Donnerstag, 3. Dezember 2009
Schwimmen - Massenwahn im Chlorparadies
Dienstag, 1. Dezember 2009
7. Dinge, die lieber ungesagt bleiben sollten
7. Dinge, die lieber ungesagt bleiben sollten.
Oder Tage, an denen man seine Klappe nicht halten konnte. Manchmal gerät die gemeine Stiftverkäuferin in Situationen, die einfach verlangen, jetzt mal STILL zu sein. Aber wie das nun mal so ist, klappt das meist minder.
Eines Tages betrat eine Kundin den Laden, der das Leid des Lebens ins Gesicht geschrieben stand. Sie erzählte von ihrer kleinen, niedlichen Tochter, die ständig ihren Anspitzer verliert, oder dessen bestohlen wird.
"Haben Sie nicht einen, den ich ihr einfach ans Bein nageln kann??" fragte sie mit sorgenvoller Mine.
"Also einen aus Holz." antwortete die Verkäuferin und drehte sich um um einen solchen zu finden.
Auch gibt es Situationen, wo der Beobachter der Szene denkt: Jetzt sag bloß nicht das, wo jeder weiß, das es das dümmste ist, was man sagen kann.
Ein männlicher Kunde steht vor einem Regal, und betrachtet einen Ranzen, der dort oben steht.
Die gemeine Stiftverkäuferin hat in diesem Fall natürlich nur das Euro-Zeichen in den Augen, und wittert einen möglichen Ranzenverkauf.
Natürlich sagt sie diesen Satz. Diesen einen Satz!!! Der Satz, bei dem der Kunde sofort anfängt zu schmunzeln.
"Soll ich Ihnen einen runterholen?" natürlich bei gleichzeitigem Rot anlaufen, weil der Verstand sich wieder von Cash auf Sprache umstellt.
"Kann Ihre Alte weg?" sollte man ältere Herren in Begleitung ihrer Frau nur fragen, wenn sie Humor haben und darauf gekonnt zu reagieren wissen. Auch wenn die gemeine Stiftverkäuferin noch an die leergeschriebene Mine denkt, die sie in der Hand hat.
Mit Daumen und Zeigefinger eine Spanne von ca 8 cm zeigend, einen Kunden fragen: "Wie lang ist Ihrer denn?", ist ebenfalls nich immer angebracht. Zum Glück meinte die Verkäuferin ein Heftgerät und der Käufer war zu alt für solche Wortspiele.
Besonders gefährlich wird es, wenn ein recht blöder Satz ständig bei den Kollegen angewandt wird. "Ja, das hat sie aber feiiin gemacht!" Bei Frau M. war der Satz noch witzig, ebenfalls bei Frau S. Aber als die gemeine Stiftverkäuferin mit ihrem Vorgesetzten telefonierte und er ihr eine gute Nachricht mitteilte, konnte sie den Satz zum Glück auf ein "fein!" kürzen.
Manchmal schafft sie es, haarscharf am Krater der Peinlichkeit entlangzuflitzen.
Obwohl der Satz:
"Ach, Sie unterhalten sich gerade über unseren Stuhlgang."
Gemeint war, wie er lautete, an die Chefin gerichtet war und überhaupt das merkwürdigste war, dass die gemeine Stiftverkäuferin jemals zu ihr gesagt hat.
Hintergründlich ist zu erwähnen, dass das Klo Igor manchmal Probleme hat mit der Verarbeitung und sich gerne übergibt. Deswegen das Verbot zu Stuhlgang auf der Arbeit angesprochen wurde. Chefin allerdings Probleme mit zu hartem hatte und dieses mit den Worten: "ist der Stuhlgang zu hart, ist Igor zu schwach!" kommentierte. Und gerade an diesem Tag hatte die gemeine Stiftverkäuferin auch Probleme mit der Verdauung, über die sie sich gegenseitig beklagten.
Zum Zeitpunkt der Entstehung des Satzes befand sich nun Chefin mit Frau S. im Keller und berichtete ihr von den allgegenwärtigen Verdauungsproblemen.
Früher war Frau G., die gemeine Stiftverkäuferin eine ruhige Person, die Worte mied.
Manchmal wünscht sie sich das heute noch.
Dienstag, 25. August 2009
Dinge von denen man nicht möchte...
Sonntag, 23. August 2009
Sonntag, 26. April 2009
6. Tiere - Des Menschen Freud und Leid
Nur einmal hat ein Hund Pfützen hinterlassen, über die sich Frau G. geärgert hat. Er hat einen Kartenständer mit einem Baum verwechselt. Zum Glück hat das Frauchen schnell genug reagiert und beim Reinigen geholfen.
Hunde jeder Größe und Form betreten täglich den Laden. Stammhunde laufen, ihre Leine hinter sich her ziehend, ihren Frauchen hinterher. Erschöpfte Hunde lassen sich mitten im Weg fallen und mutieren zu einer Art riesigem Bettvorleger, zur Belustigung anderer Kunden, die drüber hinweg steigen müssen.
Und manchmal mögen die Hunde den netten Verkäuferinnen mehr als ihr Herrchen. Dana-Bleib ist so ein Fall. Dana-Bleib wird immer hinter ihrem Herrchen Herrn S. hergezogen. Nur im Laden befreit er sie von ihrer Leine und sie trottet für sich durch die Regale, wird dabei immer mit ihrem Namen angeschrien, reagiert aber nicht. Stattdessen erschreckt sie durch ihre freimütige Runde Frau St., die manchmal etwas ängstlich in Gegenwart großer Hunde ist. Nur wenn Herr S. den Laden verlassen will, entspricht Dana-Bleib ihrem Namen. Denn Frau M. spricht mit ihr in sanften Stimmen und sie lauscht ganz ergeben. Eine Ecke später merkt Herr S., dass Dana-Bleib nicht da war und lief zurück um sie "Dana-Komm" zu rufen. Und er musste sich bemühen.
Auch andere Tiere können Frau G. belustigen. Vor allem ihr Unwesen treibende Spinnen. Frau G. beobachtete eine Weile Frau S. wie sie hinter einem Regal auf dem Boden nach einem Kabel grub, sich dort beschäftigte und wuselte. Danach begutachtete sie die monströse Spinne die keine 10cm weiter auf einer Herzgirlande saß. Ein psychologisches Experiment begann sich in ihren Gedanken zu bilden und sie rief nach Frau S.
"Schau mal, hast du das gesehen?" Fragte sie Frau S., die sich wieder in Spinnennähe befand.
Frau S. guckte, stutzte und schrie wie am Spieß.
Frau G. rieb sich die Hände und freute sich über das Ergebnis.
Aber Spinnen können sich rächen. Als Frau G. eines Tages nichts ahnend auf der Toilette saß begann eine Spinne ihr Tänzchen auf der Klorolle aufzuführen. Frau G. befand sich in einer Patt-Situation. Und Frau S. die gerade den Keller betrat wunderte sich über das anhaltende Gekicher aus dem Bad.
Den turbulentesten Tierbesuch hatte Frau G. mit einer Taube, die sich im Schaufenster verirrte. Natürlich in dem mit den hochwertigen Schreibgeräten, wackeligen Konstrukten und aufwendigen Stapeln. Natürlich musste sie hinter der Taube her krabbeln und sie wieder einfangen. Aber es gibt schlimmeres, dachte sie sich.
Die sommerlichen Insektenbesuche sammeln sich alljährlich auf den Deckenstrahlern. Jeden Herbst beginnen Frau M., Frau S. und Frau G. mit der Arbeit alle Glasplatten abzuschrauben und das dargebotene Sortiment an knusprigen Mücken, Fliegen und Wespen zu entsorgen. Wehe dem, der bei einem Unfall mit den Tierchen beregnet wird.
Tiere, egal welcher Art auch immer, bringen Aktion ins tägliche Geschäft. Manch einer freut sich, manch einer nicht.
Donnerstag, 23. April 2009
5. Kinder und ähnliche Unfälle
Was sie auch noch niedlich fand, war die gemurmelt-genuschelte "Enschuldigunn" von einem kleinen Jungen, der ohne dass seine Mutter es bemerkte, mit einem kleinen Stempel ein Regal bearbeitete.
Auch ein kleines Mädchen, dass sich den ersten Füller aussuchen sollte war noch niedlich. Ca 7 Jahre alt, unentschlossen bis ins kleinste Detail fragte sie nach 5 Minuten angestrengtem hin und her Überlegens, ob lieber der blaue oder pinkfarbene Füllhalter, "...vielleicht lieber pink, aber blau ist auch schön..." unschuldiges in Frau G.'s Augen guckend: "Nervt das?"
Wobei das auch eher komisch war.
Ebenfalls zum totlachen fand Frau G. die Töchter einer Kundin, für die der gesamte Laden ein riesiger Fantasy-Park war.
"Hier wohne ich" Kind steht hinterm Kalender-Ständer.
"Ich bin jetzt eine Hexe" und Kind 2 " Ich auch!"
"hex,hex"-rufend liefen sie dann durch den Laden. Bis sie sich am Geländer zum Kellerbüro der Chefin versteckten und sie beobachteten.
"Das ist eine Hexe!"
"Eine böööse Hexe!"
"Die darf uns nicht sehen!" gemeinsames Wegrennen.
Dann gibt es die Kinder, über die sie sich aufregt.
Entweder weil Frau G. beobachtet, wie ein kleiner Junge sich -Frau G.beobachtend- einen Flummi im Ärmel verschwinden lässt, oder weil sie unter die Kategorie "Piranha-Kinder" fallen.
Piranha-Kinder sind Kinder, die laut und wirr sind, alles anfassen und immer reden. Sie treten meist in Gruppen von mindestens 2 Kindern auf, stacheln sich gegenseitig auf und hinterlassen Chaos, Kopfschmerzen und Dreck. Welcher sich meist in Handabdrücken auf Glasscheiben, Kekskrümeln auf dem Boden oder Kaugummiflecken äußert. Das sind die Kinder, die Frau G. hinter her verflucht und am liebsten mit ihren Hinterlassenschaften bewerfen würde.
Und es gibt Kinder, die Frau G. echt seltsam findet. Wie das Mädchen, dass an dem ersten lauwarmen Frühlingstag den von Strahlern und Sonneneinstrahlung unangenehm aufgeheizten Laden betrat, Sonnenbrille auf und Eis in der Hand: "puuh, mal einen Augenblick im Kühlen ausruhn..." sprach und wieder verschwand. Seltsam.
Und Kinder, die Namen haben...die sonst keiner Hat. Aragorn ist Frau G.'s Lieblingskunde. Seine Mutter nutzt auch jede Möglichkeit ihren Sohn durch den Laden zu rufen. Wie viele Lennards und Justins sie bedient hat, weiß sie nicht mehr. Als eines Tages die Oma mit Benjamin-Friedrich und Alexander-Heinrich den Laden betrat, hatte sie Mitleid. Die Schreibversuche von Angel-Leon waren auch interessant, ebenfalls die von Summer, Sue Ann und Shirin.
Aber was Frau G. am meisten hasst sind ADS-Kinder. Dagegen sind Piranha-Kinder lausige Goldfische. Während eines Kundengesprächs beherrschen diese Kinder die Geräuschkulisse des Ladens vollkommen. In 20 Minuten, die Frau G. braucht um der Mutter einen Füllhalter zu verkaufen, schreit das Kind ca 320 mal "Mamaaa!" 160 mal "Ich will das haben!" und 270 mal "Komm jetzt, ich will nach Haus!!" ADS-Kinder wissen nicht, dass man still sein muss, wenn sich Erwachsene unterhalten. Sie wissen nicht, dass Eltern beim 1. Mal hören, wenn sie gerufen werden, es aber manchmal einfach ignorieren. Und sie wissen nicht, dass es die Verkäuferinnen extrem auf die Palme bringt, alles anzufassen und umherzutragen. Und sie können nicht im geringsten Ahnen, dass Frau G. nachdem Mutter und ADS-Kind den Laden verlassen hat, in den Keller geht und verzweifelt den Schnaps im Kühlschrank sucht und sich alternativ die kochenden Nerven mit einer Tasse kaltem Tee abschreckt. 'zischhhhh'
Am Ende des Tages denkt sich Frau G.: Kinder sind die Engel auf Erden. Oder Piranhas im Schafspelz.
Mittwoch, 15. April 2009
4. Besserwisser
Es gibt eine Art von Kunden, die immer mal wieder aus den Abgründen der Gesellschaft auftauchen. Frau G. kennt sie genau. Ihr Auftreten, ihre Sprachweise, ihr Benehmen...
Der Besserwisser.
Der Kunde, meist weiblich, 1,67m groß, blond bis dunkelblond und mittleren Alters, betritt den Laden, selbstbewusst und unübertroffen wichtig.
Imaginäre Fliegen wegwedelnd stürmt sie in die hinterste Ecke des Ladens.
"Bedient hier denn keiner?!!"
Frau G. stürmt hinterher, die Kundin zwischen Briefmarkenzubehör und Ordnerrücken suchend.
"Was kann ich für Sie tun?"
"Sie hatten mal Fotoalben. Im Set. Wo haben Sie die?"
Frau G. am grübeln... Set??
"Wir hatten nie Fotoalben im Set..."
"Doch! Die hatten Sie! Die hab ich doch bei Ihnen gekauft. Letztes Jahr. Die waren hier irgendwo."
Kundin sieht sich suchend die Briefpapiere an.
Frau G. verwirrt.
Kundin: "Das müssen Sie doch wissen. Die hatten Sie hier irgendwo!" Wage Geste durch den Laden.
Nach diversem Hin und Her, mit Zwischenkommentaren anderer Kolleginnen einigte man sich darauf, dass es nie Fotoalben im Set gegeben hat. Zumindest Frau G. und ihre Kolleginnen. Die Kundin stürmte wutentbrannt aus dem Laden.
Anderer Tag, ähnliche Situation. Kundin mit ähnlichem Personenprofil sucht nach einem Lamy Kugelschreiber im Wert von ca 4,- in silber.
"Die hatten Sie mal vorne an der Kasse."
Frau G. hatte nie Kulis von Lamy an der Kasse.
Frau G. zeigt der Kundin Lamy Kugelschreiber. "Nein. Sie verstehen mich nicht! Der Kuli war silbern. SILBER!!"
Frau G. zeigt der Kundin silberne Lamy Kugelschreiber, in höherer Preisklasse.
"Nein. Hören Sie mir doch zu. Der war günstig. Und Sie hatten den vorne! Vorne!!"
Frau G. genervt. Nachdem sie den Lamy Katalog geholt und über das aktuelle Angebot von definitiv allen Lamy Kugelschreibern durchgegangen ist und natürlich nicht dieser Kuli dabei war, ist sie sogar sehr genervt.
Die Kundin auch. Dreht sich weg und ignoriert Frau G. Lässt sich lieber von Frau M. bedienen, da sie noch eine Mine braucht.
Frau G. kocht und geht in den Keller um Tee zu trinken.
Tee beruhigt.
Etwas amüsantere Episoden beschreiben Besserwisser, die Dinge umtauschen wollen. Zu unerwartetem Unrecht.
Kundin, ebenfalls mit passendem Profil kommt mit einer Plastiktüte des Mitbewerbers ins Geschäft.
"Ich möcht gern was umtauschen!" erbost, da der Artikel vermutlich nicht sein Versprechen hielt.
Packt ein Etui aus, und den Kassenbon.
Frau G. wirft einen Blick auf beides.
"Oh, das tut mir Leid. Ich kann Ihnen das aber leider nicht umtauschen..."
Kundin baut sich auf, Blut strömt in die Obere Gesichtshälfte, der kräftige Oberkörper bläht sich...
"Sie haben das nicht bei uns gekauft.."
"Waaaaa?? Natürlich habe ich das bei Ihnen gekauft!"
Stampfende Finger auf den Kassenbon.
"Sie sind doch XY [fieser Mitbewerber]!!!"
Frau G.: "Nein.. wir sind YX [Ihr freundliches Stiftegeschäft in der Nachbarschaft]"
Kundin kühlt ab, Blut fließt zurück in die Füße.
"oh... " Schamesröte. "Das tut mir jetzt aber leid... "
Ja, besserwissende Kunden sind manchmal sehr anstrengend, können aber auch amüsante Gesprächsthemen zwischen Kolleginnen sein.
