmüll.
Eigentlich wollte ich gerad das saubere Geschirr abwaschen...
Zumindest fällt dann der nächste Abwasch kleiner aus.


Sonntag, 23. August 2009

23. Aug 2009 Von Ananassassen und nächtlichem Tanzen


Sonntag, 26. April 2009

6. Tiere - Des Menschen Freud und Leid

Frau G. ist tierlieb. Sie wohnt selber mit einem dicken, eigensinnigen und fast menschlichen Kater Paul zusammen und der eigentümlichen Bartagame Ätna. Fremden Tieren gegenüber ist sie auch immer freundlich und zuvorkommend. Z.B. bekommen Hunde die den Laden im Sommer betreten und deren Herrchen sich langen Verkaufsgesprächen leidenschaftlich hingeben einen Napf Wasser und etwas Aufmerksamkeit. Auch wenn Frau G. hinterher den Boden wischen muss, damit weitere Kunden nicht in den hinterlassenen Wasserpfützen ausrutschen. 
Nur einmal hat ein Hund Pfützen hinterlassen, über die sich Frau G. geärgert hat. Er hat einen Kartenständer mit einem Baum verwechselt. Zum Glück hat das Frauchen schnell genug reagiert und beim Reinigen geholfen. 
Hunde jeder Größe und Form betreten täglich den Laden. Stammhunde laufen, ihre Leine hinter sich her ziehend, ihren Frauchen hinterher. Erschöpfte Hunde lassen sich mitten im Weg fallen und mutieren zu einer Art riesigem Bettvorleger, zur Belustigung anderer Kunden, die drüber hinweg steigen müssen. 
Und manchmal mögen die Hunde den netten Verkäuferinnen mehr als ihr Herrchen. Dana-Bleib ist so ein Fall. Dana-Bleib wird immer hinter ihrem Herrchen Herrn S. hergezogen. Nur im Laden befreit er sie von ihrer Leine und sie trottet für sich durch die Regale, wird dabei immer mit ihrem Namen angeschrien, reagiert aber nicht. Stattdessen erschreckt sie durch ihre freimütige Runde Frau St., die manchmal etwas ängstlich in Gegenwart großer Hunde ist. Nur wenn Herr S. den Laden verlassen will, entspricht Dana-Bleib ihrem Namen. Denn Frau M. spricht mit ihr in sanften Stimmen und sie lauscht ganz ergeben. Eine Ecke später merkt Herr S., dass Dana-Bleib nicht da war und lief zurück um sie "Dana-Komm" zu rufen. Und er musste sich bemühen. 

Auch andere Tiere können Frau G. belustigen. Vor allem ihr Unwesen treibende Spinnen. Frau G. beobachtete eine Weile Frau S. wie sie hinter einem Regal auf dem Boden nach einem Kabel grub, sich dort beschäftigte und wuselte. Danach begutachtete sie die monströse Spinne die keine 10cm weiter auf einer Herzgirlande saß. Ein psychologisches Experiment begann sich in ihren Gedanken zu bilden und sie rief nach Frau S. 
"Schau mal, hast du das gesehen?" Fragte sie Frau S., die sich wieder in Spinnennähe befand. 
Frau S. guckte, stutzte und schrie wie am Spieß. 
Frau G. rieb sich die Hände und freute sich über das Ergebnis. 

Aber Spinnen können sich rächen. Als Frau G. eines Tages nichts ahnend auf der Toilette saß begann eine Spinne ihr Tänzchen auf der Klorolle aufzuführen. Frau G. befand sich in einer Patt-Situation. Und Frau S. die gerade den Keller betrat wunderte sich über das anhaltende Gekicher aus dem Bad. 

Den turbulentesten Tierbesuch hatte Frau G. mit einer Taube, die sich im Schaufenster verirrte. Natürlich in dem mit den hochwertigen Schreibgeräten, wackeligen Konstrukten und aufwendigen Stapeln. Natürlich musste sie hinter der Taube her krabbeln und sie wieder einfangen. Aber es gibt schlimmeres, dachte sie sich. 

Die sommerlichen Insektenbesuche sammeln sich alljährlich auf den Deckenstrahlern. Jeden Herbst beginnen Frau M., Frau S. und Frau G. mit der Arbeit alle Glasplatten abzuschrauben und das dargebotene Sortiment an knusprigen Mücken, Fliegen und Wespen zu entsorgen. Wehe dem, der bei einem Unfall mit den Tierchen beregnet wird. 

Tiere, egal welcher Art auch immer, bringen Aktion ins tägliche Geschäft. Manch einer freut sich, manch einer nicht. 

Donnerstag, 23. April 2009

5. Kinder und ähnliche Unfälle

Eigentlich mag Frau G. Kinder. Wenn sie niedlich sind und sie vom Kinderwagen aus angrinsen. Sich darüber freuen, wenn sie komische Verrenkungen abseits aller Kunden zur Belustigung des Kindes macht. Kinder können sich niedlich freuen. 

Was sie auch noch niedlich fand, war die gemurmelt-genuschelte "Enschuldigunn" von einem kleinen Jungen, der ohne dass seine Mutter es bemerkte, mit einem kleinen Stempel ein Regal bearbeitete. 
Auch ein kleines Mädchen, dass sich den ersten Füller aussuchen sollte war noch niedlich. Ca 7 Jahre alt, unentschlossen bis ins kleinste Detail fragte sie nach 5 Minuten angestrengtem hin und her Überlegens, ob lieber der blaue oder pinkfarbene Füllhalter, "...vielleicht lieber pink, aber blau ist auch schön..." unschuldiges in Frau G.'s Augen guckend: "Nervt das?" 
Wobei das auch eher komisch war. 
Ebenfalls zum totlachen fand Frau G. die Töchter einer Kundin, für die der gesamte Laden ein riesiger Fantasy-Park war. 
"Hier wohne ich" Kind steht hinterm Kalender-Ständer. 
"Ich bin jetzt eine Hexe" und Kind 2 " Ich auch!" 
"hex,hex"-rufend liefen sie dann durch den Laden. Bis sie sich am Geländer zum Kellerbüro der Chefin versteckten und sie beobachteten. 
"Das ist eine Hexe!"
"Eine böööse Hexe!"
"Die darf uns nicht sehen!" gemeinsames Wegrennen. 

Dann gibt es die Kinder, über die sie sich aufregt. 
Entweder weil Frau G. beobachtet, wie ein kleiner Junge sich -Frau G.beobachtend- einen Flummi im Ärmel verschwinden lässt, oder weil sie unter die Kategorie "Piranha-Kinder" fallen.
Piranha-Kinder sind Kinder, die laut und wirr sind, alles anfassen und immer reden. Sie treten meist in Gruppen von mindestens 2 Kindern auf, stacheln sich gegenseitig auf und hinterlassen Chaos, Kopfschmerzen und Dreck. Welcher sich meist in Handabdrücken auf Glasscheiben, Kekskrümeln auf dem Boden oder Kaugummiflecken äußert. Das sind die Kinder, die Frau G. hinter her verflucht und am liebsten mit ihren Hinterlassenschaften bewerfen würde. 

Und es gibt Kinder, die Frau G. echt seltsam findet. Wie das Mädchen, dass an dem ersten lauwarmen Frühlingstag den von Strahlern und Sonneneinstrahlung unangenehm aufgeheizten Laden betrat, Sonnenbrille auf und Eis in der Hand: "puuh, mal einen Augenblick im Kühlen ausruhn..." sprach und wieder verschwand. Seltsam. 
Und Kinder, die Namen haben...die sonst keiner Hat. Aragorn ist Frau G.'s Lieblingskunde. Seine Mutter nutzt auch jede Möglichkeit ihren Sohn durch den Laden zu rufen. Wie viele Lennards und Justins sie bedient hat, weiß sie nicht mehr. Als eines Tages die Oma mit Benjamin-Friedrich und Alexander-Heinrich den Laden betrat, hatte sie Mitleid. Die Schreibversuche von Angel-Leon waren auch interessant, ebenfalls die von Summer, Sue Ann und Shirin. 

Aber was Frau G. am meisten hasst sind ADS-Kinder. Dagegen sind Piranha-Kinder lausige Goldfische. Während eines Kundengesprächs beherrschen diese Kinder die Geräuschkulisse des Ladens vollkommen. In 20 Minuten, die Frau G. braucht um der Mutter einen Füllhalter zu verkaufen, schreit das Kind ca 320 mal "Mamaaa!" 160 mal "Ich will das haben!" und 270 mal "Komm jetzt, ich will nach Haus!!" ADS-Kinder wissen nicht, dass man still sein muss, wenn sich Erwachsene unterhalten. Sie wissen nicht, dass Eltern beim 1. Mal hören, wenn sie gerufen werden, es aber manchmal einfach ignorieren. Und sie wissen nicht, dass es die Verkäuferinnen extrem auf die Palme bringt, alles anzufassen und umherzutragen. Und sie können nicht im geringsten Ahnen, dass Frau G. nachdem Mutter und ADS-Kind den Laden verlassen hat, in den Keller geht und verzweifelt den Schnaps im Kühlschrank sucht und sich alternativ die kochenden Nerven mit einer Tasse kaltem Tee abschreckt. 'zischhhhh'

Am Ende des Tages denkt sich Frau G.: Kinder sind die Engel auf Erden. Oder Piranhas im Schafspelz.